Starfinger, Schulze und Berke veröffentlichen neue inform Fibel Nr. 19 Ortho-K

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Alexander Starfinger, Alina Schulze und Andreas Berke schließen mit ihrem im DOZ Verlag erschienenen Ortho-K, inform Nr. 19 eine Lücke. Der Interessierte findet in deutschen Fachjournalen umfassende Berichte und Studien. Im englischsprachigen Raum sind zudem zahlreiche Bücher über Ortho-K erschienen. Ein deutschsprachiges Werk zur Einführung in diese Thematik fehlte jedoch bisher.

Wie die Ortho-K Methodik entwickelt wurde

Im ersten Kapitel erhält der Leser eine Übersicht über die Entwicklung der Ortho-K Anpassung. Der Gedanke mittels formstabiler Kontaktlinsen einen positiven Einfluß auf die Myopie zu nehmen ist nicht neu. Erste ernst zu nehmende Experimente wurden seit Beginn der sechziger Jahre durchgeführt. Erfolgreich wurde die Methode aber erst mit Hilfe neuer Geometrien und Fertigungsmethoden zu Begin der neunziger Jahre. Im Jahr 1996 wurde die um 1991 erfundene Single reverse Geometrie zur heute gebräuchlichen Double Reverse Geometrie weiter entwickelt. Zudem hat die Einführung neuartiger, hoch gasdurchlässiger Materialien das Tragen der Kontaktlinsen über Nacht erst richtig ermöglicht.

Physiologische Überlegungen

Das zweite Kapitel befasst sich mit den Veränderungen der Hornhaut im Laufe einer Ortho-K Anpassung. So werden Veränderung der Hornhautradien, Hornhautdicke, Hornhautbrechwerte, usw. von den Autoren analysiert. Wesentlicher Aspekt bei der Anpassung von Ortho-K Kontaktlinsen ist die Natur der Veränderungen in Sehschärfe und vor allem beim Kontrastsehen. So beschreiben die Autoren eine anfängliche Verminderung der Kontrastempfindlichkeit, welche sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder stabilisieren soll.

Klientenauswahl und Anpassablauf

Kapitel drei widmet sich intensiv mit den Auswahlkriterien für in Frage kommenden Klienten und der Anpassprozedur. Neben Aspekten der Physiologie, ausreichender Motivation und dem Ausschluss diverser Gegenindikationen, sehen die Autoren den Anpassbereich bis -4,00 Dioptrien sphärisch. Zylinderwerte erscheinen den Verfassern bis -1,50 bei A. rectus und bis -0,75 bei A. inversus korrigierbar.

Mögliche Komplikationen bei Ortho-K Anpassungen

Mögliche Komplikationen werden im vierten Kapitel besprochen. Die Autoren unterrichten über Stippungen, Eisenablagerungen, Aspekte betreffen Sehschärfe und Nahsehen, induzierte Astigmatismen, Halos und mikrobiellen Keratiden. Ausdrücklich weisen die Autoren auf die absolute Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung des Interessenten und einer Zustimmungserklärung hin. Das anschließende fünfte Kapitel informiert über die häufigsten Ausstiegsgründe von Ortho-K Trägern.

Zweijährige Erfahrungen mit Ortho-K Kontaktlinsen und juristische Aspekte

Das sechste Kapitel berichtet über die Ergebnisse einer 2004 erschienene Zweijahresstudie von Berke und Starfinger bezüglich Veränderungen der Hornhaut, der Refraktion, des Kontrastsehens und des Intraokulardrucks bei Ortho-K Trägern.

Im siebenten Kapitel informiert das Buch über die brisante Frage betreffend den juristischen Gegebenheiten im Zusammenhang des Lenkens von Kraftfahrzeugen mit Ortho-K korrigierten Klienten. Im Jahr 2005 wurden dazu von Berke und Schulz 174 Augen analysiert. Mehrere Tabellen und Diagramme veranschaulichen die Ergebnisse dieser Studie.

Im letzten Kapitel untenehmen die Autoren einen kurzen Ausblick über zukünftige Entwicklungen der Orthokeratologie.

Fazit

„Ortho-K“ bietet einen hervorragenden Überblick über die Thematik der Orthokeratologie. Die 51 Seiten starke Fibel ist in der inform Reihe im DOZ Verlag erschienen, kostete zum Zeitpunkt dieses Artikels 14,90 Euro zuzüglich Versandkosten und kann bequem online bestellt werden.