Glaucoma – neues Handbuch für Gesundheitsberufe und Betroffene

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Etwa 0,5 bis 3 Prozent der europäischen und amerikanischen Bevölkerung erkranken nach aktuellen Schätzungen an einem Glaukom. In der Gruppe der über 60-jährigen nimmt die Häufigkeit auf cirka 6 Prozent zu. Weltweit sind um die 70 Millionen Menschen von einem Glaukom betroffen. Im Hans Huber Verlag ist aktuell die dritte Edition vom Handbuch „Glaukom“ erschienen. Das Buch wurde für Gesundheitsberufe, Allgemeinmediziner und Betroffene geschrieben.

Einführung in Thematik und englischer Terminologie

Autor Prof. Dr. Josef Flammer, ärztlicher Direktor der Universitätsaugenklinik Basel, hat das Buch in der ersten, deutschsprachigen Auflage bereits im Jahr 2000 verfasst. Die zweite deutschsprachige Auflage wurde dann in Englisch, Französisch und Italienisch übersetzt. Die vorliegende dritte Auflage wurde zuerst in englischer Sprache publiziert.

Ausführliches Fotomaterial und anschauliche Illustrationen

Die von uns gelesene dritte Auflage in Englisch, bietet dem angehenden Optometrie-Studenten einen groben Überblick über die Thematik und kann ganz gut zur Erlernung der englischen Terminologie betreffend des Glaukoms als Vorbereitung vor dem erstmaligen Besuch englischsprachiger Uni-Vorlesungen zu dieser Themenstellung dienen. Auch für den praktizierenden Augenoptiker ist das Buch eine Gelegenheit sein Wissen aufzufrischen und zu vertiefen. Dies ist insofern wichtig, da eine möglichst frühe Erkennung eines Glaukoms kausal für eine erfolgreiche Behandlung des Betroffenen ist. Augenoptiker und Optometristen müssen Zeichen und Symptome kennen, um ihre Klienten gezielt frühzeitig einer ophthalmologischen Kontrolle und Behandlung zuführen zu können. Auch für die Beratung ist ein Standardwissen zum Thema Glaukom unumgänglich. Erwähnenswert sind das ausführliche Fotomaterial und die anschaulichen Illustrationen, die sowohl dem Augenoptiker als auch dem Betroffenen eine erste Einarbeitung in die Materie leicht machen.

Zu Beginn des Buches werden anatomische und physiologische Faktoren erläutert, die zu einem Glaukom führen können. Eine anschließende Klassifizierung der unterschiedlichen Glaukom-Typen geben einen groben Überblick über die Varianten der Krankheit. In der Folge werden Risikofaktoren wie Lebensalter, Rasse, positive Familienanamnese, Fehlsichtigkeiten und andere Faktoren aufgezählt und im Zusammenhang mit einer möglichen Begünstigung für die Auslösung eines Glaukoms erörtert. Im anschließenden Kapitel wird die Pathogenese des Glaukoms erklärt. So werden die Ursachen der Ganglienzellen-Apoptose und deren Axone durch Erklärung der Vorgänge in Folge Ischämie, Durchblutungsstörungen, mechanischen Stress und oxydativen Schädigungen aufgezeigt.

Untersuchungsmethoden und Therapien

In weiteren Teilen des Buches werden gängige Untersuchungsmethoden wie Tonometrie, Perimetrie, Gonioskopie, Evaluierung von Veränderungen der Papille und der Sehnervenfaserschicht, Farb- und Kontrastsehen, Laser Scanning Tomografie, Geräte zur Analyse der Nervenfaseschicht, Elektroretinografie und visuell evozierte Potentiale in Kurzform erklärt. Ausführlicher sind die Anzeichen von Durchblutungsstörungen, wie z.B. kalte Hände, niedriger Blutdruck und conjunktivale Dysregulierungen der Blutgefäße abgehandelt. Bei den Therapien werden die medikamentösen und operativen Möglichkeiten beleuchtet. Neuroprotektive Ansätze werden nur erwähnt – in unmittelbarer Zukunft werden wahrscheinlich noch genauere Erkenntnisse betreffend neuroprotektiver Interventionen in solchen Publikationen zu berichten sein. Die Operationsmethoden sind wie schon im Rest des Buches mit hervorragendem Bildmaterial versehen. Das letzte Kapitel des „Glaukom-Teils“ befasst sich mit dem Einfluss von Ernährung und Lebensgewohnheiten, welche unter Umständen ein Glaukom beeinflussen könnten.

Im großzügigen Anhang finden sich des weiteren Informationen unter anderem zur Anatomie, Physiologie, embryonaler Entwicklung des Auges, Genetik, Fehlsichtigkeit, Katarakt, Arteriosklerose, Diabetes Mellitus, vaskuläre Dysregulationen und AMD. Der Autor verliert damit nicht den Kontext zum Glaukom, sondern zeigt damit die notwendigen Zusammenhänge auf. Das Buch wird abgeschlossen durch ein Glossar und einem Katalog von Glaukom Präparaten mit Markenbezeichnungen und generischen Namen.

Fazit

Das Handbuch „Glaucoma“ umfasst in der 3rd Edition 439 Seiten, ist in Englisch geschrieben und glänzt durch ausführliches Fotomaterial und übersichtlichen Illustrationen. Für einen ersten Überblick und zum Erlernen der englischen Terminologie ist es sehr gut geeignet. Das Buch kostete zum Zeitpunkt dieses Artikels € 41,00 und kann bequem online bestellt werden.