Fachbuch zum Thema Sehbehinderung: Ursachen, Auswirkungen, Versorgung

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Die Versorgung mit vergrößernden Sehhilfen ist elementarer Bestandteil der Augenoptik und Optometrie. Zudem wird dieses Teilgebiet immer stärker an Bedeutung gewinnen, da die europäische Gesellschaft kontinuierlich aufgrund von Geburtenrückgängen und sinkenden Sterbeziffern altert. Passend zu diesem Hintergrund bietet sich ein neues im DOZ Verlag erschienenes Fachbuch an, welches sich intensiv mit der Versorgung von geeigneten Hilfsmitteln im Falle einer Sehbehinderung beschäftigt.

Die Autoren Heinz Diepes, Kunibert Krause und Klaus Rohrschneider beleuchten im vorliegenden, 250 Seiten starken Werk das komplexe Gebiet der Sehbehinderungen und ihrer Rehabilitation.

Medizinische Aspekte der Sehbehinderung

Didaktisch sinnvoll werden am Anfang des Buches grundlegende Definitionen wie Sehschärfe, Gesichtsfeld, Sehbehinderung und Blindheit abgehandelt. Interessant ist, dass der Gesetzgeber in Deutschland (Anm. der Redaktion: auch Österreich laut §4a Bundespflegegeldgesetz) eine Person als „blind“ erst mit einer Sehschärfe von maximal 0,02 am besseren Auge sieht, während in den USA Personen schon bei einer Sehschärfe von 0,10 als „legally blind“ gelten. Für die Lesefähigkeit von Zeitungstext in 25 cm empfehlen die Autoren übrigens einen minimal notwendigen Visus von 0,40.

Im weiteren geben die Autoren Beispiele für mögliche Ursachen von Sehbehinderungen und erörtern die Folgen dieser Pathologien. Zur Sprache kommen unter anderem die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), das Glaukom, die diabetische Retinopathie, die hochgradige Myopie und diverse vererbliche Augenpathologien.

Versorgungsmöglichkeiten mit vergrößernden Sehhilfen

Das 2. Kapitel wurde den Versorgungsmöglichkeiten mit vergrößernden Sehhilfen gewidmet. Die Autoren informieren den Leser systematisch über die Eigenschaften, Bauarten und Anwendungsmöglichkeiten von Lupen, Fernrohren und diffraktiven Systemen. In diesem Teil des Buches darf das Unterkapitel der Lupen besonders hervorgehoben werden. Ausgezeichnet werden alle notwendigen Grundlagen wie zur Bezugssehweite, Berechnung der Vergrößerung, Arbeitsabstand, Strahlenbegrenzung, Abbildungsfehler und Bauarten vermittelt. In diesem Teil des Buches erhält der Leser auch Informationen zu Überadditionen und Hyperokularen.

Im zweiten Teil des 2. Kapitels werden Informationen über Fernrohrsysteme galileischer und terrestrischer Bauart vermittelt. Sehr gut erklärt werden im Anschluss daran die physikalischen Grundlagen und die Ausführungsformen von diffraktiven Linsen.

Beratung und Anpassung

Im 3. Kapitel geben die Autoren Tipps zur Beratung und Anpassung von vergrößernden Sehhilfen. Leider sind die dort angeführten Kontaktadressen (etwa zu Selbsthilfegruppen) rein auf Deutschland zugeschnitten. Hier könnte zukünftig noch ein Beiblatt über Kontaktadressen in anderen deutschsprachigen Ländern das Buch weiter aufwerten.

Sehr gut abgehandelt sind wiederum die Grundlagen zum Vergrößerungsbedarf und die damit verbundene empfehlenswerte Auswahl von optischen und/oder elektronischen Hilfsmitteln. Zuletzt gehen die Autoren noch auf die Relevanz von Kantenfiltergläsern bei entsprechenden Pathologien ein.

Fazit

Das neue Buch „Sehbehinderungen“ ist ein gelungenes Werk für den Personenkreis, der sich intensiver mit vergrößernden Sehhilfen beschäftigen möchte. Das im DOZ Verlag erschienene, 250 Seiten starke Buch kostet 49,90 Euro und kann bequem online bestellt werden.