Sichtkontakte 2026 in Berlin

Bei den Sichtkontakte 2026 standen Vorträge, Workshops und eine Industrieausstellung an. Zudem leitete eine kleine Diskussionsrunde mit kurzen Impulsvorträgen die Veranstaltung ein.

Dr. Sherry J. Bass war auf den Sichtkontakte 2026 mit zwei Vorträgen vertreten. Mit dem Thema Ocular Surface Tumors zeigte Bass anschaulich die häufigsten Bindehauttumore am Auge und die Unterscheidungsmerkmale sowie Risikofaktoren. „Sobald die Bindehaut dicker wird, sollte man auf alle Fälle eine Fotodokumentation erstellen,“ so Bass. Mit dem Tumoren des Augenhintergrundes beschäftigte sich dann ihr zweiter Vortrag. Hier ist ebenfalls die Dicke der Schichten entscheidend. Mit zwei Fallbeispielen erklärte sie, wie man in der Optometrie „zum Lebensretter“ werden kann.

Der Materialwissenschaftler Shuo Li, PhD, stellte sein biotechnologisch hergestelltes Hydrogel-Implantat für das Hornhautstroma vor. Bei fortgeschrittenem Keratokonus kann eine progrediente Ausdünnung verhindert werden um damit eine Hornhauttransplantation zu vermeiden. Das Implantat wurde bereits erfolgreich im Tierversuch getestet.

Prof. Dr Elias Flockerzi stellte mit einer monozentrischen Beobachtungsstudie fest, das gut angepasste Kontaktlinsen die Keratokonus-Progession nicht beeinflussen. Flockerzi gab die Auskunft, dass „die formstabile Kontaktlinsen bei Keratokonus ein Werkzeug ist, welches die Sehleistung verbessert.“

Der Humangenetiker und Physiker Peter Krawitz hat eine Möglichkeit gefunden, mit retinalen Bilddaten und KI, seltene und sehr seltene erbliche Netzhauterkrankungen, welche bei 3-5% der Bevölkerung vorkommen, zu erkennen. Damit kann die Dauer, vom ersten Auftreten der Symptome bis zur richtigen Diagnose, für die betroffenen Personen erheblich verkürzt werden.

Mit Myopie-Management hat sich Dr. Fabio Conrad beschäftigt. So konnte Conrad bei einer Myopie-Brillenglas-Studien nachweisen, dass die Längenzunahme des Auges signifikant verlangsamt werden kann. Stärkere Additionen wirken beim Myopiemanagment laut seiner Aussage besser als schwächere Additionen. Ebenso sollen bei der Ortho-K kleinere Zonen besser wirken, reduzieren jedoch den Kontrast. Auch eine längere tägliche Anwendungsdauer des Myopie-Managements soll die Wirksamkeit verbessern.

Johanna Reckzeh MSc, fragte in Ihrem Vortrag, „wie gut die deutschen Kinder augenoptisch versorgt“ wären. Mittels Fragebogen an Eltern und Augenoptiker fand sie erhebliche Versorgungslücken bei Kindern.

Das dreitägige Programm der Sichtkontakte 2026 bot neben weiteren Vorträgen auch noch interessante Workshops an. Ich habe nur einen kleinen Auszug aus den Vorträgen zusammengefasst.

Susanne Nemetz, MSc
Die Autorin dieses Artikels, Susanne Nemetz, MSc
Augenoptikerin & Master of Science (Klinsche Optometrie/Clinical Optometry)

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