Fusarium solani – eine bislang seltene Augeninfektion bei Kontaktlinsenträgern

0
11098 mal gelesen
In den USA wurde vor zwei Tagen ein „gehäufteres“ Vorkommen von Keratitis Infektionen mit dem Schimmelpilz Fusarium solani bekannt. Insgesamt wurden 30 Fälle registriert. Die meisten der Fälle verwendeten eine Multifunktions-Kombilösung zur Pflege. Was ist eigentlich Fusarium solani genau und welche Auswirkungen hat der Pilz auf die Kontaktlinsenträger?

Fusarium solani ist ein Schimmelpilz und ist weltweit im Boden, auf vielen Pflanzen und auf Tieren vertreten. Besonders bei Erdäpfeln und Bananen wird diese Pilzgattung nicht selten angetroffen. Da Fusarium solani (Fusarium = Spindelförmiger Schimmelpilz; Erdapfel = Solanum tuberosum) bei Erdäpfeln die Trockenfäule verursacht, war dies auch namensgebend für diese Schimmelpilzgattung. Fusarium solani kann auch an Tieren anhaften, damit ist diese Pilzart nicht nur an eine Übertragung über Luft angewiesen!

Die mit 10-20 Mikrometer mikroskopisch kleinen, asexuellen Sporen (Microconidia) dieses Pilzes sind bei Befall opulent vorhanden und weisen eine ovale bis zylindrische Form auf.

Problematisch für Kontaktlinsenträger ist, dass der Schimmelpilz Fusarium solani toxische Substanzen, sogenannte Mykotoxine erzeugt. Dies kann eine allergische Reaktion oder in schlimmeren Fällen eine Endophthalmitis, Keratitis oder Sinusitis auslösen. Als häufigste Ursache einer dieser Pathologien im Zusammenhang mit einer Fusarium solani Infektion scheinen jedoch traumatische Augenverletzungen auf. An zweiter Stelle stehen Personen mit Immunerkrankungen und Transplantationspatienten. Auch bei der Verwendung von Kathedern wurden Fusarium solani Infektionen nachgewiesen.

Jack Schaeffer, O.D., Vorsitzender der Kontaktlinsen and Hornhaut Abteilung der American Optometric Association warnt in diesem Zusammenhang vor allem bei einem Auftreten von einem oder mehreren der folgenden Symptome bei einem Kontaktlinsenträger:

  • Plötzlich auftretendes, verschwommenes unscharfes Sehen
  • Rotes und irritiertes Auge über einen längeren Zeitraum
  • Schmerzendes Auge und/oder umliegende Partionen
  • Verstärkte Lichtempfindlichkeit
  • Starkes Augentränen

Ein kausaler Zusammenhang des vermehrten Auftretens der Fusarium solani Infektionen mit einer Kontamination einer bestimmten Kontaktlinsenlösung ist derzeit nicht erwiesen. Derzeit wird in den USA untersucht, ob die Hygiene-Vorschriften von den Kontaktlinsenträgern auch eingehalten wurden oder irgend ein anderer Zusammenhang mit den gemeldeten Infektionen besteht.

Bis genauere Erkenntnisse vorliegen sollten die Kontaktlinsenträger vom Kontaktlinsenoptiker verstärkt dazu angehalten werden, die sorgfältige Einhaltung der von empfohlenen Anweisungen zum Tragen und Austauschen von Kontaktlinsen einzuhalten. Zudem sollten den Kontaktlinsenträgern die Notwendigkeit der exakten Einhaltung der Reinigungs-Handhabung ihrer Kontaktlinsen verdeutlicht werden. Insbesondere dürfen Kochsalzlösungen und Benetzungstropfen nicht zur Desinfektion verwendet werden, da diese keine oder eine zu geringe Keimreduzierung aufweisen! Auch sollte auf die Verwendungsdauer ab Öffnen der Flasche hingewiesen werden.