Messebericht zur opti München 2007

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Unser diesjähriger Besuch der opti München stand ganz im Zeichen von Veränderungen derselben. Der Veranstalter O.K. Messen verabschiedete sich mit dieser Messe, denn ab März 2007 wird die Gesellschaft für Handwerksmessen für die OPTI verantwortlich sein. Obwohl der Veranstalter über 1,3 Prozent Plus an Fachbesuchern berichtete, hatte man den Eindruck, dass die Messe auch schon einmal besser besucht war. Vielleicht lag das aber auch nur an einer anderen Verteilung der Besucherfrequenz. Zumindest Samstag Vormittag sorgte ein Schneechaos für spürbar weniger Besucher in den vier Hallen. Wir haben uns für Sie einen Überblick über Innovationen und Trends verschafft, um Ihnen unmittelbar nach der Messe zu berichten.

Einige Aussteller nicht mehr auf der opti München

Wie in den Vorjahren stellte Luxottica, De Rigo und Johnson & Johnson nicht mehr auf der opti München aus. Diesjährig waren unter anderem auch Safilo, Ciba Vision und AMO nicht mehr vertreten. Diese Tendenzen erinnern an die Entwicklungen der Kölner Messe vor einigen Jahren. Man darf gespannt sein ob die neue Messeleitung der opti München diesen Trend umkehren kann oder ob im kommenden Jahr weitere Aussteller der opti München den Rücken kehren werden.

Fassungs- und Sonnenbrillen-Trends

Obwohl rechteckige Formen noch immer dominieren, finden sich auffällig mehr rundere und geringfügig größere Formen in den Kollektionen. Optiker mit hohem Gleitsichtanteil dürfen sich freuen: In vielen Kollektionen ist eine auffällige Rückkehr zu Pantomodellen und anderen Retroformen bemerkbar. Für den aktuellen Retro-Look standen Vorbilder der Brillen aus den siebziger und achtziger Jahren Modell. Ganz typisch sind kräftige Fassungen in Havanna oder Schwarz mit breiten, auffälligen Bügeln.

Neben dem Retro-Trend sind Modelle im High-Tech-Look noch immer angesagt. Sie glänzen metallisch, sind filigran gearbeitet und kommen ganz oder fast ohne sichtbaren Rand aus. Bei den Farben sind die knalligen Farben der letzten Jahre durch bodenständigere Töne verdrängt worden. Beige, Braun, Erdtöne und Crystal prägen durchwegs die Kollektionen. Für die Damenmode sind auch pastellige Farbtöne vermehrt gesichtet worden.

Die Sonnenbrillen bleiben groß wie im Vorjahr, wenn auch nicht ganz so extrem. Auch beim Sonnenschutz geben dezentere Farbtöne den Ton an. Dies zeigt sich auch in den Scheibenfarben. Braune, graue und grüne Gläser schützen die Augen der Sonnenanbeter in der kommenden Saison. Lediglich bei funktionellen Sportbrillen finden sich Kontrast steigernde Farben wie zum Beispiel orange Filter.

Brillengläser

Die Brillenglasindustrie setzt immer mehr auf individualisierte Brillengläser mit noch hochwertigeren Vergütungen als schon bisher. Nun liegt es nur mehr am Augenoptiker diese hochtechnologischen Produkteigenschaften transparent dem Endverbraucher zu demonstrieren. Die Zahl der Gleitsichtglasunverträglichkeiten sollte mit den neuen Gläsern eigentlich Richtung Null wandern. Das Thema Wellenfrontoptimierung steht diesjährig ebenfalls im Vordergrund. Mit Brillengläser, die Abberationen des menschlichen Auges ausgleichen, wird das Sehen vor allem bei erweiterter Pupille optimiert. Die Vergütungen werden immer gefinkelter. Die Problemchen der letzten Jahre, wie zum Beispiel ET-Ablösungen oder statische Aufladungen werden durch clevere Innovationen der Brillenglasindustrie stark relativiert.

Kontaktlinsen

Wie in den letzten Jahren ist der Silikon-Hydrogel Anteil an den Kontaktlinsen Gesamtmarkt stark im Wachsen. Tauschlinsen werden zudem in immer größerer Parameter-Auswahl angeboten. Die Anfertigung von hochwertigen RGP Kontaktlinsen wird immer stärker von darauf eigens spezialisierten Kontaktlinsen-Herstellern mit extrem individualisierten Parametern übernommen.

Tim Halter "Neuer Farbtrend Camouflage"
Tim Halter „Neuer Farbtrend Camouflage“

MENRAD präsentiert barrierefrei und übersichtlich das komplettes Fassungssortiment auf seinen Stand. Tim Halter hat für uns Zeit und gibt uns eine Übersicht über das Programm von Menrad und eine Einschätzung der kommenden Modetrends. „Die Farben werden in der kommenden Saison nicht mehr ganz so knallig sein. Bei den Damen werden unter anderem pastellige Farben, bei den Herren dezente Farbakzente zu sehen sein. Die Sonnenbrillen bleiben tendenziell weiter eher groß, auch bei den Herren“, berichtet Tim Halter. Bei der Kollektion Zeiss fällt uns ein elegantes, randloses Modell mit farbigen, breiteren Stahlbügeln auf. JOOP! wartet diesjährig mit frechen Details auf. So wurde etwa der Gothic Trend bei den Bügel verarbeitet. In der aktuellen GUESS Kollektion finden sich aufwendig gestaltete Bügel, die eine jüngere Zielgruppe ansprechen wird. In der MORGAN Kollektion finden sich gar Fassungen mit Herzchen an den Bügeln. „Wir greifen modische Trends auf und setzen diese in unseren Kollektionen um. Ein weiteres Beispiel dafür ist der neue Farbtrend Camouflage, welcher auf Tarnfarben basiert“, ergänzt Halter.

Wolfgang Czejka, Martin Decker, Richard Reisegger
Österreich Boss Wolfgang Czejka mit einem Teil des Österreich Teams

RODENSTOCK präsentiert auf der opti 2007 das neue Gleitsichtglas Impression FreeSign. Das neue Progressivglas kann für unterschiedliche Sehanforderungen für Menschen in verschiedenen Berufen optimiert werden. „So benötigt ein Gleitsichtträger im Außendienst zumeist ein sehr großes Fernteil mit einem größeren Fernteil. Ein Architekt wird auf einen möglicht breiten Zwischenbereich Wert legen. Eine Lektorin benötigt in ihrem Beruf primär einen sehr breiten Nahbereich. Das neue Gleitsichtglas Impression FreeSign ist in der Lage die individuellen Bedürfnisse des Brillenträgers optimal zu unterstützen“, erklärt der sympathische Österreich Chef Wolfgang Czejka. Mit Hilfe einer Software-Unterstützung, dem Design Profiler, können individuelle Bedürfnisse und Wünsche des Kunden erfasst und für die Anfertigung der Gläser anschließend ausgedruckt werden. Um eine perfekte Progressionsfläche zu gewährleisten, werden diese Präferenzen nebst der Fassungsform zur Anfertigung übermittelt. Das innenprogressive Glas ist zudem auch Wellenfront optimiert. Einen weiteren Schwerpunkt für 2007 hat sich Rodenstock in der Sportoptik gesetzt. Die neue ProAct 4 besteht aus einem Sportbrillenmodell mit Base 8 Korrektionsgläser, über die unterschiedliche Filter aufgesetzt werden können. Jedes Paket besteht aus einem Set aus Kontrastscheiben und Sonnenfilterscheiben, welche wahlweise vom Träger über seine Korrektionswerte aufgesetzt werden können. Der Nasensteg und die Inklination kann vom Optiker fix angepasst werden um einen optimalen Sitz auch für individualsierte Brillengläser zu gewährleisten.

 

Mag. Johann Pürmayr: "langfristiges, stabiles Segment"
Mag. Johann Pürmayr: „langfristiges, stabiles Segment“

Mag. Johann Pürmayr spricht mit uns über die Perspektiven von SILHOUETTE. „Der Brillenmarkt teilt sich bei genauer Betrachtung in Brillen mit Tragekomfort und Brillen mit prägnanten Details. Die randlose Brille bietet in diesem Zusammenhang ein langfristiges, stabiles Segment“, betont Pürmayr. So launcht man bei Silhouette unter anderem Sonnenbrillen mit einem ‚intelligenten’ Sonnenschutz. Die Filtergläser bieten einen besonderen Schutz auch gegen sichtbares kurzwelliges Licht, welches im Zusammenhang mit dem Entstehen einer AMD stehen könnte. Die Linie ‚Ideal Protection’ filtert 95 Prozent bis 500 Nanometer. Alle anderen Sonnenbrillen filtern zumeist um die 80 Prozent bei 500 Nanometer. Mit den Funktionsfiltern POL und LST will man aufgeklärte Konsumenten verstärkt ansprechen. „Als Farbtrends sind braun, grau und grün im Kommen. Unsere Logik dabei: dezent und nicht dominieren“, so Pürmayr..

Andreas Pirkheim und Wolfgang Scheucher: "Andy Wolf ist Handwerkskunst"
Andreas Pirkheim und Wolfgang Scheucher: „Andy Wolf ist Handwerkskunst“

Ganz im Zeichen der neuen Designer Kollektion Andy Wolf präsentiert sich der Stand der Grazer TITANIC OPTIK. Stolz präsentiert man uns die gelungene Acetat Kollektion des Retrodesigners. Die Männerkollektion wird konsequent von den Farben Havanna, Hornfarben und Schwarz dominiert. „Zielgruppe für die Kollektion Andy Wolf sind unter anderem Künstler, Architekten und Ärzte. Andy Wolf repräsentiert Eleganz für den selbstbewussten Mann. Demnächst wird die Kollektion um ziselierte Metallbrillen erweitert“, sagt Wolfgang Scheucher. „Andy Wolf ist ein Sinnbild für alte Handwerkskunst. Details wie mit Ziernieten fixierte Scharniere zeigen, dass nicht alle Brillen der Massenware angehören. Mit Andy Wolf kann sich der Augenoptiker wieder mit hochwertiger Handwerksfertigkeit profilieren“, ergänzt Andreas Pirkheim. Mit dem Design ist es den Grazern ausgezeichnet gelungen das Retrofeeling in das Jahr 2007 zu transportieren.

Christian Kirchmayer: "Crizal A2 mit dem einzigartigen Anti-Statik-Effekt"
Christian Kirchmayer: „Crizal A2 mit dem einzigartigen Anti-Statik-Effekt“

Christian Kirchmayer empfängt uns am Stand von ESSILOR und zeigt uns die neue Beschichtung Crizal A2. „Die neue Top Vergütung ist mit einer antistatischen Schicht versehen und zudem noch härter als das bereits bekannte Crizal Alizée. Konventionelle Brillengläser werden durch die Wischbewegungen statisch aufgeladen. Durch die negative Aufladung werden positiv geladene Staubpartikelchen angezogen und das Glas wird nie vollkommen staubfrei und sauber. Die neue Crizal A2 Schichte greift genau bei diesem Problem ein und verhindert das Anziehen von Staubpartikelchen durch seinen einzigartigen Anti-Statik-Effekt“, erklärt Kirchmayer. Zur Demonstration bietet Essilor eine einfach zu verwendende Toolbox an. Je ein ’normal beschichtetes‘ und ein mit Crizal A2 beschichtetes Brillenglas ist in eine Box mit Styropor Kügelchen montiert. Und wirklich: nach dem Schütteln haften Unmengen an Styropor Kügelchen am konventionell vergüteten Brillenglas, aber kein Einziges an dem mit Crizal A2 vergüteten Glas. „Außerdem wollen wir 2007 das Varilux Ipseo III im Topsegment positionieren. Das Gleitsichtglas nimmt Rücksicht auf unterschiedliches Verhalten der Head- oder Eyemover, verfügt über die gleiche Technologie wie das Physio und wird die Zusammenarbeit mit den Varilux Partnern stärken“, ergänzt Kirchmayer.

Frank Meyer und Horst Müller: "großes Plus im Wiedererkennungseffekt"
Frank Meyer und Horst Müller: „großes Plus im Wiedererkennungseffekt“

Mit dem Motto ‚Created to be unforgettable‘ startet CAZAL die diesjährige Münchner Messe. „Letztendlich liegt ein großes Plus unseres Designs im hervorragenden Wiedererkennungseffekt. Mittlerweile sind ältere Modelle wie die 901 oder 902 zu echten Klassikern mutiert. Vor allem in der Musikszene werden vermehrt CAZAL Vintage Modelle getragen, so dass wir uns überlegen 1:1 Retromodelle neu zu produzieren“, erklärt Geschäftsführer Horst Müller. Ganz im Trend ist das Sonnenbrillen-Modell 969. Die großscheibige Damen-Sonnenbrille verfügt über aufwendig gestaltete Bügeln in einem Materialmix aus Metall und Acetat. Für zusätzlichen Romantik-Touch sorgen effektvoll eingesetzte Strass-Steinchen.

Gudrun Bieg: "Mozart Kollektion mit außergwöhnlichem Design"
Gudrun Bieg: „Mozart Kollektion mit außergwöhnlichem Design“

Bei NEOSTYLE kann man beim Messebesuch Roulette spielen und gewinnen. „Schließlich war Mozart auch ein Spieler“, erklärt Gudrun Bieg von Neostyle und spielt damit gleich auf deren Vorzeige-Kollektion Mozart an. „Mit der aktuellen Mozart Kollektion kehren wir zu unseren Wurzeln zurück und produzieren Brillen mit außergewöhnlichem Design. Das randlose Mozart Modell 1525 besteht aus Titan pur und Grilamid TR 90, denn nur diese Materialen erlauben das besonders ausgefallene Design. Desweiteren haben wir Fassungen aus Acetat mit besonderen Lichteffekten gestaltet. Dazu verwenden wir mehrschichtige Materialien, abgerundete Backen, Kombinationen mit Metall und aufwendigen Verzierungen in den Metalleinlagen der Bügel“, erklärt Bieg. „Der Konsument sollte im Bezug auf Design zu mehr Mut ermuntert werden“, betont Bieg.

Stefanie Schuldt und Eva Gubka: "Einstärkenglas in Freiformtechnologie"
Stefanie Schuldt und Eva Gubka: „Einstärkenglas in Freiformtechnologie“

Stefanie Schuldt und Eva Gubka präsentieren uns die Produktneuheiten von RUPP und HUBRACH. Es sind deren gleich drei. „Die ysis Familie wird ab Mitte Februar um ein Einstärkenglas in Freiformtechnologie bereichert. Dabei kann eine noch nie dagewesene Fülle von persönlichen Parametern wie PD/HSA und Präferenzen wie Fern- oder Nahoptimierung berücksichtigt werden“, betont Schuldt. Wünscht der Konsument zum Beispiel eine Einstärkenbrille, welche vermehrt im Nahbereich eingesetzt wird, so kann nun der Optiker darauf Rücksicht nehmen. Bei der ysis Präferenz Nähe wird unter anderem im Randbereich eine Stärkenzunahme um +0,25 bis +0,50dpt realisiert. Dadurch kommt es zu einer Akkommodationsunterstützung beim Blick nach unten. „Das ysis Einstärken Glas verhilft dadurch zu einem entspannten Sehen“, ergänzt Gubka. Als zweite Neuheit wird uns das individualisierte SPORTS.free Einstärkenglas vorgeführt. Mittels Punkt-für-Punkt Berechnung ist trotz starker Wölbung auch in den Randbereichen ein hoher Sehkomfort gewährleistet. Die dritte Neuheit im Bunde ist das Gleitsichtglas ANATEO. Mittels dem Tool OptiForm wird eine an der Fassungsform orientierte Anpassung aller Sehbereiche durch variable Progressionslängen ermöglicht. Die Fassungsdaten fließen dabei in die Gestaltung der progressiven Fläche ein. Zudem wird die Baulänge des Auges beim Flächendesign berücksichtigt. „Myope, lange Augen benötigen größere fehlerfreie Bereiche, während kurze hyperope Augen von einer Optimierung weichere Flächendesigns profitieren“, so Schuldt.

Marion Janotta: "Thema Schmuck verstärkt im Vordergrund"
Marion Janotta: „Thema Schmuck verstärkt im Vordergrund“

Bei FLAIR wird in der kommenden Saison das Thema Schmuck verstärkt im Vordergrund stehen. „Bei der neuen klassischen Fassung Flair 129 werden Acetatdekore wie Schmuck mit Titansträngen im Bügel eingefasst“, beschreibt Marion Janotta die neuen Designtrends bei Flair. „Möchte die Trägerin noch mehr Aufmerksamkeit erhaschen, sollte sie den passenden Schmuckanhänger an ihrer Halskette tragen“, betonte Janotta. Weitere Highlights stellen die Flair Fassungen mit Signity Schmucksteinen dar. Die Steine sind einzeln gefasst, so dass er eine besondere Strahlkraft erreicht, da das Licht auch von hinten durch den Stein treten kann. Aufgefallen sind uns noch klassische Fassungen mit edlen Edelholzbügeln.

Robert Maier, Martina Krischan, Markus Präg: "Alternierende, weiche Bifokalkontaktlinse"
Sebastian Rössler, Martina Krischan, Markus Präg: „Alternierende, weiche Bifokalkontaktlinse“

Am Stand von BILOSA unterhalten wir uns mit Martina Krischan, Markus Präg und Sebastian Rössler über die aktuellen Neuheiten. So steht unter anderem eine weiche alternierende Bifokallinse, die Bilosa Royal, im Mittelpunkt. Das Besondere der Bilosa Royal Kontaktlinse – dadurch unterscheidet sie sich von allen anderen hydrophilen Mehrstärkenlinsen – ist das patentierte, dreieckige Nahteil. Ähnlich wie von formstabilen Bifokallinsen bekannt, wird das Nahteil der Bilosa Royal in zwei unterschiedlichen Formen, Typ 0 mit spitzem Nahteil, Typ 2 mit abgerundetem Nahteil hergestellt. Dieses dreieckige Nahteil ermöglicht einen besseren Blick in die Ferne als ein gerades Nahteil. Beim Blick in die Nähe mit Blickabsenkung wird die Linse vom Unterlid nach oben geschoben, so dass auch in der Nähe scharfes Sehen durch das Nahteil gewährleistet wird. Stabilisiert wird die Linse durch eine Kombination von dynamischem und prismatischem Prinzip, was dem Kontaktlinsen-Träger zusätzlichen Komfort bietet. „Das alternierende System hat den Vorteil, dass durch das klar abgegrenzte Nah- und Fernteil eine brillante Optik und ein guter Visus erzielt wird“, verspricht Martina Krischan.

Hans, Thomas & Mette Laursen und Michaela Janes: "Farbentwicklung ist zentrales Thema"
Hans, Thomas & Mette Laursen und Michaela Janes: „Farbentwicklung ist zentrales Thema“

Bei INFACE sprechen wir mit Firmengründer Hans Laursen, Thomas Laursen und Österreich Betreuerin Michaela Janes. Hans Laursen – selbst Augenoptiker – trennte sich 1995 von seinen Läden um sich ganz dem Brillendesign zu widmen. „Farbentwicklung ist ein zentrales Thema bei der Gestaltung unseres Fassungsdesigns. Die optimale Fassungsfarbe ist unter anderem auch von der Hautfarbe abhängig. Unser Ziel ist nicht die Massenware, sondern die Gestaltung von unterschiedlichen Fassungsformen, damit für jede Gesichtstypologie die passende Form verfügbar ist“, begründet Laursen die Unternehmensphilosophie von Inface. Beim Ansehen der Kollektion findet man einen Schwerpunkt bei sanften Farbtönen. Braun und Beige stehen im Vordergrund. Sehr anspruchsvoll gestaltet sind die neuen Nylormodelle von Inface, welche mit matt gebürsteten, breiten Stahlbügeln eine hohe Wertigkeit ausstrahlen.

Peter Lachner und Markus Temming: "Fassungen aus Kohlefaser und Glasfaser"
Peter Lachner und Markus Temming: „Fassungen aus Kohlefaser und Glasfaser“

Peter Lachner und Markus Temming erklären uns die Konstruktion der federleichten MARKUS T. Brillen. Die Bohrlöcher der Gläser sind nur 0,6 Millimeter dick. Dadurch wird ein extrem zug- und reißfester Nylonfaden geführt welcher eine sichere Verankerung der Brillengläser mit der komplett schraubenlosen Leicht-Titanfassung garantiert. Zu sehen waren 13 verschiedene Modelle in unterschiedlichen Farben und Größen der deSIGN Serie. Zudem präsentierte Markus T. die mehrfach preisgekrönte Kollektion me. „Die Kollektion me wird aus einem Mix verschiedenster Materialien, darunter Kohlefaser und Glasfaser produziert. Ein wirkungsvolles Klemmsystem beim Nasensteg ermöglicht die Fixierung der Gläser ohne aufwändige Montagesysteme oder Erhitzen des Materials. Aufgrund der ausgezeichneten Stabilität der Fassung haben wir die Garantie von 2 Jahre auf nunmehr 5 Jahre erweitert“, schildert Lachner. Die Kunststoffbrille me ist mit weniger als drei Gramm Gewicht überaus leicht. Gestaltet ist sie mit dezenten Konturen in der Seitenansicht und mit futuristischen Ansätzen bei Betrachtung von vorne.

Marco Mayr und Maik Hartung: "Wellenfrontanalyse des Auges"
Marco Mayr und Maik Hartung: „Wellenfrontanalyse des Auges“

Am Stand von CARL ZEISS wird uns der neue i.Profiler von Marco Mayr und Maik Hartung vorgestellt. Mit Hilfe des neuen Messgerätes kann unter anderem über 1500 Messpunkten eine Wellenfrontanalyse des Auges vorgenommen werden. Dazu wird ein feiner Infrarotstrahl mit niedriger Intensität auf die Retina projeziert. Das davon zurückkommende Licht wird durch die Fehler des Auges moduliert. „Der Augenoptiker übersendet die Refraktionsdaten zusammen mit dem Messergebnis des Wellenfrontaberrometers an Carl Zeiss. Mit i.Scription ist es nun möglich optimierte Brillenglas-Werte auf dieser Basis zu berechnen. Diese garantieren dem Brillenträger optimierte Sehleistung in allen Umgebungsbedingungen, besonders aber in der Dämmerung und bei Nacht“, erklärt Maik Hartung. „Der neue i.Profiler dient neben der Wellenfrontanalyse auch als Autorefraktometer, Keratometer und Hornhaut Topographiesystem. Dies macht den i.Profiler zu einer anspruchsvollen Komplettlösung“, ergänzt Marco Mayr.

Andrea Hahn & Martin Lehmann: "Panto-Trend mit fröhlichen Acetatmustern"
Andrea Hahn & Martin Lehmann: „Panto-Trend mit fröhlichen Acetatmustern“

Bei MARTIN&MARTIN treffen wir Österreich Vertriebsleiterin Andrea Hahn und Firmenchef Martin Lehmann. Die aktuelle Kollektion ist sehr gelungen und greift Retroformen wie zum Beispiel den topaktuellen Panto-Trend mit fröhlichen Acetatmustern auf. „Trotzdem stehen braune und beige Töne nebst Crystal und Rot derzeit bei uns im Vordergrund“, berichtet Andrea Hahn. Neben dem Retrodesign findet sich in der Kollektion mutiges, eigenständiges Design. Die Fassungen aus solidem Acetat weisen ein ordentliches Finish auf und werden gehobenen Ansprüchen durchaus gerecht. Martin&Martin wurde 1997 von Martin Lehman und Martin Stempel gegründet.

Herbert Hetych mit Teil des Teams: "Stehen mit Beratungsteam zur Verfügung"
Herbert Hetych mit Teil des Teams: „Stehen mit Beratungsteam zur Verfügung“

Beim österreichischen RGP Kontaktlinsen Spezialisten HETYCH wird uns das neue Speziallinsenprogramm vorgestellt. Frei nach dem Motto geht nicht gibt es nicht werden alle Arten von torischen und bitorischen Kontaktlinsen angeboten. „Alle Kontaktlinsen werden bei uns im modernen SML-Drehverfahren hergestellt. Für Kontaktlinsenoptiker stehen wir jederzeit mit unserem Beratungsteam zur Verfügung. Für Anpassberatung ersuchen wir um die Zusendung von Topometriedaten nebst Refraktionswerten“, so Herbert Hetych. Leopold Wunsch betreut Kontaktlinsenoptiker vor Ort, während Elisabeth Hetych den Innendienst und die Auftragsannahme leitet.

Ulrike Ribbeck und Frank Lautenbach: "Vollorganische Vergütung ORGATECH"
Ulrike Ribbeck und Frank Lautenbach: „Vollorganische Vergütung ORGATECH“

Bei SEIKO steht die neue Vergütung ORGATECH im Mittelpunkt. Ulricke Ribbeck und Frank Lautenbach geben uns technische Informationen. „Bisher waren zwar die Kunststoff Brillengläser selbst sowie auch die kratzresistente Hart- & die schmutzabweisende Lotus-Beschichtung aus organischem Material und konnten daher bei Hitze und Kälteeinwirkung flexibel ausdehnen und wieder zusammenziehen. Die Entspiegelung konnte bislang jedoch nur aus anorganischen Material hergestellt werden. Anorganische Materialien reagieren jedoch unflexibler auf Temperaturschwankungen. Deswegen entstanden aufgrund der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten häufig unschöne Haarrisse. ORGATECH ist eine vollorganische Vergütung. Die damit beschichteten Brillengläser sind bis 85 Grad Celsius hitzeresistent und können bis zu 100kg Druck ohne Schaden überstehen. Diese Druckfestigkeit ist nicht nur ein Schutz gegen Putzkratzer sondern verringert auch das Risiko durch Beschädigungen beim Einspannen in den Schleifautomaten“, erklärt Lautenbach. Der Restreflex des ORGATECH entspiegelten Glases ist im Gegensatz zu anderen Kunststoffgläsern wieder mehr im Blaubereich.

Karin Spohn und Steven T. Schuster: "Extreme H2O toric hält gesättigten Wassergehalt aufrecht"
Karin Spohn und Steven T. Schuster: „Extreme H2O toric hält gesättigten Wassergehalt aufrecht“

Bei GALIFA treffen wir Karin Spohn (Galifa) und Steven T. Schuster (hydrogelvision Corporation). Im Mittelpunkt steht die Extreme H2O toric. Die hioxifilcon A (co-polymer GMA-HEMA) Kontaktlinse ist ab sofort auch mit einem Zylinderwert von -0,62dpt in 30 Grad Achsenabstufungen erhältlich. „Wir haben uns für einen Zylinderwert von 0,62 Dioptrien entschieden, da mit diesem Wert die häufigsten Astigmatismen welche sich im Bereich von 0,50 und 1,00 befinden versorgen können“, erklärt der amerikanische hydrogelvision Corporation Präsident und Hersteller der Extreme H2O Steven T. Schuster. „Das Material hält einen gesättigten Wassergehalt aufrecht, selbst unter extremen Bedingungen. So sind die Linsenparameter und die Sauerstoffdurchlässigkeit nach dem Aufsetzen bis zum Abend stabil“, ergänzt Schuster.

Andree Hube und Markus Schwager: "Kodak Unique Lens Gelitsichtglas auch phototrop und polarisierend"
Andree Hube und Markus Schwager: „Kodak Unique Lens Gelitsichtglas auch phototrop und polarisierend“

Bei SIGNET ARMORLITE treffen wir Projektmanager Andree Hube und Markus Schwager, den neuen Außendienstmitarbeiter für Österreich. Auf der Messe wird das neue Progressivglas ‚Kodak Unique Lens‘ vorgestellt. Das innenprogressive, individualisierte Gleitsichtglas wird sich unter der bekannten Marke Kodak im mittleren Preisbereich etablieren. Das neue Gleitsichtglas kann mit Hilfe der Kundenbefragung und eines Sehprofils für spezielle Anforderungen optimiert werden. So kann eine Dominanz für die Ferne oder Nähe festgelegt werden und bereits bei der individuellen gestaltung des Flächendesigns auf die Fassungsform Rücksicht genommen werden. „Unsere Gläser werden in Österreich nur an den traditionellen Fachoptiker geliefert“, betont Hube. Das neue Gleitsichtglas ist auch phototrop und polarisierend lieferbar.

Richard Fröhlich, Stefanie Beier, Jens-Dominic Zeeck: "Silikonhydrogel mit 48 Prozent Wassergehalt"
Richard Fröhlich, Stefanie Beier, Jens-Dominic Zeeck: „Silikonhydrogel mit 48 Prozent Wassergehalt“

Die neue Silikonhydrogel Kontaktlinse Biofinity dominiert den Messeauftritt von COOPERVISION. Richard Fröhlich erklärt uns die Produkteigenschaften der neuen Kontaktlinse: „Biofinity ist eine Silikongydrogel Kontaktlinse mit einem Dk/t Wert von 160. Das einzigartige an der Kontaktlinse ist sein mit 48 Prozent überdurchschnittlich hoher Wassergehalt gegenüber den anderen am Markt befindlichen Silikonhydrogel Kontaktlinsen. Dadurch ist auch der Modulus der Linse deutlich geringer als bei vergleichbaren Produkten. Auch die Benetzung ist gegenüber herkömmlichen Silikonhydrogelen deutlich verbessert worden.“ Die Kontaktlinse ist von der FDA für das Tragen über 30 Tage und Nächte freigegeben. Auf der Messe kann man übrigens auch einen von drei Cooper S Cabrios gewinnen. Schnell entschlossene Augenoptiker können auch noch auf der Website von Cooper Vision einen Gewinnschein ausfüllen.

Peter Braunstorfer: "Neue ergonomische Lupe von Designer Jochen Tillack"
Peter Braunstorfer: „Neue ergonomische Lupe von Designer Jochen Tillack“

SCHWEIZER OPTIK präsentiert auf der diesjährigen opti München seine neue ERGO-Line Lupe, welche mit dem Designer Jochen Tillack entwickelt wurde. Bei der neuen Lupe wurde in erster Linie auf ein ganzheitliches ergonomisches Design geachtet. „Es kam auf den Wirkungskreis Auge, Kopf und Hand an“, erklärt Peter Braunstorfer. Der Griff der Lupe ist für ein ergonomisches umfassen der Faust konzipiert worden. Eine LED Beleuchtung und die Möglichkeit eines Topfaufsatzes komplettieren die Lupe im neuen Design.

Michael Wittmann: "Air Optix individual, individuelle Silikonhydrogel KL"
Michael Wittmann: „Air Optix individual, individuelle Silikonhydrogel KL“

In den Gängen der opti treffen wir Michael Wittmann von CIBA VISION und sprechen mit ihm über die zukünftigen Entwicklungen der Kontaktlinse. So wurde die Tageskontaklinse Dailies um den Zylinderwert 1,50dpt erweitert. Zudem werden neue Tageslinsenmaterialien die Zukunft dominieren. Eine Entwicklung in diese Richtung sind benetzende Komponenten. So wird bei der Dailies mit jedem Augenzwinkern eine winzige Menge einer Benetzungssubstanz auf Basis von Polyvinylalkohol – genannt AquaRelease – in den Tränenfilm freigesetzt. Der Tränenfilm haftet dadurch stabiler auf der Hornhaut und verbessert so den Tragekomfort. Im Bereich der Silikonhydrogele hat man bei Ciba Vision eine sehr interessante Neuigkeit im Köcher. Ab Mitte Februar wird eine individuell angefertigte Silikon-Hydrogel-Kontaktlinse unter den Namen Air Optix individual auf den Markt kommen. „Die neue Dreimonatslinse wird in drei Durchmessern und 13 Basiskurven verfügbar sein. Die Herstellung erfolgt im CNC Drehverfahren. Dazu wird im Vorfeld das Material verdichtet, zu Blenks veranbeitet und anschließend gedreht. Dies eröffnet eine Kundenbindung wie im Segment der RGP Kontaktlinsen“, berichtet Wittmann. Befragt zur Logistik im Pflegemittelbereich verpricht Wittmann, dass „nun die Kontaktlinsen-Pflegemittel Distributions-Logistik optimiert wurde und bis auf Blue Vision und Softwear Saline 360ml alles lieferfähig ist.“

Josef Gruber und Saschi Schuster: "Topaktuelle Retroformen"
Josef Gruber und Saschi Schuster: „Topaktuelle Retroformen“

Seinen 15. Geburtstag feierte FUNK auf der diesjährigen opti München. Das flippige Image will man zwar aufrechterhalten, man setzt jedoch auch zunehmend auf ’normaleres‘ Design. Beim Durchsehen der aktuellen Kollektion fallen uns gelungene Titan-Acetat Kombinationen auf. Insgesamt sind die Modelle zu einem großen Teil mit markanten Formen massiv gebaut. Auch einige Panto Modelle finden sich in der Kollektion. Sehr schön gelungen ist das Fischgrätmuster an den Bügeln bei einigen ausgewählten Modellen. Der Effekt dient zugleich zur Elastizität der Bügel. Andere Modelle sind mit einer rauen Oberfläche versehen, also ganz im Frosty-Look. Auch Pilotenformen sind durchwegs zu sehen. Auf unsere Frage wie die weißen Acetatmodelle ankommen erklärt Saschi Schuster schmunzelnd, dass „diese topaktuellen Retroformen in Weiß insbesondere in Asien einen sehr guten Absatz finden“.

Georg Dinkelaker: "Optifree Replenish mit TearGlyde"
Georg Dinkelaker: „Optifree Replenish mit TearGlyde“

Am Stand von ALCON wollen wir uns über das neue Optifree Replenish und das Benetzungsmittel Systane informieren. Die Österreichische Niederlassung ist auf der Messe nicht vertreten, dafür beantwortet uns der sympathische deutsche Vertriebsleiter Georg Dinkelaker unsere Fragen. Die Polyquad-Multifunktionslösung Optifree Replenish hat mit TearGlyde eine Wirkstoffkombination erhalten, die eine lang anhaltende Feuchtigkeitsbindung unterstützt. „TearGlyde ist eine Kombination aus Tetronic I304 und Nonanoyl-Ethylendiamintriessigsäure. Dies konditioniert die Kontaktlinse und bewirkt eine nachhaltige Benetzung der Oberfläche weicher Kontaktlinsen“, so Dinkelaker. Bis dato würden österreichische Optometristen und Kontaktlinsenoptiker allerdings mit Optifree Replenish angeblich nicht beliefert. Unsere Frage weshalb dies so sei, konnte nicht beantwortet werden, da Alcon Österreich eine autake Länderniederlassung sei. Eine weitere Innovation stellt die Benetzungslösung Systane dar. Augenoptiker und Optometristen werden zunehmend mit einem Trockenheitsgefühl im Auge konfrontiert. „Systane ist bei der Verwendung flüssig und erfährt am Auge eine Viskositätsveränderung. Die Veränderung zu einer gelartiger Substanz ist die Ursache für die langanhaltende Wirkung am Auge. Damit ist Systane optimal für trockene Augen auch am Bildschirm und im Flugzeug geeignet. Mit Kontaktlinsen ist Systane aufgrund der Gelwirkung nur bedingt geeignet“, erläutert Dinkelaker.