Blick nach New York: Vision Expo East 2003

Vom 20-23 März 2003 fand in New York eine der beiden grossen amerikanischen Optikmessen statt. Wir haben uns für Sie ein umgesehen und einen Blick in das Jakob K. Javits Center riskiert. Die Messe lockte knapp über 12.000 Besucher an. Dem gegenüber standen knapp 600 Aussteller auf circa 78.000m2 Ausstellungsfläche. Das OPTIKUM hat unter anderem den Messebetreiber und Martin Stempel von der deutschen „Brillenschmiede“ Martin&Martin interviewt.

Trotz einem offiziellen Besucherrückgang von etwa 17% gibt man sich seitens
der Messeleitung zweckoptimistisch. So ließ Tina Jordan gegenüber
dem OPTIKUM wissen: „die Industrie schrieb gute Aufträge da ein sehr
hoher Anteil der Besucher Keyaccounts der Industrie darstellten.“ Darunter
wurden auch die Einkäufer der großen Ketten, wie z.B. Cole Vision,
LensCrafters, Cohen`s, General Vision Services und Pearle gesichtet. Eileen
Baird, Vizepräsidentin und Messeleiterin führte den 17%igen Besucher-Rückgang
auf die Kriegssituation mit dem Irak zurück.

Patriotische Danksagung an die Industrie hörte man von der Vizepräsidentin
des Vision Council of America, Deborah Malakoff. Sie dankte der Industrie für
das geschlossene Erscheinen zur New Yorker Messe. Bei Gesprächen mit Ausstellern
hörte man betreffend eines geschätzten Rückganges von 25-30%.
So sollen vor allem die internationalen Kunden und amerikanische Optiker der
Westküste auf den Flug nach New York dieses Jahr verzichtet haben.

Kommen Europäer zur Vision Expo East?

„Vor allem Deutschen, Schweizern, Briten, Finnen und Franzosen ist New
York einen Messebesuch wert. Der österreichische Anteil sei eher gering“,
so Jordon zu den europäischen Messebesuchern.

Die Messe wurde auch für eine vom Vision Council of America gesponserte
Umfrage genutzt. 45 Verbraucher zwischen 22-58 wurden zu optometrischen Themen
befragt. Diesen Sommer soll die Auswertung der „Studie“ käuflich
erwerbbar sein. Fraglich ist ob ein Sample von 45 Personen kausale Schlüsse
zulassen kann…

Neben der Messe wurden 350 Stunden Vortragsprogramm zu den Themen Marketing,
Finanzierungen, Gesetz und Personalführung angeboten. Ein Vortrag widmete
sich einzig und alleine mit dem Verkauf von Luxusbrillen.

Eindrücke aus Sicht der Industrie

Beim Flanieren durch die Hallen konnten auch einige Trendfirmen aus Europa
gesichtet werden. So stellten August Wulf, Deffaugt, deSIGN Markus T, Flair,
Haupt-Sache Brillen, Lindberg, Martin & Martin und Seltmann in New York
aus.

Die Firma Martin & Martin stellte bereits das dritte Jahr in New York aus.
Zu sehen war Martin & Martin in der oberen Trendhalle – nicht zuletzt nennt
man sich „Brillenschmiede“. Martin Stempel bringt es auf den Punkt:
„Bei den Terminen mit amerikanischen Optikern waren diesjährig etwa
-25% zu bemerken. International waren sogar etwa nur 50% des Vorjahres anwesend.
Aufgrund unseres guten Distributionssystems vor Ort waren wir aber trotzdem
erfolgreich.“

Was unterscheidet den amerikanischen vom europäischen Markt?

„Der amerikanische Markt ist deutlich konservativer als der europäische
Markt was Formen und Farben angeht. So sind flache kleine Formen in den USA
sehr schwer verkäuflich, da immer noch große Formen dominieren. New
York bildet da aber eine Ausnahme. Man muss eben die Betriebe finden, die modisch
orientiert sind. Canada ist ebenfalls in der Orientierung europäischer
eingestellt als die USA“, verrät uns Martin Stempel.

Unserem Eindruck nach ist zwar New York immer eine Reise wert – Mailand, München
und Paris sind wohl jedoch weiterhin die führenden Messestädte.

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