Bessere Sauerstoffversorgung ist der Schlüssel zum Erfolg im Kontaktlinsentragen

Gemäß einer Marktforschung tragen europäische Kontaktlinsenträger ihre Linsen im Durchschnitt 11 Stunden pro Tag. Die gleiche Untersuchung zeigt auch, dass das Einnicken und Schlafen mit Linsen weit häufiger vorkommen als die Kontaktlinsenspezialisten denken. Dafür braucht die Hornhaut natürlich eine Kontaktlinse, welche genügend Sauerstoff zum Auge durchlässt!

Die Minimalanforderungen an die Sauerstoffdurchlässigkeit (Dk/t) für das Tagestragen (Abnahme vor dem Schlafen) und das verlängerte Tragen (vT), d. h. auch während des Schlafens (also über Nacht tragen) sind über die Jahre gestiegen. Da es keine einfache Möglichkeit gibt, den Sauerstoffbedarf jedes einzelnen Trägers zu messen, ist es wichtig, den Trägern einen genügenden Sicherheits-Spielraum zu geben, also pro-aktiv und vorbeugend zu handeln, statt reaktiv zu sein und das Entstehen von Problemen abzuwarten.
Bestehende Träger sind meistens mit Hydrogel-Linsen (niedrige Dk/t-Werte) ausgerüstet und zeigen daher Zeichen und Symptome eines Sauerstoffmangels wie limbale Rötung und Trockenheitsgefühl. Jetzt gibt es eine neue Silikon-Hydrogel-Linse, welche im Vergleich zu den normalen Hydrogel-Linsen einen bis zu 5mal höheren Dk/t-Wert aufweist. Das Design und andere Parameter der Linse sind in einer Tabelle angeführt.

Ein gängiger Spruch in der heutigen Geschäftswelt lautet: Die Kunden sind anspruchsvoller denn je. Eine Umfrage unter 2700 KL-Trägern in ganz Europa offenbarte mehrere Einblicke in das Verhalten der Träger und ihren Wünschen bezüglich Kontaktlinsen. Ein europäischer Konsument trägt die Linsen im Durchschnitt 11 Stunden, die Franzosen 13 Stunden und die Italiener 10 Stunden pro Tag (Grafik 1).

Tragezeit Kontaktlinsen
Grafik 1: Durchschnittliche Tragezeit/Tag

19% der europäischen Träger schlafen gelegentlich oder regelmässig mit ihren Linsen, 57% davon sogar mindestens einmal pro Woche. Vor allem Franzosen, aber auch Engländer, Italiener, Deutsche und Schweden interessieren sich für Kontaktlinsen, die man auch während des Schlafens tragen kann. 41% der Träger in allen Ländern sind daran interessiert, dies gelegentlich (30%) oder regelmässig (11%) zu tun.

Schlaf Kontaktlinsen
Grafik 2: Träger schlafen gelegentlich mit den Linsen

Die hohen Ansprüche, welche KL-Träger gegenüber ihren Kontaktlinsenspezialisten äussern, sind nur eine Spiegelung der erhöhten Ansprüche an das tägliche Leben im Allgemeinen. Die Zeit zwischen dem Verlassen des Hauses und dem Heimkommen beträgt heute leicht mal 12 Stunden oder mehr.

Interesse Kontaktlinsen
Grafik 3: Interesse daran, mit den Linsen zu schlafen

Fast jeder Arbeitsplatz beinhaltet heute einen Computer oder befindet sich in klimatisierten Räumen. Für Geschäfts- und Privatreisen wird oft das Flugzeug benutzt. Deshalb ist es auch keine Überraschung, dass 52% der Linsenträger mit der Leistung ihrer Linsen mässig (40%) oder höchst (12%) unzufrieden sind. Die häufigsten Beanstandungen in Europa sind:

  • spüre die Linsen im Auge (3% immer, 11% häufig, und 56% gelegentlich, nur 30% sagten nie)
  • die Augen sind irritiert (2% immer, 9% häufig, 59% gelegentlich)
  • trockene Augen (3% immer, 15% häufig, 49% gelegentlich)

Kunden und Konsumenten sind anspruchsvoll! – Eine bessere Sauerstoffversorgung der Hornhaut ist der Schlüssel zum Erfolg im Kontaktlinsentragen.

Die Welt der Kontaktlinsen hat sich seit den frühen 70er Jahren, als die ersten weichen Linsen (aus HEMA Hydrogel Material) auf den Markt kamen, beträchtlich verändert, aber auch die Welt der Träger ist nicht mehr die gleiche. Die Qualität der Produkte und deren Leistung sind gestiegen. Sie sind heute erheblich besser als früher.

Das Wissen um die Physiologie und Anatomie des menschlichen Auges ist seither u.a. auch durch den Fortschritt in der Technik (bessere Mikroskope, Messgeräte etc.) stark gestiegen. Und damit auch die Produkte der Kontaktlinsenindustrie.

Zur Zeit läuft eine hitzige Debatte über eine der Messeinheiten, den Dk/t. Dieser internationale Standard, der recht einfach zu verstehen ist und dessen klinische Bedeutung einem hohen Wert hat, muss beibehalten werden bis sich eine neue Messmethode fest etabliert hat und von den ISO Komitees anerkannt wurde. Dies ist besonders wichtig, da die diskutierten neuen Werte ebenfalls den Dk/t in der Berechnung des Modells brauchen.

1999 präsentierten Simpson et al ihre Erkenntnis des starken Zusammenhangs zwischen limbaler Hyperämie und konjunktivalen Anfärbungen mit Beschwerden wie klebrig, verschwommen, sandig, trocken und irritierend. Seit den Arbeiten von Papas ist bekannt, dass eine limbale Hyperämie ein Zeichen von ungenügender Sauerstoffversorgung der Hornhaut durch die Linse ist. Sie ist beim Tragen von niedrig Dk/t Linsen viel stärker als bei der Verwendung von hoch Dk/t Linsen, wie solchen aus Silikon-Hydrogel. Coles und Brennan et al fanden signifikante Werte von chronischer limbaler Rötung beim Tagestragen von niedrig Dk/t Hydrogel-Linsen.

Ladage et al zeigten, dass hoch Dk/t Linsen, wie Silikon-Hydrogele, eine weniger stark reduzierte, zentrale Erneuerungsrate der Hornhaut haben. Mit anderen Worten: die Hornhaut ist in einem „normaleren“ Zustand und so in einer besseren Position Entzündungen und Infektionen abzuwehren. Weitere Forschungen des gleichen Autors und seiner Gruppe zeigen, dass die Sauerstoffdurchlässigkeit der Linsen das Auftreten spezifischer, Lectin bindende Anhaftungsstellen für Pseudomonas Aeruginosa steuert. Dies gilt für das Tagestragen (dw) und das verlängerte Tragen (über Nacht; ew). Im Vergleich zum Tagestragen (dw) oder verlängertem Tragen (ew) mit herkömmlichen Hydrogel-Linsen erhöht das Tragen von Silikon-Hydrogel-Linsen auf der continuous wear Basis (bis zu 30 Nächte; cw) nicht die Anhaftung von Pseudomonas Aeruginosa, es kann diese sogar reduzieren.

Diese zwei Erkenntnisse zusammen besagen, dass das Tragen von Hypersauerstoffdurchlässigen Kontaktlinsen ein geringeres Risiko für die Entstehung einer Entzündung oder einer mikrobiellen Keratitis haben sollte. Seit Holden und Mertz 1984 die Minimalwerte des Dk/t für die notwendige Sauerstoffdurchlässigkeit zur Vermeidung von Ödemen beim verlängerten Tragen (ew) und Tagestragen (dw) festlegten, wurden diese Werte unter anderem von Harvitt und Bonanno von 87 auf 125 für ew und von 24 auf 35 für dw erhöht. Diese Werte basieren auf den Durchschnitt einer begrenzten Anzahl von Trägern. Das heisst, dass 50% der Bevölkerung tiefere und 50% höhere Anforderungen haben. Das Wissen über die Unterschiede im Sauerstoffbedarf der Hornhaut hat sich beträchtlich erweitert, seit man Linsen mit verschiedenen, vor allem auch hohen Dk/t-Werten verwenden kann. Bis heute gibt es keinen einfachen Test, um den individuellen Sauerstoffbedarf der Hornhaut vorauszusagen. Die standardisierten Werte gelten zudem nur für eine bestimmte Stärke (-3.00 D). Alle Minuslinsen sind in der Mitte dünn und scheinen daher eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit zu haben. Die Dicke einer Linse an anderen Stellen variiert jedoch aufgrund ihrer Stärke und dem Linsendesign. Ein Anpasser sollte deshalb jedem Träger Linsen mit einer grösstmöglichen Sauerstoffdurchlässigkeit und damit Sicherheitsmarge geben. Ein Dk/t-Wert, welcher auf einer durchschnittlichen Dicke einer Linse, statt auf der zentralen (Mitten-) Dicke einer Linse basiert, wäre wohl ein viel besserer Indikator für eine spezielle Linsenstärke,
-material und -design.

Bestehende Träger zeigen mit limbalen Rötungen, Vaskularisationen und Irritationen den Bedarf für eine Linse mit einem höheren Dk/t-Wert. Auch ehemalige Linsenträger könnten sich wieder für Linsen entscheiden, da das Gefühl von „trockenen Augen“ und die reduzierte Tragezeit, welche zum Aufhören zwangen, vielleicht nur die Symptome und die Konsequenz von ungenügender Sauerstoffzufuhr durch die Linse zur Hornhaut waren. Jetzt ist eine neue Linse erhältlich, welche die höchste Sauerstoffdurchlässigkeit von allen Monatslinsen für das Tagestragen, flexibles Tragen und bis zu 6 Nächten verlängertes Tragen aufweist. Diese Linse erlaubt es den Trägern endlich, sogar mit der Einwilligung des Kontaktlinsenspezialisten, die Linsen so zu tragen und zu gebrauchen, wie sie sich das schon immer vorgestellt und gewünscht haben.

O2 Optix™
Material: lotrafilcon B (fluor silicone hydrogel) Durchmesser (mm): 14.2
Wassergehalt: 33% Basis Kurve (mm): 8.6
Handling Tint: helles Blau Mittendicke (mm): 0.08@-3.00
Stärken (D): – 1.00 to -6.00, 0.25D Schritte (bald schon mit erweiterten Parametern und Torischen Linsen)
Dk/t: 138@ – 3.00D Dk : 110
Tragemodus: Tägliches Tragen, Flexibles Tragen, Über Nacht-Tragen, verlängertes Tragen für bis zu 6 Nächte am Stück
Empfohlener Austauschrythmus: monatlich

Tabelle 1: O2 Optix™ parameters

Tabelle 1 zeigt die Parameter und andere Details der neuen O2 Optix™ Linse von CIBA Vision. Das Material ist ähnlich demjenigen der Night & Day Linse. Der leicht höhere Wasseranteil von 33% macht die Linse jedoch weicher und resultiert in einem leicht tieferen Dk von 110 und einem Dk/t von 138 (-3.00D). Die asphärische Rückflächengestaltung und die Basiskurve von 8.6 mm ergeben eine optimale Anpassung für ungefähr 80% der Fälle und eine akzeptable für fast 17%, total also 97%.

Die Bandbreite der Keratometerwerte, welche in den Studien angepasst wurden, reichte von 7.10 mm bis 8.5 mm. Der Durchmesser von 14.2 mm gibt der Linse eine sehr gute Zentrierung bei gleichzeitig guter bis sehr guter Beweglichkeit. Dies auch Dank dem asphärischen Rückflächen-Design und dem leicht dickeren Randprofil. Die optische Zone ist für sphärische Aberrationen kontrolliert, was bei einzelnen Patienten (Myope) eventuell eine Erhöhung der Linsenstärke um -0.25 dpt erforderlich macht. Der derzeitige Lieferbereich geht von -1.00 dpt bis -6.00 dpt in Stufen von 0.25 dpt. Weitere Stärken (auch torische) werden bald erhältlich sein.

Die Oberflächenbehandlung ist die gleiche wie die der Night & Day, und gibt der O2 Optix™ so eine sehr gut benetzende Oberfläche, welche zudem sehr resistent gegen Proteinablagerungen ist. Zusammen mit der Sauerstoffversorgung sorgt sie dafür, dass O2 Optix™ bis am Abend oder gar spät in die Nacht sehr komfortabel ist.

Die Linse ist ideal für das (tägliche) Tagestragen (dw), das flexible Tragen (fw) und sogar für bis zu 6 Tage verlängertes Tragen (ew). Dies gibt den Trägern die Flexibilität, diese Linsen so zu tragen wie sie wollen. Es gibt ihnen auch die Freiheit, die Trageweise Tag für Tag zu ändern.

Die Träger können alle gängigen Peroxyd und Ein-Flaschen Linsenpflegesysteme verwenden. Eine Studie zeigte hervorragende Ergebnisse für AOSEPT plus, aber auch SOLOCARE AQUA.
O2 Optix™ ist eine Monatslinse – der beliebteste Austauschrhythmus – und damit das stärkste Linsensystem in Europa.

Unkompliziert und ausfallssicher

Auch die AnpasserInnen sind begeistert. So meinte z.B. Fr. Samhaber-Binder von Optik Binder, Wien 1: „Am besten gefällt mir das Preis/Leistungsverhältnis! Mit der O2 Optix™ kann ich meinen Kunden die neue Generation Monatskontaktlinsen bieten und – was in der heutigen Zeit auch nicht unwesentlich ist – zum vernünftigen Preis. Bei uns im Geschäft wird die O2 Optix™ bereits seit einigen Monaten angepaßt und erweist sich als sehr unkompliziert und ausfallssicher. Mittlerweile wird die O2 Optix™ als Standardmonatslinse eingesetzt, wir passen in diesem Segment fast keine anderen Linsen mehr an.“

Literaturquellen

  • CIBA Vision, Data on file, Oktober 2003
  • CIBA Vision, Data on File, Sommer 2002
  • CIBA Vision, Data on File, European U&A 2003
  • Simpson et al, Multidimensional scaling of ocular discomfort by soft contact lenses, lecture AAO Dec. 1999
  • Papas, E. et al, (1997) High oxygen transmissibility of soft contact lenses do not induce limbal hyperemia, Curr. Eye Res., 16, 942-948.
  • Coles, M., Brennan, N., et al, (2001) Ocular signs ad symptoms n patients completing 3 years with silicone hydrogel contact lenses in 30 day continuous wear. Optom. Vis. Sci., 78, (suppl).
  • Ladage, P. M., Ren, D., Jester, J. V. et al Eye lid closure, soft and silicone hydrogel contact lens wear: effects on the proliferation rate of the rabbit corneal epithelium, Invst. Ophthalmol. Vis. Sci. 44, 1843- 19, 2003
  • Imayasu, M., Petroll, W. M., Jester et al, (1994) The relationship between conatct lens oxygen transmissibility and binding of pseudomonas aeruginosa to the cornea after overnight wear, Ophthlamology, 101 371 – 388
  • Ren, D. H. , Petroll, W. M. Jester, J. V. Short-term hypoxia down regulates epthelial cell desquamation in vivo, but does not increase pseudomonas aeruginosa adherence to exfoliated human corneal epithelial cells, J. Cont. Lens Ass. Ophthalmol., 25, 73-79.
  • Ladage, P. M. , Yamamoto, K., Ren, D. H. Et al. (2001) Proliferation rate of rabbit corneal epithelium during overnight contact lens wear. Invest. Ophthalmol. Vis. Sci., 42, 2803-2812.
  • Ren, D. H. , Yamamoto, K. , Ladage P. M. et al. (2002) Adaptive effects of 30 night wear of hyper O 2 transmissible contact lenses on bacterial and corneal epithelium; a 1 y. clinical trial, Ophthalmology, 109, 27-40.
  • Cavanagh, H. D., Ladage, P. M. Yamamoto, K.,, Li, L. et al. (2002) effects of daily and overnight wear of a novel hyper O 2 tranmisible soft contact lens on bacterial binding and corneal epitheliu; a 13 month clinical trial. Ophthalmology, 109, 1957-1969
  • Ren, D. H. , Yamamoto, K. , Ladage P. M. et al. (2002) Adaptive effects of 30 night wear of hyper O 2 transmissible contact lenses on bacterial and corneal epithelium; a 1 y. clinical trial, Ophthalmology, 109, 27-40
  • Holden, B. , Mertz, G. (1984), Critical oxygen levels to avoid corneal edema for daily an extended wear contact lenses, Invest. Ophthalmolog. Vi. Sci., 25, 1161-1167.
  • CIBA Vision, data on File, Institute of Eye Research, Sydney

Autor dieses Artikels: Helmer Schweizer, BCLA, WVAO, IACLE, VDC, SBAO

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