Leitfaden zur Anpassung Torischer Kontaktlinsen Teil 1 – Hydrophile Kontaktlinsen

Der folgende Artikel ist Teil einer Serie über die Anpassung von torischen Kontaktlinsen. Er gibt dem Leser sowohl einen Überblick über torische, weiche – hydrophile Kontaktlinsen und dient gleichzeitig auch als Leitfaden zur Anpassung dieser Kontaktlinsen.

GRUNDSATZ

Bei jeder Anpassung soll bereits vor dem Einsetzen der ersten Kontaktlinse eine klare Vorstellung über das Ergebnis vorliegen! Das heißt in anderen Worten:
Die einzusetzende Linse muss mit der Grundrefraktion in Zusammenhang stehen.
Die Linsenstärke (S`) muss dem Refraktionswert auf Delta 0mm gerechnet entsprechen.
Idealerweise dient eine Probelinse zur Messung der jeweiligen Achsenlage.
Die Stabilisation wird mit der Refraktionsachse gegen gerechnet.

WAS MUSS GEMESSEN WERDEN?

1. Refraktion mit Visus

Ergibt sich aus der Refraktion ein Astigmatismus ab 0,50 dpt ist abzuklären, ob dieser auch effektiv vom Kunden benötigt wird. Wird die Sehleistung dadurch um mindestens eine Visusstufe gesteigert, empfehlen wir die Anpassung torischer Kontaktlinsen. Bei einem höheren Astigmatismus gibt es meistens keine Diskussion.
Bei Astigmatismen kleiner/gleich -0,75dpt sind oft sphärische Kontaktlinsen von Vorteil weil der Erfolg einer besseren Sehleistung mit torischer Linse oft klein ist.

Analyse des Auges
Die genaue Analyse des Auges bildet den Erfolg!

2. Bestimmung des Führungsauges

Die Bestimmung des Führungsauges ist deshalb sinnvoll, weil dieses bei Nichterreichen gleicher Sehschärfe am rechten und linken Auge die bessere Sehleistung erzielen sollte. Viele Sehschwierigkeiten ergeben sich, wenn am Sehrvorgang das Begleitauge dominanter als das Führungsauge beteiligt ist. Ebenfalls sind Kunden meist unzufrieden, wenn das Führungsauge nicht die volle Sehschärfe erreicht.

3.

Durchmesser der Hornhaut

Aus dem Durchmesser der Hornhaut lässt sich auf den Durchmesser der Kontaktlinse schließen. Generell gilt: Linsendurchmesser = Hornhautdurchmesser +2,00mm.

4. Messung Hornhautradien mit Achsenlage der Hauptschnitte

Aus der Analyse der Hornhautradien ergeben sich verschiedene Fragen:

Entspricht der Gesamt-Astigmatismus dem Hornhaut-Astigmatismus oder handelt es sich um eine Verstärkung oder Kompensation durch die Augenlinse? Speziell bei kompensiertem Astigmatismus (z.B. Hornhautastigmatismus 2 dpt, Gesamtastigmatismus 0 dpt) ist die Anpassung weicher Linsen sehr zu empfehlen, da bei RGP-Linsen der interne Astigmatismus voll zu tragen kommt und einen zusätzlichen Vordertorus verlangt.

Entspricht die Achsenlage des Hornhautastigmatismus dem des Gesamtastigmatismus? Bei größerer Abweichung und insbesonders bei großer Pupille kann ein Verlust der Sehleistung mit Kontaktlinsen gegenüber der Brille erfolgen.

Sind die Radien verkippt oder handelt es sich um eine irreguläre Hornhautform? Verkippte Miren lassen auf eine geringere Sehleistung schließen.

Vorder- oder Rücktorisch?

Vordertorische Kontaktlinse
Bei einer Radiendifferenz kleiner 2 dpt (4/10mm) und einer torischen Refraktion:
z.B. Bilosa toric (Vordertorus)
Rücktorische Kontaktlinse
Bei einer Radiendifferenz größer 2 dpt (4/10mm) und einer torischen Refraktion
z.B. Bilosa toric i (Rücktorisch)

5. Ober– und Unterlidpositionen, Größe der Lidspalte und Liddruck

Die Ober- und Unterlidposition ist ausschlaggebend für die Wahl der Stabilisationsform torischer Weichlinsen! Siehe unten.

CSP
Das Corneo Skleral Profil gibt Auskunft über die Wahl der Abflachung der Kontaktlinse.

Fließender Sulcus: geringere Abflachung bzw. eine einkurvige Linse wählen
Markanter Sulcus: periphere Abflachung bzw. eine mehrkurvige Linse wählen

ANPASSLEITFADEN

Beispiel 1:
Große Lidspalte – Unterlidposition Skleral – d.h. die Unterlidposition ist tiefer als der Limbus oder bei geringem Liddruck.

Kontaktlinsetyp: Prismatische Stabilisation
System: Durch einen Prismenballast in 270° wird die Kontaktlinse durch die Gravitation ausgerichtet.

Kontaktlinsen Bilosa:

  • T-Lite – Prismatisch stabilisierte Linse mit zweikurviger Rückgeometrie
  • TP60 – Prismatisch stabilisierte Linse mit einkurviger Rückgeometrie
  • TP 3 – Prismatisch stabilisierte Linse mit dreikurviger Rückgeometrie
  • Bilosa toric – Prismatische oder Dynamische Stabilisation mit wählbarer Exzentrizität

Beispiel 2:
Kleine Lidspaltenform –Unterlidposition tangential bis corneal – Unterlid verläuft parallel zum Limbus bzw. positioniert sich höher in die Cornea.

Kontaktlinsetyp: Dynamische Stabilisation
System: Durch den Aufbau von 2 horizontalen Höckern in der Peripherie der Kontaktlinse wird die Linse bei jedem Lidschlag am Auge positioniert.

Besonderheiten: Die Höcker können auch individuell gestaltet werden – d.h. die Höhe oder Länge der Höcker kann bei Bilosa toric maßgeschneidert werden.

  • Bei kleiner Lidöffnung ist die Längenreduktion der Stabilisationsverdickungen ratsam
  • Ist die Oberlidstellung hoch sollten die Stabilisationsverdickungen verlängert werden
  • Ist die Stellung des Oberlides tief sollte bei Dynamischer Stabilisation die Länge der Stabilisationsverdickungen reduziert werden oder dezentriert werden.
  • Bei großer Lidöffnung ist die prismatische Stabilisationsform meist wirksamer. Ansonsten sollte bei Dynamischen Systemen die Länge und der Durchmesser der Stabilisationsverdickungen um mindestens 0,2mm bis 0,4mm vergrößert werden.

Kontaktlinsen Bilosa:

  • Bilosa toric – Dynamische Stabilisation
  • Opulens toric

Beispiel 3:
Austauschsystem

System: Kombination Prismatische und Dynamische Stabilisation
Die Linse wird durch Prismenballast und gleichzeitiger horizontaler Dickenänderung der Kontaktlinse stabilisiert. Dieses System funktioniert bestens, da beide Grundkonzepte prismatisch und dynamische Stabilisation vereint sind und doppelt wirksam sind

Kontaktlinsen Bilosa:

  • Dispo toric
  • SoftView toric

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Bilosa

Krischan Optik Bilosa GmbH
Bürgerstraße 15
A-6020 Innsbruck

Tel
0043-512-57 63 86-0
Fax 0043-512-57 63 86-20
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