Dem durchschnittlich dreijährigen Wiederkaufrhythmus einer Brille folgend, wurden, nach dem Jahr 2013, Ende Mai 2016 Teile der Redaktionsräume der Straßenzeitung „Augustin“ wieder für einen Tag in ein „Augenoptikfachgeschäft“ verwandelt.
Auch in diesem Jahr gelang es Jürgen Mauch, MSc (Jöschau Optik, Eisenstadt) und dem Journalisten und Augenoptiker a.D. Mario Lang die Kollegen Hannes Führinger (Optik Führinger, Wien), Peter Siedl, MSc (Panoptik, Wien), Stefan Guba, MSc (Kontaktlinseninstitut Andreas Nolze, Wien), Christoph Rauter (Sehkraft, Wien) und Dieter Medvey, MSc (Optik Medvey, Wien) für dieses Projekt zu gewinnen. Erstmals konnten die männlichen Kollegen auf weibliche Unterstützung in Person von Lisa Lechner (Jöschau Optik) zählen.
Gutes Sehen wie der Tintifax
Ab etwa 9 Uhr früh wurden rund 60 Augenpaare von obdachlosen Menschen an vier Stationen zunächst refraktioniert. Wie auch im Alltagsleben des Optikers üblich, folgte nach der objektiven die subjektive Refraktion. Dabei konnte der Autor nach erfolgter Refraktion folgende Aussage eines Kunden aufschnappen, die sich offenbar an eine neben ihm stehenden Dame richtete: „Heast, mit dera neichen Stärken schaust aus wia da Tintifax!“ Die Refraktionsbrille abnehmend: „Ohne dera Brülln oba a!“
Danach ging es munter zur Fassungsauswahl und es wurde, wie auch in der Vergangenheit, tief in die verkaufspychologische Trickkiste gegriffen: „Waunst du die schiache Brülln nimmst, red i mit dir ka Wurt mehr!“ oder „Mit dera Brülln findst du nie a Frau (wahlweise auch durch das Substantiv „Mann“ ersetzbar)!“
Fassungsspenden von der Firma Radlinger und Optik Friedrich Tringler

Großzügige Spenden von Fassungen konnten von den Firmen Radlinger (Ried/Innkreis) und Optik Friedrich Tringler (Wien) entgegengenommen werden. Auch dieses Mal konnte ein breites Repertoire von Fassungen aus aller Herren Länder und Epochen präsentiert werden.
Hoya stellte kostenlos Brillengläser zur Verfügung

Wie auch vor drei Jahren wurden die Brillengläser kostenlos von dem internationalen Glashersteller Hoya Lens zur Verfügung gestellt. Die fachgerechte Einarbeitung der rund 90 Brillen erfolgte durch Lisa Lechner und Optik Medvey.
Etwa ein Monat später konnten die Kunden ihre neuen Brillen abholen. Mario Lang widmete eine Ecke seines Redaktionsbüros in eine optische Werkstatt um, damit er die Brillen nach allen Regeln der Kunst anpassen konnte. Auch dieses Mal war es für alle Beteiligten sehr schön dabei gewesen zu sein und die aufrichtige Dankbarkeit der Menschen als Lohn in Empfang nehmen zu dürfen.



