Augenblicke – eine Kulturgeschichte der Brille

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Augenblicke – eine Kulturgeschichte der Brille

Das handliche Büchlein „Augenblicke“ der Literaturwissenschaftlerin Stefana Sabin gibt in knapp 100 Seiten einerseits kurzweilige und andererseits historisch recherchierte Einblicke in die Kulturgeschichte der Brille.

Mit vielen Geschichten und Anekdoten versehen, macht das Lesen zur Geschichte der Brille Freude. Neben bekannteren Begebenheiten – wie Kaiser Nero’s Smaragd und Alhazens Schatz der Optik – finden sich Hinweise auf Brillen aus Kunst und Literatur bis hin zur Gralsdichtung.

Nur die Reichsten konnten sich Brillen leisten

Prominente Brillenträger fanden sich bereits in der frühen Brillengeschichte. So berichtet Sabin neben vielen anderen Erzählungen über die kurzsichtige Familie Medici, über den französischen Fürsten Charles d’Orléans der in seiner Ballade Par les fenetres de des yeux im 15. Jahrhundert  seine Alterssichtigkeit beklagt, über den berühmten Hans Sachs, der zu Handwerken im 16. Jahrhundert Gedichte schrieb und nicht zuletzt über Kardinal Hugo von St. Cher, der bereits um 1352 mit der ersten Brillenabbildung in die augenoptische Geschichte eingegangen ist.

Der Blick durch die Brille 

Zudem finden sich Hinweise auf Brillen, die in der Malerei der letzten sieben Jahrhunderte integriert wurden. Auch neuere Hinweise geben Aufschluss zur Brillengeschichte. Haben Sie beim Lesen von Umberto Eco’s „Name der Rose“ gut aufgepasst und den Streit um die Brillenerfindung zwischen Pisaner und Florentiner mitbekommen?

Das Büchlein „Augenblicke“ jongliert gekonnt zwischen Brillenhistorie und dazu passenden Anekdoten von 77 nach Christus bis in das 20. Jahrhundert. Ein Bildnachweis auf den letzten Seiten könnte den einen oder anderen Urlaub um einen Brillenaspekt bereichern.

Die Literaturwissenschaftlerin Stefana Sabin hat in Frankfurt, Haifa und Los Angeles studiert und hat im Jahr 1982 mit einer literaturwissenschaftlichen Studie promoviert. Seit dieser Zeit  ist sie Mitarbeiterin der Neuen Zürcher Zeitung und hat einige Bücher geschrieben.

Das im Wallstein Verlang erschienene Werk kostete zum Erscheinungszeitpunkt dieses Artikels 18 Euro. Eine Bestellmöglichkeit finden Sie unter anderem hier.