Bericht zum HOYA Kaminabend

Mittwoch 8. Oktober 2014 fand die Fortsetzungsveranstaltung vom ersten Teil der Kaminabende im November des letzten Jahres mit Prof. Dr. Heilig und Walter Gutstein, PhD in den Räumlichkeiten der Bel-Etage des Café Landtmann statt.

Ohne stabilem Tränenfilm keine korrekte Refraktion

Ohne stabilem Tränenfilm keine korrekte RefraktionIn seiner Einleitung ging Prof. Dr. Peter Heilig auf die Wichtigkeit des Tränenfilms ein. So ist eine gute Refraktion laut Heilig bei Probanden mit Tränenfilmstörungen nur mit Lipidsprays, Nachbenetzungstropfen und einer zuvor ausreichend zugeführten  Flüssigkeitszufuhr (keine Dehydration) möglich. Da die Tränenflüssigkeit als erste brechende Fläche des Auges wirkt, ist es besonders störend wenn diese nicht homogen ist. 

Die innere Uhr des Menschen und die Auswirkung des blauen Lichtes für den Tag-Nachtrythmus

Viele Zellen in unserem Körper besitzen eine innere Uhr. Neben den Stäbchen und Zapfen gibt es noch den 3. Rezeptor der für Hell-Dunkel zuständig ist. Der Lichtimpuls wird gesammelt zum Nucleus suprachiasmaticus geschickt. Dort befindet sich die „Master Clock“, die innere Uhr. Fasern ziehen von dort weiter zur Zirbeldrüse (Glandula pinealis), welche das Hormon Melatonin ausschüttet. Wenn man in der Nacht hellem Licht – vor allem mit hohen Blauanteil – ausgesetzt wird, dann erzeugt dies Stress mit all seinen negativen Auswirkungen. 

Visusmessungen im photopischen und im mesopischen Bereich

Visusmessungen im photopischen und im mesopischen Bereich

Walter Gutstein, PhD berichtet in seinem Vortrag, dass die zur Zeit üblichen Visusmessungen im photopischen Bereich (Tageslicht) durchgeführt werden, jedoch viele Probanden über Probleme im mesopischen Bereich (Dämmerungslicht) klagen. Makulopathien verlängern zudem die Zeit für die Dunkeladaptation wesentlich.

Ebenso kommt es bei Medientrübung zu stärkerer Streuung des blauen Lichtes, welches sich vor allem durch die hohen Blauanteile der Autoscheinwerfer neuerer Bauart, als besonders unangenehm herausstellt. Störend machen sich auch die Bildschirme und Handys mit den hohen Blauanteilen im ausgestrahlten Licht bemerkbar.

HOYA KAMINABENDLichtbelastungen im Straßenverkehr

Prof. Dr. Heilig kritisierte die erhöhte Lichtbelastung, welche durch extreme Helligkeiten von Scheinwerfern und Beleuchtungen verursacht wird. Dadurch kann zwar „gesehen“ aber nicht mehr wahrgenommen werden.  Dies hat zur Folge, dass gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Kinder, übersehen werden.

Ebenso sind Lichtschäden an Kinderaugen leichter möglich, da die Augen-Medien der Kinder noch sehr klar sind. Eltern sollten darauf sensibilisiert werden, dass das UV-Licht für Kinder schädlicher ist als für Erwachsene. Deshalb sollten Kinderaugen ganz besonders gut mit UV-schützenden Brillengläsern, guten Sonnenbrillen und Schirmkappen geschützt werden. 

Fundusbilder ab einer Pupillengröße von nur 1,5 mm

Im Anschluß stellte Martin Decker, Country Acount Manager Hoya Lens Österreich, den easy scan von I-Optics vor. Mit dem Scanning Laser Opthalmoskop (SLO) kann man Fundusbilder bereits bei einer Pupillengröße von nur 1,5 mm darstellen. Da mit Infrarotlicht fotografiert wird, ist auch mit keinem Lichtschaden zu rechnen. 

Kunst vom Augenarzt zur Sensibilisierung hinsichtlich einer erhöhten Lichtbelastung

Prof. Dr. Heilig "Viel zu hell"
Prof. Dr. Heilig „Viel zu hell“

Die Weiterbildung der Optiker in Kooperation mit dem Augenärzten ist äußerst begrüßenswert und bringt allen Beteiligten nicht nur Wissensvorteile, sondern fördert auch den persönlichen Kontakt und ein respektvolles Miteinander zum Vorteil des Probanden. 

Susanne Nemetz, MSc

Die Autorin dieses Artikels, Susanne Nemetz, MSc
Augenoptikerin & Master of Science (Klinsche Optometrie/Clinical Optometry)

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