Smartphone-Nutzung aus optometrischer Sicht

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Smartphone Nutzung aus optometrischer Sicht

Wenn man öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, bietet sich seit einigen Jahren ein nahezu einheitliches Bild. Menschen steigen ein, suchen einen Sitzplatz, zücken daraufhin ihr Smartphone und nutzen es bis zum Erreichen der gewünschten Destination. Das Lesen am Smartphone hat insgesamt enorm zugenommen. Nicht selten gehört der erste Blick am Morgen dem mobilen Device, um Nachrichten, Social Media Einträge oder schlicht und einfach den Kontostand zu checken.

Herausforderung für die Augen

Die relativ kleinen Bildschirme können tendenziell dazu führen, dass die Nutzer ihr Smartphone näher als ein Buch oder eine Zeitung halten. Dies führt zu einer gesteigerten Anforderung an Akkommodation und Konvergenz. In einer Studie von Bababekova et al. wurde nachgewiesen, dass das Smartphone beim Lesen von Textnachrichten in etwa 36cm Abstand vom Auge und bei der Betrachtung von Webseiten auf durchschnittlich 32cm angenähert wird [1]. Die Größe des Texts ist dabei enorm schwankend. In der genannten Studie schwankten die Textgrößen bei den Nachrichten von 5-Punkt bis 15-Punkt. Bei den Internetseiten waren die Buchstaben mit 3-Punkt bis 10-Punkt Darstellung bedeutend kleiner.

In einer weiteren Studie ist man mit Hilfe statistischer Auswertungen von Fragen, den asthenopischen Beschwerden bei der Nutzung von Smartphones auf den Grund gegangen. Nermin Küçer befragte dazu 229 Studenten und erhielt als Ergebnis häufiger Smartphonenutzung folgende asthenopische Beschwerden [2]:

  • Unscharfes Sehen
  • Sehstörungen
  • Augenrötungen
  • Verstärkter Tränenfluss
  • Augenentzündungen

Konsequenzen für Augenoptiker und Optometristen

Smartphones weisen also zum Teil kleinere Schriften auf als Buchtext und werden, gegenüber der durchschnittlichen Lesedistanz einer Zeitung von 40cm, eher näher gehalten. Der dadurch notwendige Mehraufwand an Konvergenz und Akkommodation kann zu asthenopischen Beschwerden führen [1,2]. Augenoptiker und Optometristen sollten dies im Beratungsgespräch implementieren und gegebenenfalls bei der Wahl der Korrektionswerte berücksichtigen.

Quellen

[1] Font size and viewing distance of handheld smart phones. Bababekova et al. Optom Vis Sci. 2011 Jul;88(7):795-7.
[2] Some Ocular Symptoms Experienced by Users of Mobile Phones? Nermin Küçer. Electromagnetic Biology and Medicine. Vol. 27: Issue. 2: Pages. 205-209. Volume publication date: 2008.