NÖ: Gemeinsame Fortbildung für Augenoptiker und Augenärzte

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Bereits zum 3. Mal fand in Niederösterreich eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für Augen- und Kontaktlinsenoptiker, Optometristen, Augenärzte und Orthoptisten statt.

Mehr als 50 Teilnehmer aus Niederösterreich, Oberösterreich und Wien folgten am 17.10.2018 der Einladung von Landesinnungsmeister Mag. Dr. Markus Gschweidl, MSc (Augenoptiker) und Fachgruppenvorsitzendem Dr. Peter Gorka (Augenarzt) ins Universitätsklinikum St. Pölten zur Abendveranstaltung „Sehen beim Sport“.

Als erste Referentin sprach Oberärztin Dr. Hildegard Gruber zunächst über die Bedeutung von sportlichen Aktivitäten für die Gesundheit im Allgemeinen sowie als Schutz vor AMD und zur Reduktion der Myopieprogression im Kindesalter im Besonderen. Sie präsentierte unter anderem eine Studie, wonach 30 bis 40% der fehlsichtigen Freizeit- und Leistungssportler auf eine optische Korrektur gänzlich verzichten. Gar 80% der Skiunfälle sind durch Seh- oder Wahrnehmungsfehler bedingt und 90% der Augenverletzungen gelten als vermeidbar. Anschließend gab Dr. Gruber einen Überblick, welche Sportarten beziehungsweise welche  körperliche Belastungen bei bestimmten Augenerkrankungen nicht ausgeübt werden sollten. Zu vermeiden sind etwa vorwiegend statische (Kraft-)Belastungen bei Glaukom und Belastungen mit Erschütterungen des Körpers und Kopfes bei hoher Myopie. Schließlich erörterte die Referentin mögliche Alternativen für den Refraktionsausgleich beim Sport –  wie durch Brillen, Kontaktlinsen oder refraktive Chirurgie . In diesem Zusammenhang verwies sie auf einen aktuellen Erlass des Bildungsministeriums, wonach Brillen im Sportunterricht nur dann getragen werden dürfen, wenn Brillengläser und Fassung aus bruchfestem Material bestehen.

Den zweiten Vortrag des Abends hielt Leopold Maurer, Augenoptikermeister, Kontaktlinsenoptiker und ehemaliger Lehrer an der HTL für Optometrie in Hall in Tirol. Auf eine sehr humorvolle Art brachte er zahllose Beispiele aus seiner 40-jährigen beruflichen Praxis. Dabei verwies er auf den Umstand, daß die Umstellung von Sehgewohnheiten mitunter zum Problem werden kann. So erzählte er von einem Leistungssportler, der trotz seiner unkorrigierten Fehlsichtigkeit sehr erfolgreich wurde, aber sich in Folge nicht an seine (scheinbar) bestmögliche optische Korrektur gewöhnen konnte und damit keinen sportlichen Erfolg mehr hatte. Die Erfordernisse an den Visus sind je nach Sportart unterschiedlich hoch:. Während beim Schießen 1,00 notwendig sind, reichen beim Schwimmen oder Judo 0,30 bis 0,50. Weitere Aspekte einer guten Sehleistung betreffen etwa die Themenbereiche zentrales versus peripheres Sehen sowie das Bewegungssehen (dynamisches Sehen). Bezüglich der Verwendung von kontraststeigernden Farbfiltern wies Leopold Maurer schließlich darauf hin, daß damit auch eine Refraktionsänderung einhergehen kann.

Foto (v.l.n.r.): Peter Gorka, Hildegard Gruber, Leopold Maurer, Markus Gschweidl – Foto: Andrea Servus (WKNÖ)

Beim gemütlichen Ausklang wurde dann nicht nur über das Thema „Sehen beim Sport“ weiter diskutiert, sondern auch der Wunsch nach einer Neuauflage dieses Formates einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung für Augenärzte und Augenoptiker in Niederösterreich geäußert. „Angesichts der hohen Teilnehmerzahl und des guten Feedback werden wir diesem Wunsch auch im nächsten Jahr wieder gerne nachkommen“, freut sich LIM Markus Gschweidl und macht sich schon Gedanken über ein für beide Berufsgruppen interessantes Thema.