Neu im DOZ-Verlag: MKH in Theorie und Praxis

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Die Mess- und Korrektionsmethodik nach Haase – kurz MKH genannt – ist ein optometrisches Prüfverfahren, dass sich nahtlos an die subjektive Refraktionsbestimmung anschliessen lässt. Obwohl das Verfahren zur Beseitigung asthenopischer Beschwerden erfolgreich beiträgt, wird es wohl nicht zuletzt weil der der Entwickler Augenoptiker war von Teilen der Ophthalmologenschaft kritisiert. Ansatzpunkt der Kritik waren häufig theoretische Modellvorstellungen von Haase, die bis dato noch nicht wissenschaftlich erklärt werden konnten. Volkhard Schroth, der Autor vom in der 2. Auflage erschienen Buch „MKH in Theorie und Praxis“, hat sich zum Ziel gesetzt, Antworten auf noch offene Fragen zur Theorie zu suchen. Im vorliegenden Buch, zeigt Schroth dem Leser den aktuellen Wissenstand und vermittelt einen roten Faden zur Korrektion von Heterophorien.

Zusammenhängende Betrachtung

Dabei bleibt Schroth dem ganzheitlichen Vorgehen eines Optometristen treu. So erhält der Leser im Vorfeld einen Überblick über eine gezielte Anamnese inklusive einem Muster für ein Protokoll. Dazu empfiehlt Schroth im Vorfeld einer MKH Messungen Funkionstests wie Visusbestimmung, Covertest, Motilitätsprüfung, Konvergenznahpunkt-Messung und Akkommodationsnahpunkt-Messung durchzuführen. Alle diese Vorfelduntersuchungen werden einzeln erklärt.

Grundlagen, Durchführung und Grenzen der MKH

Bevor Schroth ins MKH-Detail geht, erhält der Leser eine sehr praxisnahe und anschauliche Vermittlung der MKH-Grundlagen, also eine Übersicht über die einzelnen Tests, allgemeine Korrektionsregeln an den Tests, binokularen Feinabgleich, Nahtests, Klientenberatung und Nachbetreuung. Auch weist der Autor auf die Problematik einer durch Prismen induzierten, astigmatischen Wirkung und dessen Begebung hin. Im Weiteren wird auf die Grenzen der MKH eingegangen, unter anderem auch auf den 1961 von J. Lang geprägten Begriff des Mikrostrabismus. Unter dem Hinweis, dass der Begriff in der internationalen Literatur bis heute nicht ganz einheitlich benutzt wird, erläutert Schroth die Möglichkeiten zur Abgrenzung einer Fixationsdisparation zu einer anomalen Korrespondenz mit einem Stellungsfehler zwischen 0,5 und 5,0 Grad.

Den Löwenanteil des Buches stellt die korrekte Nutzung der MKH Ferntests dar. Einen Schwerpunkt stellt dabei die optimale und vollständige Fragestellung dar. Bei jedem der einzelnen Tests findet sich neben der Fragestellung, der Wahrnehmung auch die Erläuterung und das Vorgehen bei jeder möglichen Variante. Bei jeder der Varianten ist zudem bildlich der visuelle Eindruck des Klienten dargestellt, was eine Einarbeitung in die Materie sehr vereinfacht.

Gegen Ende des Buches findet der Leser noch eine Checkliste bei Problemen mit Gleitsichtgläsern und eine Vorgangsweise bei Kindern mit Lese-Rechtschreibproblemen. In diesem Kapitel wird neben der Anwendung der MKH bei Kindern unter anderem auch die Verwendung von Farbfolien nach Arnold Wilkins – eine Weiterentwicklung der Folien nach Irlen – erläutert. Für jene, die sich auch in die Theorie der MKH vertiefen wollen, ist ein weiteres Kapitel im Buch gewidmet.

Fazit

Mit dem vorliegenden Buch "MKH in Theorie und Praxis" ist Volkhardt Schroth eine übersichtliche und praxisnahe Anleitung zur Anwendung der MKH gelungen. Es wird vor allem dem Einsteiger in die MKH zur Erlernung der Methodik gute Dienste leisten. Aufgrund der ausführlichen aber übersichtlich gehaltenen Beschreibungen, ist das Buch aber auch zum schnellen Nachschlagen für den praktizierenden Optometristen oder Augenoptikermeister bei einer Ungewissheit in einem konkreten Fall gut geeignet. Das im DOZ Verlag erschienene Buch kostet 49,90 Euro zuzüglich Versand und kann selbstverständlich online bestellt werden.