Die unabhängige Eyewear Brand Andy Wolf feiert ihr 20-jähriges Bestehen und hat sich zum Jubiläum einen Herzenswunsch erfüllt: eine gemeinsame Kollaboration mit dem österreichischen Gegenwartskünstler Erwin Wurm.
Die Kollaboration vereint internationale künstlerische Relevanz mit steirischen Wurzeln: während Erwin Wurm zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern Österreichs zählt, steht Andy Wolf für kompromisslose Brillenhandwerkskunst. Wenn Design auf Kunst trifft, entsteht mehr als ein Objekt – es entsteht eine Haltung. Mit der auf 1 000 Stück limitierten Sonnenbrille aus der Kollaboration Andy Wolf x Erwin Wurm verschmelzen präzises, traditionelles Brillenhandwerk und radikale künstlerische Idee zu einem Objekt, das von den Arbeiten des Künstlers inspiriert ist.
Mit ihrer 10 mm starken Front und den 6 mm Bügeln ist die Sonnenbrille OH NO ein auffälliges Statement, das nur mit einem speziellen 3-D Werkzeug produziert werden kann. Die Buchstaben auf den Bügeln symbolisieren die bekannten Flat Sculptures von Erwin Wurm, sie umgreifen den Bügel für ein 3-D Erlebnis aus allen Blickwinkeln. Auch die Farbgebung ist eine direkte Referenz zur Arbeit des Künstlers: das Bügelmaterial geht von einem klassischen transparenten Dunkelgrau in ein vibrierendes Lime-Grün über.
Zusätzlich zur Hauptfarbe wird es fünf weitere streng limitierte – und geheime – Farben geben. Diese Farbvarianten werden als „Collector‘s Pieces“ veröffentlicht und in Blind Boxes verpackt, so dass sich erst beim Öffnen zeigt, welche Variante es ist.
Die Brille kommt mit einer aufwendigen Verpackung, welche u.a. ein Displayboard, ein Echtheitszertifikat sowie ein Poster enthält. Außerdem gibt es eine Anweisung von Erwin Wurm für eine One Minute Sculpture – die wohl bekannteste Werkreihe des Künstlers. Dabei handelt es sich um kurze, meist absurde Handlungsanweisungen, die Menschen mit Alltagsgegenständen ausführen. Zusammen mit der Sonnenbrille kann jeder zu einer One Minute Sculpture werden und fühlen, was man sagen könnte, wenn man die Realität genauer betrachtet: „OH NO“.
Erwin Wurm (geb. 1954 in Bruck an der Mur, Österreich) lebt und arbeitet in Wien und Limberg, Österreich. Im Laufe seiner Karriere hat Erwin Wurm die Vorstellungen von Skulptur radikal erweitert und dabei deren Begriffe von Zeit, Masse und Oberfläche, Abstraktion und Darstellung hinterfragt.
Erwin Wurm wurde mit seinen One Minute Sculptures bekannt, die er 1996/1997 begann. In diesen Arbeiten gibt Wurm den Teilnehmern Anweisungen, die Handlungen oder Posen mit Alltagsgegenständen wie Stühlen, Eimern, Obst oder Pullovern vorgeben. Diese Skulpturen sind von Natur aus vergänglich, und durch die Einbeziehung von Fotografie und Performance in den Prozess hinterfragt Wurm die formalen Eigenschaften des Mediums sowie die Grenzen zwischen Performance und Alltag, Zuschauer und Teilnehmer.
Mit seiner Serie One Minute Sculptures untersucht Wurm die Idee des menschlichen Körpers als Skulptur, während andere Werke Alltagsgegenstände auf beunruhigende Weise anthropomorphisieren – indem sie Handtaschen Beine hinzufügen, wurstähnliche Formen verzerren (Abstract Sculptures) oder das Volumen technischer Objekte vergrößern (Fat Car, Fat House). Wurm betrachtet den physischen Vorgang des Gewichtszuwachses und -verlustes als skulpturale Geste und erzeugt in seinen Werken oft die Illusion von körperlichem Wachstum oder Schrumpfung. „Die Veränderung des Volumens ist das Wesen der Skulptur, sei es durch Reduktion (Holz- und Marmorschnitzerei) oder durch Hinzufügen von Masse (Modellieren und Hinzufügen von Material). Für mich ist es entscheidend zu betonen, dass man durch die Veränderung des Volumens auch den Inhalt verändert.“
Während Wurm Humor als wichtiges Mittel betrachtet, wirft sein Werk wesentliche philosophische, psychologische und soziale Fragen auf. Oftmals liegt eine Kritik an der heutigen Gesellschaft zugrunde, insbesondere als Reaktion auf die kapitalistischen Einflüsse und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Druck, den der Künstler als Widerspruch zu unseren inneren Idealen ansieht. Wurm betont diese Dichotomie, indem er im Grenzbereich zwischen Hoch und Niedrig arbeitet, um das zu erforschen, was er als groteske und erfundene Realität ansieht.




“Art opens new perspectives. I believe that if we look at reality through the lens of the absurd and the paradoxical, we might see more.” Erwin Wurm
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