Relax – Myopie Management mit System

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Relax - Myopie Management mit System

Die Relax ist eine Kontaktlinse für Kinder und Jugendliche mit einer progredienten Myopie. Die Kontaktlinse entspannt das Sehen und kann ein weiteres Fortschreiten der Myopie vermindern. Sie ist als sphärische und torische Weichlinse, als Formstabile und Orthokeratologie Kontaktlinse erhältlich.

Geometrie

Mit der Hyperopic Defocus Control (HDC)™ Geometrie der Relax Kontaktlinse werden die peripheren Abbildungsfehler einer Minuslinse kontrolliert. Damit wird der sogenannte hyperope Defokus in der Peripherie der Netzhaut korrigiert und die eine optimale Abbildung auf der ganzen Netzhaut gewährleistet (Myopie Management). Der Kontaktlinsenaufbau ist ähnlich dem einer Multifokallinse, wobei sich die Ferne ausschließlich im Zentrum befindet.

Die Optikzone hat eine vorberechnete Polynomprogression. Zur Berechnung der optischen Zone verwenden Sie bitte unser Berechnungstool.

Wirkung peripherer Additionen bei weichen Kontaktlinsen zur Myopiekontrolle am Auge

Die Vorteile von weichen Multifokallinsen und Orthokeratologie bei der Myopiekontrolle sind weithin anerkannt und durch verschiedene Designs wissenschaftlich belegt. Topografen werden in der Regel eingesetzt, um orthokeratologische Effekte zu überprüfen.

Verwendung der Topographie zur Wahl der optimalen Peripherie

Mit einer Topografie über die Kontaktlinse kann man sehr gut die Wirkung und Zentrierung der weichen multifokalen Kontaktlinse erkennen. Vergleicht man die unterschiedlichen Designs der weichen Kontaktlinsen mit einer Topografie einer Hornhaut, die unter orthokeratologischem Einfluss steht, erkennt man die Ähnlichkeit der Wirkungsweise. Die periphere Addition von multifokalen Kontaktlinsen mit der Ferne im Zentrum zeigt das gleiche topografische Bild wie bei einer typischen OrthoK Anpassung.

Topografische Messungen von weichen multifokalen Kontaktlinsen auf dem Augen zeigen sehr deutlich die Wirkungsprofile der entsprechenden Kontaktlinse. Sowohl die Wirkung der Addition als auch der Durchmesser der Fernzone (Zoc) sind zu erkennen.

Topographie Relax mit Add +2.50, Zoc 4.50Abbildung 1: Topographie Relax mit Add +2.50, Zoc 4.50

Topographie der Hornhaut nach OrthoK mit -4.00 dptAbbildung 2: Topographie der Hornhaut nach OrthoK mit -4.00 dpt

Eine optimale Abstimmung von Pupillendurchmesser, der Addition und der Größe der Fernzone spielt für den Erfolg in der Myopiekontrolle und Sehkorrektur der weichen Kontaktlinsenoptionen, und wohl auch bei der Orthokeratologie eine wichtige Rolle.

Optimierung der optischen Zone bei individuellen Kontaktlinsen zum Myopie Management

Diverse nationale und internationale Institutionen haben Empfehlungen zum Thema Myopie Management mit Kontaktlinsen für die Augenspezialisten veröffentlicht. Auch wenn die Bedeutung der peripheren Refraktion im Zusammenhang mit der Myopiekontrolle noch nicht abschließend geklärt ist, zeigen verschiedene aktuelle Studien, dass weiche Mehrstärken-Kontaktlinsen mit der Ferne im Zentrum und auch Orthokeratologie-Kontaktlinsen adäquate Möglichkeiten der Myopie-Prävention sind.[1]

Im Durchschnitt wird mit den momentan zur Verfügung stehenden Standard-Geometrien eine Verminderung der Myopie von ca. 50% erzielt[2]. Die Übersicht der Korrektionsmöglichkeiten von Jeffrey Walline beinhaltet eine Arbeit von Dr. Thomas Aller Dr. Thomas[3], welche einen Erfolg von 70% Myopie-Reduktion verzeichnet. Liest man diese Veröffentlichung im Detail, empfiehlt Aller zusätzlich zur Refraktion auch das Binokularsehen und den Pupillendurchmesser zu prüfen[4-7], um einen höheren Erfolg mit Mehrstärken und/oder Orthokeratologie-Kontaktlinsen zu erzielen.

Optimierung der optischen Zone bei individuellen Kontaktlinsen zum Myopie Management
Daten aus Walline JJ 2016: Myopia Control: A Review.

Ist das der Schlüssel zu einer noch effektiveren Myopieprävention?

Auf jeden Fall sind Tests zum Feststellen von Abweichungen beim binokularen Nahsehen wichtig. Dazu gehören der AC/A Quotient, das Akkommodationsdefizit und die Nahphorie.

Fragen Sie die Eltern, ob Sie bei Ihrem Kind feststellen konnten, dass eines der Augen bei der Naharbeit, insbesondere im müden Zustand, vom Fixierpunkt abweicht. Dies könnte auf einen hohen AC/A-Quotienten (Verhältnis von akkommodativer Konvergenzbewegung zu aufgewendeter Akkommodation) hinweisen und ist ein Indiz, dem bei der Behandlung besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist.

Eine weitere zusätzliche Messung stellt die Phoriemessung, speziell die Nah-Phorie, dar. Eine Studie aus Malaysia ergab, dass Kinder mit einer Nah-Esophorie ein erhöhtes Risiko für Kurzsichtigkeit haben[8]. Diese kann z.B. mit dem Modified Thorington Test oder dem Schober Kreuz in 33-40 cm gemessen werden.

Des Weiteren kann auch das Akkommodations-Defizit (Lag of Accommodation) in der Nähe beim Konvergieren ein Auslöser für das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit sein[9]. Gifford[10] beschreibt, dass man ein Defizit größer als 1,00 dpt als auffällig einstufen sollte.

Testen Sie, ob ein Akkommodationsdefizit vorliegt, vor Allem bei Jugendlichen, bei denen die Nahkonvergenz normal scheint, die Akkommodation aber nicht den optischen Nahpunkt erreicht. Dadurch wird das Bild relativ zur Retina hypermetropisch, was einen Stimulus für das Fortschreiten der Myopie darstellt[11]. Bei Kindern mit beginnender Myopisierung wurde ein Akkommodationsdefizit im Vergleich zu Emmetropen festgestellt[12]. Dieses konnte aber nur bei Kindern gemessen werden, die sich in der aktiven Phase des Fortschreitens der Myopie befanden, nicht jedoch davor oder danach. Dementsprechend könnte die Bestimmung des Akkommodationsdefizits ein nützlicher Indikator für ein Fortschreiten der Kurzsichtigkeit sein. Zusammen mit den Erkenntnissen über die Esophorie ist dies ein Hinweis darauf, dass die Myopie eher in Verbindung mit einem hohen AC/C-Quotienten steht, als nur mit der Phorie oder dem Akkommodations-Defizit.

Weitere Aspekte, welche einen Einfluss auf die Myopieentwicklung haben können, sind die unterschiedlichen Aberrationen durch die Pupillengröße[13] und die Größe der peripheren optischen Zone der Kontaktlinse im Verhältnis zum Pupillendurchmesser.

Um den höchstmöglichen Erfolg bei der Myopie-Prävention mit Kontaktlinsen zu erzielen, stellt die Firma SwissLens ein Online-Berechnungstool zur Verfügung: www.swisslens.ch/toolbox. Mit diesem Tool können die Werte aus den zusätzlichen Messungen eingegeben werden und anhand dieser werden die Parameter für eine optimierte Nahzone zum Myopie Management berechnet.

Was bietet SwissLens dazu an?

Die weiche Relax Kontaktlinse der Firma SwissLens ist seit knapp 10 Jahren auf dem Markt und hat sich in der Praxis als sehr effektiv herausgestellt (van der Heide 2019)[14]. Diese individuelle Kontaktlinse ist sowohl als sphärische als auch torische Variante erhältlich und kann durch die Vielzahl an Basiskurven und Durchmessern optimal an das Auge angepasst werden. Entsprechend dem Tränenfilm kann zwischen verschiedenen Materialien, inklusive dem Silikon Hydrogel gewählt werden. Die Kontaktlinse ist als 3- und 6-Monatslinse konzipiert.


Seit 2015 gibt es das Relax System auch für formstabile Kontaktlinsen und eine spezielle Orthokeratologie-Ausführung. Die NightFlex Relax wird es zukünftig auch in dem neuen Material Contamac Infinite mit einem Dk/t von 200 geben.

Als Neuerung wird die formstabile RelaxFlex demnächst auch als 6-Monatslinse erhältlich sein, sodass immer die exakte Korrektur gewährleistet wird und es zu keiner Unterkorrektur kommt, die als negativer Faktor für Myopieprogression gilt. Zusammen mit der Toolbox, den zusätzlichen Tests und dem Relax System könnte in Zukunft eine zielgenauere Korrektion für die jungen Myopen angeboten werden.

Kontaktlinsenoptiker und Optometristen erhalten weitere Infos bei

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Referenzen:

  1. Bastian Cagnolati, Periphere Refraktion und Myopieentwicklung – Update, die Kontaktlinse, 7-8/2016
  2. Walline JJ 2016, Myopia Control: A Review.
  3. Thomas A. Aller, et all, Myopia Control with Bifocal Contact Lenses: A Randomized Clinical Trial
  4. Whatham, A., Influence of accommodation on off-axis refractive errors in myopic eyes
  5. Goss DA, Grosvenor T. Rates of childhood myopia progression with bifocals as a function of nearpoint phoria: consistency of three studies. Optom Vis Sci 1990;67:637Y40.
  6. Fulk GW, Cyert LA, Parker DE. A randomized trial of the effect of single-vision vs. bifocal lenses on myopia progression in children with esophoria. Optom Vis Sci 2000;77:395Y401.
  7. Gwiazda JE, Hyman L, Norton TT, Hussein ME, Marsh-Tootle W, Manny R, Wang Y, Everett D. Accommodation and related risk factors associated with myopia progression and their interaction with treatment in COMET children. Invest Ophthalmol Vis Sci 2004; 45:2143Y51.
  8. Chung, K.M. and E. Chong, Near esophoria is associated with high myopia. Clin Exp Optom, 2000. 83(2): p. 71-75.
  9. Charman, W.N., et al., Peripheral refraction in orthokeratology patients. Optom Vis Sci, 2006. 83(9): p. 641-8.
  10. Gifford, K. Myopia Profile – Measuring near lag of accommodation. 2015
  11. Gwiazda, J., et al., A dynamic relationship between myopia and blur-driven accommodation in school-aged children. Vision Res, 1995. 35(9): p. 1299-304.
  12. W.N. Charman, Aberrations and myopia, 2005
  13. Michaud Langis; https://www.clspectrum.com/issues/2016/march-2016/defining-a-strategy-for-myopia-control
  14. A. van der Heide, DATA ANALYSIS OF THE EFFECTIVENESS OF THE RELAX CONTACT LENS FOR REDUCING MYOPIA PROGRESSION 2019


Entgeltliche Einschaltung