Unsere Erfolgslinse jetzt auch für Kleingedrucktes ganz gross: die Modula L Multi

Höchster Trage- und Sehkomfort. Eine exzellente Optik. Optimaler Tränenaustausch dank unserer ATE-Technologie und eine perfekte Zentrierung. Dies sind nur einige der vielen Stärken, die für unsere neue formstabile Komfort-Linse Modula L Multi sprechen. Sie erlaubt ein natürliches Sehen über alle Distanzen und macht daher multifokales Sehen angenehmer denn je. Die hervorragende Zentrierung der Modula L kombiniert mit dem Multi-Mehrstärkendesign schafft eine exzellente Grundlage für eine optimale Sicht in Ferne, Nähe und Zwischendistanz. Dieser Beitrag zeigt Ihnen anhand eines Anpassfalls, wie einfach und erfolgreich eine für beide Seiten zufriedenstellende Anpassung der Modula L Multi ist.

1 Anpassung der Rückflächengeometrie

Die Modula L Multi ist als rotationssymmetrische, rücktorische und bitorische Linse erhältlich. Das Ziel ist eine parallele periphere Auflage mit dezenter zentraler Überbrückung, optimaler Zentrierung und Unterspülung bei geringer Bewegung.

2 Funktionsprinzip und Anpassung der Modula L Multi

Die Grundidee des multifokalen Aufbaus der Modula L Multi (Fernzone zentral) ist ein Simultanprinzip mit geringer alternierender Unterstützung. Aufgrund der optimalen Zentrierung und geringen Bewegung wird die Fernzone kleiner im Vergleich zur bekannten Modula A / M Multi angepasst. Nach unseren Erfahrungen empfehlen wir eine Fernzone auf beiden Augen von 3.50mm. Sie ist zwischen 3.00 und 4.00mm in 0.25mm Abstufungen wählbar, um auf individuelle Sehanforderungen und Pupillendurchmesser einzugehen. Ausserdem ist sie als Modula L Multi Invers lieferbar, bei der zentral die Nähe eingearbeitet ist.

Die Wahl der Addition entspricht der Brillenglasrefraktion bei geringen Ametropien. Höhere Korrektionen erfordern eine Additionsbestimmung über Einstärkenlinsen. Als Simultanprinzip mit alternierender Unterstützung ist die Form und Beschaffenheit des Unterlides von entscheidender Bedeutung für die Positionierung und Bewegung der Linse. Auch wenn eine Modula L insgesamt weniger dynamisch ist im Vergleich zu kleineren Corneallinsen, werden über das Unterlid Kräfte auf die Linse übertragen, die die vertikale Dynamik der Contactlinse ermöglichen.

3 Simultan mit alternierender Unterstützung: es funktioniert

3.1 Anamnese

Herr K., 51 Jahre alt, langjähriger Weichlinsenträger, trug beim Anamnesegespräch weiche multifokale Halbjahres-Contactlinsen. Seine täglichen Sehaufgaben wie Autofahren, Computerarbeitsplatz, häufiger Kundenkontakt, Biken, Skifahren und weitere sportliche Betätigungen machen diese Anpassung zu einer optisch anspruchsvollen Aufgabe. Herr K. beklagte beim Anamnesegespräch die Kontrasteinbussen, welche auf das simultane multifokale Weichlinsensystem zurückzuführen sind, weswegen wir uns für die Anpassung der neuen Modula L Multi entschieden haben. Nicht zu guter Letzt sei auch der gesundheitliche Aspekt stabiler CL zu erwähnen.

Refraktion:
OD  +1.25      V 1.25  Add 1.50 
OS  +1.50  -1.00  A 100°  V 1.25  Add 1.50 


Dominanz:
OD motorische Dominanz

Pupillendurchmesser:
photopisch OD / OS 3mm

Vorderer Augenabschnitt:
Sowohl im Weisslicht, als auch mit Fluoreszein keine Auffälligkeiten

Topographie:
OD 7.86 (22.1°)/7.73 (112.1°) nE 0.42
OS 7.84 (135.9)/7.66 (45.9°) nE 0.49

Topometrie OD  Topometrie OS
Abb-1: Topographien OD und OS

3.2 Monofokale Diagnoselinsen

Für die erste Sitz- und Fernvisuskontrolle gilt es, eine optimale Geometrie und dioptrische Wirkung mit den monofokalen Diagnoselinsen zu erreichen. Dies ermöglicht eine gute Prognose der nötigen, geringen Dynamik durch das Unterlid sowie der allgemeinen Toleranz stabiler Contactlinsen.

Folgende Diagnoselinsen wurden ausgewählt:

OD: Modula L 7.8/ +1.25 / 10.8
–> Überref. Ferne 0.0 dpt // Visus 1.6

OS: Modula L 7.75/ +1.50 / 10.8
–> Überref. Ferne -0.5 dpt // Visus 1.6

Die hervorragenden Visusleistungen, welche mit Modula L erzielt werden, sind Feedback vieler Anpasser. Teilweise wird eine signifikant bessere Sehschärfe als mit kleineren Corneallinsen erreicht, was zum einen durch die gute Zentrierung der Contactlinse relativ zur Pupille und zum anderen durch die spezielle Rückflächengeometrie der Modula L erklärt werden kann.

Mit diesen Contactlinsen wurde in der Ferne ein Visus von 1.60 und aufgrund der geringen Monovision ein Visus von 0.80 in der Nähe erreicht. Die Überrefraktion von -0.50dpt auf dem linken Auge bringt binokular keine Visusverbesserung in der Ferne. Da ein Gewinn in der PC-Distanz hilfreich für den beruflichen Alltag des Kunden ist, wurden die Mehrstärkenlinsen in identischen Fernwerten bestellt.

Die Contactlinsen zeigten eine geringe vertikale Dynamik aufgrund des tangierenden Unterlids (vgl auch Abb 3).

3.3 Rezeptlinsen: Modula L Multi

Die Modula L Multi ist in folgenden fünf Zonengrössen verfügbar: 3.00 / 3.25 / 3.50 / 3.75 / 4.0

Die photopische Pupillengrösse von 3 mm und die tangierende Unterlidsituation haben zu der Entscheidung geführt, eine Fernzone von 3.50 mm zu wählen. Zudem haben wir mit dieser Zonengrösse als Standard enorm gute Erfahrungen gemacht.

Folgende Contactlinsen wurden bestellt:

OD: Modula L Multi 7.80 / +1.25 / 10.80 Add 1.50 Fernzone 3.50
OS: Modula L Multi 7.75 / +1.50 / 10.80 Add 1.50 Fernzone 3.50

Der Kunde erfreute sich an einem spontan relativ angenehmen Tragegefühl und einem überraschend klaren Sehen, sowohl in der Ferne als auch in der Nähe. Ein Blick auf die Spaltlampenbeurteilung verdeutlicht, weswegen: Eine gleichmässige Druckverteilung (vgl. Abb 2) bei gleitender Bewegung sorgt beidseits für eine hohe Spontanverträglichkeit. Das ATE Design gewährleistet einen aktiven Tränenaustausch. Die ausserordentlich gute Sehqualität ist ausserdem auf die Überbrückung der leichten Hornhautirregularität superior und die gleichmässige Bewegung der Contactlinsen zurück zuführen.

Der spontan gute Nahvisus ist auf die Besonderheit des simultan-alternierend gewählten Systems mit der passenden Unterlidposition zurückzuführen. Es zeigt sich, dass die Contactlinse beim Blick geradeaus durch das Unterlid zentrisch gehalten wird. Beim Blick nach unten gleitet sie ein wenig nach oben, womit die Nahwirkung der Linse vor der Pupille dominiert (vgl. Abb 3).

OD Fluo zentral OS Fluo zentral
Abb-2: Modula L Multi: Fluoreszeinbilder OD und OS

Modula L Multi zentrischer Sitz Modula L Multi Blick nach unten
Abb-3: Modula L Multi auf dem rechten Auge. Bei Blick geradeaus zeigt sie ein zentrisches Sitzverhalten. Beim Blick nach unten wird sie durch das Unterlid leicht nach oben verschoben wodurch der peripher liegende Nahbereich besser genutzt werden kann. 

Der bei zentrischem Sitz vorhandene Anteil des Nahteils vor der Pupille wird in der Ferne als weniger störend empfunden als wie bei den vorherigen Weichlinsen. Beim Biken hat der Kunde eine uneingeschränkte Fernsicht, die Nahsicht wird durch den simultan-alternierenden Effekt gewährleistet. Der Kunde beschreibt es wie folgt: «Wenn i in Coop oder id Migros go poschte goh, isch es glegentlich nöd so scharf und dütlich wiä generell undertags. Nachts han i aber gar kei Problem. Generell sind Linse für mi än Gwünn und i bin tip top zfriede.»

Herr K. nimmt demnach gelegentlich leichte Unschärfen in der Peripherie und Kontrasteinbussen wahr, die aber nicht als störend empfunden wurden. Im Alltag bewähren sich die Contactlinsen sehr gut, und sie sind ein deutlicher Gewinn für ihn. Auch bei Nacht empfand er das Sehen als angenehm. Sie sind für die verschiedenen Sehanforderungen sehr gut geeignet und der Tragekomfort wird als positiv wahrgenommen.

4 Fazit

Eine der Voraussetzungen für hohe Erfolge mit formstabilen konzentrisch aufgebauten Mehrstärkenlinsen, ist eine optimale Zentrierung der zentralen Zonen vor der Pupille. Aus diesem Grund war es naheliegend, die Modula L, die sich unter anderem durch die hervorragende Zentrierung auszeichnet, auch als simultane Mehrstärkenlinse anzubieten.

Sie ist sowohl als Modula L Multi (Ferne zentral) als auch als Modula L Multi Invers (Nähe zentral) lieferbar. Beide Typen sind in verschiedenen Fern- bzw. Nahzonen und mit individueller Addition erhältlich, damit die unterschiedlichen Sehanforderungen und Pupillendurchmesser berücksichtigt werden können.

Wir empfehlen für Neuanpassungen die Modula L Multi zu wählen. In der Regel zeigt auch eine grosse grenzlimbale Linse einen geringen Alternierungseffekt bei Abwärtsblick, wodurch die peripher liegende Nähe optimal genutzt werden kann.

Übrigens: ein Selbstversuch hilft Ihnen Ihre Kundenaussagen besser zu verstehen und einzuschätzen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

=> Weitere Informationen zu Modula L und Modula L Multi (Invers) finden Sie unter www.galifa.ch.

Autor dieses Artikels
Dirk Seidel
staatlich geprüfter Augenoptiker/Augenoptikermeister
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