6. Kontaktlinsen-Symposium von Johnson & Johnson Vision Care

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Die Firma Johnson & Johnson Vision Care lud vom 15. – 16. Mai die deutsch sprachigen Kontaktlinsenspezialisten nach Hamburg ein. Die gute Organisation erlaubte es etwa 500 Besuchern im schönen Curio-Haus sehr informativen und unterhaltsamen Vorträgen zu folgen. Das diesjährige Thema befasste sich mit Kontaktlinsen und Gesundheit.

Der Wirtschaftsjournalist und Zukunftsforscher Erik Händeler beschrieb eine Zukunft, in der wir länger und bei besserer Gesundheit arbeiten werden. Auch das sich bei der Gesundheitsprävention und der Eigenverantwortung der Gesundheit es noch einiges ändern wird, da die bisherigen Systeme nicht zu erhalten sein werden. Die seelischen und sozialen Gesundheitsaspekte werden in Zukunft wahrscheinlich noch sehr wichtig werden.

Helmut Weyh ging mit seinem Geschäftsmodell „Gesundheit“ auf die Wirkung von Farben und Formen in unserem Leben ein. Wie man mit Gefühlen den Verstand steuert. Das Unternehmensziele immer immateriell sein sollten. Gesund sollen auch Geist, Körper und Seele sein. Am Schluss gab er noch eine kurze Einführung in die Numerologie.

Das Referat von Prof. Janson Nichols war in englischer Sprache, aber dank einer simultanen Übersetzung war es für jeden einfach seinem Thema „ist frischer wirklich besser?“ zu folgen. Dieser erste Kontaktlinsen relevante Vortrag widmete sich der Fragestellung nach welcher Zeit Linsen getauscht werden sollten. Nach Studien wurde belegt, dass bei Tageslinsen der empfohlene Tauschrhythmus eher eingehalten wird als bei 14-tägigem Tauschrhythmus und noch weniger Compliance gibt es bei den monatlichen Tauschrhythmen. Bei Linsenträgern wurde festgestellt, dass es nach circa 14 Tagen zu Komfortverringerungen beim Tragen kommt.

Erik Händeler
Wirtschaftsjournalist und Zukunftsforscher Erik Händeler

Helmut Weyh
Wie man mit Gefühlen den Verstand steuert: Helmut Weyh

Mit gängigen Kontaktlinsenmärchen räumte Stefan Bandlitz auf und belegte was an den Geschichten die bei der Kontaktlinsenanpassung zumeist erzählt werden nun wirklich dran ist. Zum Beispiel dass für die Anpassung von Kontaktlinsen bei Kindern nur circa 15 Minuten mehr Zeit erforderlich sind, um bei diesen ein weitaus besseres Verständnis um die Reinigung und Pflege der Kontaktlinsen zu erreichen als dies oft bei Erwachsenen der Fall ist. Das Tageslinsen bei Allergikern als eine Barriere für die Pollen dienen können. Das die Kontaktlinsenkarenz vor einer Neuanpassung durchaus 3 Wochen sein kann bis man die eigentliche Geometrie der Hornhaut messen kann.

Stefan Bandlitz
Stefan Bandlitz: "Schluss mit gängigen Kontaktlinsenmärchen"

Einen sehr kurzweiligen Vortrag hielt Hermann Scherer über die Wege jenseits des Mittelmaßes. Das wir in einer „Zuviel-isation“ leben und generell zu viel Informationen bekommen. Die Qualität alleine macht ein Unternehmen noch nicht erfolgreich, man muss sehr wohl auch auffallen. Mit vielen Tipps und Tricks zeigte er wie man das umsetzen kann. Als Abschluß bekam dann auch jeder Besucher sein Buch zum Nachlesen.

Hermann Scherrer
Zuviel-isation – Hermann Scherer

In englischer Sprache mit Simultanübersetzung referierte Prof. Janson Nichols über die gesundheitlichen Auswirkungen von UV-Strahlung auf das Auge. Die biologischen Auswirkungen der UV-Strahlung sind die DNA-Schädigung und die Proteinschädigung. 80% der lebenslangen Belastung durch die Sonne erfolgt bis zum 18. Lebensjahr. Durch die Absorption der vorderen Augenmedien kommen nur 3% der UV-Strahlung bis zur Retina. Er sprach die Schädigung des Auges durch die peripheren Strahlen an, die im nasalen Limbusbereich auftreffen und die man mittels einer KL mit UV-Schutz reduzieren kann.

Jason Nichols
Prof. Janson Nichols: "gesundheitliche Auswirkungen von UV-Strahlung auf das Auge"

Frau Prof. Brigitte Krimpmann-Rehberg sprach über Augenarzt & Augenoptiker als Team. Da die Augenoptiker immer häufiger die ersten Ansprechpartner bei Augenproblemen sind, sollten sie in der Lage sein bei Veränderungen und Erkrankungen des Auges ihren Kunden eine Empfehlung bzw. Überweisung zum Augenarzt zu geben. Es sind Befunde des vordern Augenabschitts gezeigt worden, die durchaus in einem augenoptischen Betrieb vorkommen, mittels TED konnte das Auditorium abstimmen worum es sich handelt, bzw. wie schnell man den Kunden überweisen sollte.

Brigitte Krimpmann-Rehberg
Brigitte Krimpmann-Rehberg: "Augenarzt & Augenoptiker als Team"

Gesundheit als Dienstleistung in der Kontaktlinsenanpassung. Über dieses Thema machte sich Christian Gross seine Gedanken. Das zum Beispiel die meiste Zeit für die Anamnese und Information des Kunden benötigt wird. Durch die richtigen Instruktionen und Informationen schafft man Compliance und Kundenbindung. Dieses Engagement muss man aber auch dem Kunden auch transparent machen, denn „was nichts kostet ist auch nichts wert“.

Christian Gross
Christian Gross: "was nichts kostet ist auch nichts wert"

Herr Dr. Ioannis Tranoudis sprach über die Relevanz von Materialeigenschaften für die tägliche Anpasspraxis. Das englische Referat mit Simultanübersetzung ging auf die verschiedenen Messmethoden der Benetzbarkeit ein. Auch das es keine Standards für den Molulus und die Lubrizität gibt. Vergleiche zwischen den Linsen sind generell schwierig. Man soll seine Erfahrung nutzen um dann die richtige Schlüsse ziehen.

Ioannis Tranoudis
Messmethoden der Benetzbarkeit: Dr. Ioannis Tranoudis

Einen sehr dynamischen Vortrag hielt der siebenfache Ironman Finisher Slatco Sterzenbach wie man sein eigener Gesundheitsmanager wird. Das Wissen ist nur dann Wissen wenn man es auch anwendet. Kreativ ist man nur wenn man entspannt ist. Auch das man seinen Körper gesund erhalten soll, weil man ihn nicht lebend verlässt.

Slatco Sterzenbach
Sein eigener Gesundheitsmanager: Ironman Slatco Sterzenbach

Fazit

Es waren sehr informative, unterhaltende und praxisbezogene Vorträge von denen man sich Einiges mitnehmen konnte. Für die Verpflegung und Unterkunft wurde durch die Firma Johnson & Johnson hervorragend gesorgt.

Johnson & Johnson Österreich Team
Das Johnson & Johnson Österreich Team

Die Abendveranstaltung fand im St. Pauli Fußballstadium statt. Bei anregenden Gesprächen konnte man sich gut austauschen. Abschließend konnte man noch das Tanzbein schwingen, sozusagen als ausgleichende Bewegung nach dem langen Sitzen.

Susi Nemetz, MSc
Die Autorin dieses Artikels, Susanne Nemetz, MSc
Augenoptikerin & Master of Science in klinscher Optometrie