Der verhüllte Blick – Kulturgeschichte der Sonnenbrille

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Der verhüllte Blick

„Mit der Erfindung der Sonnenbrille stand Frauen und Männern ein neues Accessoire der Verhüllung bereit“, so Autorin Karin Hartewig im Vorwort Ihres Sonnenbrillenbuchs „Der verhüllte Blick“. Das 152 Seiten umfassende Buch berichtet ausführlich über die Geschichte, Formen, berühmte Sonnenbrillenträger/innen und so manche Anekdote zu Sonnenbrillen.

Die Sonnenbrille als Kultobjekt im Wandel der Zeit

Ob Knochenbrille der Eskimos, Kaiser Nero’s Spleen Gladiatorenkämpfe durch einen Smaragd zu betrachten oder Richardsons bewährte Doppelbrille mit einschwenkbaren Sonnengläsern. Das vorliegende Sonnenbrillenbuch gibt dazu interessante Einblicke, wie sich der Schutz der Augen gegen das grelle Licht in den letzten Jahrhunderten entwickelte. Durchwegs kurzweilig lassen sich auch Werbesujets zu Sonnen- und Schutzbrillen der letzten hundert Jahre betrachten. Selbst von der Zeit des zweiten Weltkrieges – sogar im damals besetzten Paris – sind Werbeaufnahmen mit Sonnenbrillen erhalten geblieben. Die Autorin zeigt unter anderem ein Foto von jungen Damen mit weißen Sonnenbrillen (welche durchaus auch heute tragbar wären) in einem Pariser Straßencafe. Die Brillenmode der 50er, 60er und 70er waren aus heutiger Sicht hinsichtlich des Designs mutige Jahrzehnte. Das eine oder andere Revival greift ja heute noch auf diese Formen zurück. Großartig unter anderem auch ein Foto von Elvis mit weiblichen blondierten Fans und weißen Cat-Eye-Sonnenbrillen aus dem Jahr 1956.

Formen und Mode

Aviatorform, Wayfarer, Schmetterlingsform, Jackie-O-Design und viele andere Formen der letzten Jahrzehnte werden nicht nur genau beschrieben, sondern finden auch hinsichtlich der Herkunft und prominenter Träger/innen genaue Beachtung. Ein kleiner Sonnenbrillen-Knigge berichtet was man mit einer Sonnenbrille machen und nicht machen sollte.

Magie, Macht und Sicherheit

Richter im China des 12. Jahrhunderts. Indianer, Herrscher, Despoten und Terroristen der letzten Jahrzehnte. Ja selbst Abgeordnete im Parlament. Karin Hartewig hat imposante Aufnahmen zusammengetragen, die einem Moment im Leben wiedergeben, in dem die Protagonisten ihre Augen lieber hinter dunklen Scheiben verstecken. In weiteren Kapiteln des Buches beschreibt die Autorin Filme mit berühmten „Sonnenbrillen-Darstellern“ und zeigt den einen oder anderen Exzentriker, die sich unter anderem über ihre Sonnenbrille definieren.

Ein umfassendes Literaturverzeichnis macht Lust zum weiteren Investigieren zum Thema Sonnenbrillen und komplettieren das durchwegs erwähnenswerte Buch, welches im Jonas Verlag erschienen ist. Um nur 15 Euro erhältlich, lohnt es sich für Augenoptiker/innen durchaus sich mit Hilfe dieses Buches mit Geschichten rund zur Sonnenbrille näher zu beschäftigen.