Silmo 2006 – Messebricht aus Paris

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Schon zur Zeit Ludwigs XIV blickte das modebewusste Europa auf Frankreich. Vom Freitag 27. bis Montag 30. Oktober fand die französische Fachmesse Silmo in Paris statt. Vier Hallen mit knapp 85.000 Bruttoquadratmetern Ausstellungsfläche und rund 1.200 vertretene Labels luden zum Messeevent ein. Neben französischen Ausstellern (333) fanden zu einem großen Teil asiatischen Firmen (206) auf dieser Messe einen Platz zur Präsentation Ihrer Produkte. Das optikum ist für Sie nach Paris gereist und hat über 140 Kollektionen für Sie durchgesehen und Interviews geführt.

Trends
Silmo d’Or 2006
Die Kollektionen und Interviews
ESA Jahrestreffen

Trends

Beim Beobachten der Kollektionen bemerkte man einen Trend zum Überschwänglichen in knalligen Farben und mit einigen Glitter-Elementen. Details wie Strasssteine und Perlen fehlten in keiner der Kollektionen. Als aktuelle Farben fielen uns besonders sattes Rot, Braun und Gold auf. Das Design der Fassungen wies dekorative Motive und reichhaltige Materialkombinationen auf. Zusammenfassend kann man sagen dass die Korrektionsfassungen und Sonnenbrillen in der kommenden Saison auffällig gestaltet sein werden.

Bei genauerem Hinsehen fand sich auch eine typische Glasform der 80er Jahre. Nachdem die Pilotenform in allen Kollektionen Einzug gehalten hat, sind nun immer häufiger Pantobrillen in den Kollektionen vertreten. Pantobrillen fanden wir besonders bei Andy Wolf (Titanic Optik), Prada (Luxottica) und Michael Kors (Marchon).

Hipp dürfte der Einfluss britischer Mode demnächst auch in unseren Breiten werden. Trends aus dem vereinigten Königreich könnte man bei Booth & Brooks, Burberry (Luxottica) und Superfine (ic! berlin) bemerken.

Auch eine bereits bekannte Technik der 80er Jahre fand sich auf der Silmo wieder, nämlich die Möglichkeit das Design und die Farben der Brillenfassung zu wechseln. Die technischen Details wurden jedoch so perfektioniert, dass die Änderungen vom Träger mit nur wenigen Handgriffen ganz simpel durchgeführt werden können. Fassungen mit Farbwechsel fanden wir unter anderem in den Kollektionen Change Try (Allison) und Gail Spence (Prodesign).

Neben tollen Fassungsdesign wurden auf der Silmo auffällig viele Innovationen im Bereich der Sportbrillen präsentiert. Obwohl die ganze Messe sehr professionell durchgeführt war und die meisten französischen Aussteller gerne und fließend englisch sprachen, kam es nur in wenigen Fällen zu Ignoranz gegenüber nicht perfekt französisch sprechenden Messebesuchern. Gerade bei L’amy war man mit der Frage nach den zuständigen Personen für Österreich beziehungsweise dem deutschsprachigen Raum überfordert. Da brachte auch eine dreiminütige Diskussion zwischen der Sales Assistant und dem Geschäftsführer kein Ergebnis.

Nebenbei erwähnt muss sein, dass der Messebesuch in Paris schon aus kulinarischer Perspektive nahezu ein Pflichtermin war. Die Besuche von Restaurants in der französischen Hauptstadt lässt einen Messetag mehr als nett ausklingen!

Silmo d’Or 2006

Silmo d'Or
Silmo Präsident Guy Charlot moderierte die Silmo d’Or Vergabe selbst

Ein Höhepunkt der Silmo ist seit 13 Jahren die Verleihung der Silmo d’Or Auszeichnungen in 12 verschiedenen Kategorien. Die Verleihung der Trophäen fand am Freitag Abend im Pavillon Gabriel nach einer Einleitung durch Silmo Präsident Guy Charlot statt. 43 Produkte waren nominiert, darunter auch als einziger österreichischer Lieferant das Grazer Unternehmen Titanic Optik mit dem Naviset in der Kategorie Accessoires. Gegen die drei französischen Konkurrenten „Des choses et d’autres“, „Morel“ und „Yves Cogan“ war aber der Heimvorteil der französischen Mitbewerber vielleicht zu stark. Letztendlich gewann Morel mit dem Produkt KIT PLV/Koali.

Rodenstock hat in der Kategorie Brillenglas mit dem „Impression Mono“ den Silmo d’Or 2006 gewonnen. Mitbewerber in dieser Kategorie waren Essilor (mit Varilux Physio) und Younger Optics Europe (mit Drivewear). Weitere Silmo d’Or Preisträger waren Axebo mit der Fassung Lectra, Lafont mit der Sonnenbrille Surprise, Exalto mit Brillenmodell Istery, Demetz mit der Sportbrille Bling, Inottica mit der Kinderbrille FPV 10, Comotec mit Flexscharnier Flatflex, Indo mit der Schleifmaschine Opera Scan, Johnson & Johnson Visioncare mit dem Produkt Acuvue OASYS mit Hydraclear Plus, Medas mit dem Feldstecher Jumelle Optiview und Visiole mit dem Vergrößerungs-Pocket-PC LEP 430. Wir gratulieren nochmals!

Die Kollektionen und Interviews

Barbara Haider, Micha Siebenhandl
Barbara Haider & Micha Siebenhandl „Aktive Zusammenarbeit“

Am Stand von Marchon trafen wir Österreich Repräsentantin Barbara Haider und Micha Siebenhandl, Director Marchon Germany & Austria. Calvin Klein, Fendi und Nike gehören zu den international bekannten Labels die Marchon vertreibt. Besonders aufgefallen ist uns unter anderem eine Calvin Klein Maskenbrille (Mod. 455). Die überdimensionierte Shield-Brille fiel uns durch ihre bis zum Anpassungsbereich extrem breiten Bügeln auf. Voluminöse Bügel fanden sich auch in der neuen Sonnenbrillenkollektion von Fendi. Die Kollektion Michel Kors ist vom amerikanischen Einfluß geprägt. Michael Kors spielt mit Gegensätzen in Form und Material. Die Kollektion spiegelt einen Mix aus stilistischen Elementen, teils aus den frühen 80er-Jahren. In der Kollektion findet sich unter anderem auch ein sehr dezentes, dünnrandiges und Acetat-Pantomodell (Mod. 534) und eine Sonnenbrille in der klassischen Pilotenform (Mod. 2001). „Bei unseren Linien setzen wir auf aktive Zusammenarbeit mit den Optiker-Partnern. Die Premium Labels Calvin Klein, Fendi und Michael Kors werden deshalb bewusst selektiv und strategisch bei Optikern positioniert“, begründete Repräsentantin Haider.

Frederic Pons, Dominique Bazin
Frederic Pons und Dominique Bazin „Sport Vision für Fashion Freaks“

Frederic Pons, den internationalen Brand Manager von Tag Heuer Sport Vision trafen wir beim französichen Hersteller Logo. Im Jahr 1986 gegründet, hat sich der Sportartikelhersteller Tag Heuer seit 2002 auch im Brillenbereich positioniert. Die Modellserie Sport Vision hat unter anderem ein optisch verglasbares Modell (Mod. Panorama) mit einer Panorama-Scheibe im Programm. Diese Bauart ist nicht in hohen Dioptrienstärken verglasbar, da die dezent in zwei Hälften geteilte Shieldform Grenzen setzt. Bei der Verwendung von Gläsern mit geringeren optischen Wirkungen stellt die sportlich, futuristische Brille jedoch wirklich etwas besonderes dar. Auch die hochflexiblen Bügel griffen sich gut an und bringen mit peppigen Farben Drive in den Alltag. Für Fashion Freaks gibt es die randlose Brille auch mit Bügeln im Alligator Look. „Wir wollen nicht das Logo von Tag Heuer auf irgend einer Brillenkollektion anbringen“, erklärte Brand Manager Pons. „Die Identität von Tag Heuer Sport Vision zielt auf neue Materialien, neue Funktionalität und Innovationen im Finish und Tragekomfort“, ergänzte Logo Verkaufsleiter Dominique Bazin.

 

Marion Janotta
Marion Janotta „Fassungen mit energiegeladene Balance“

Flair zeigte auf der Silmo 2006 neues Randlosdesign, bei dem der Bügelansatz in den Glasbereich wie ein Kunstwerk integriert ist. Dazu fräst der Optiker im temporalen Glasbereich eine dreieckige Ausnehmung für den Bügel. Der fließende Übergang von Fassung und Gläsern wird durch die beinahe unsichtbare Verbindung mit einem Nylonfaden gewährleistet. Der Nylonfaden wird um die Backe geschwungen und verknotet. So entsteht eine stabile und gleichzeitig elastische Verbindung. Als weiteres Highlight wurde uns von Marion Janotta die neue Flair Couture Fassung vorgestellt. Die etwas dominanter wirkenden Randlosbrillen sind matt gebürstet und mit Signity Steinen versehen. Die speziellen Steine sind von Swarovski. Die Facetten der Ziersteine entsprechen mittels speziellen Schleifverfahren jenen von Diamanten. Gut gefallen hat uns ein Demonstrator für die Steine, mit denen der Konsument mit Hilfe hoher Vergrößerung den besonderen Schliff dieser Steine betrachten kann. Die Philosophie der neuen Flair Fassungen beschrieb uns Marion Janotta mit einer alten chinesischen Philosophie: „Wie bei der Philosophie von Yin und Yang entsteht bei den Fassungen durch das Zusammenspiel zweier sich ergänzender und zugleich entgegengesetzter Elemente eine energiegeladene Balance.“

Peter Booth, Jeremy Setton
Peter Booth und Jeremy Setton: „Englische Streetfashion“

Schrille und poppige Brillemode gab es am Stand von Booth & Bruce London zu sehen. Der englische Brillenlabel wurde in den späten 90ern in Brighton aus der Taufe gehoben. Zuerst verkauften die beiden Designer Peter Booth und Jeremy Setton nur an interessierte Endverbraucher. Im Jahr 2002 mussten sich die beiden entschließen ob sie weiter im Detailgeschäft oder als Lieferant für Augenoptiker fungieren wollten und entschloss sich für letzteres. „Unsere Kollektion reflektiert die englische Streetfashion. Bis vor kurzem wurde in England wenig für Fassungsdesign gemacht. Der Grund dazu lag unter anderem im Gesundheitssystem von Großbritannien. Bis zum Jahr 2000 bekam jeder Fehlsichtige vom Staat seine Gratisbrille. Als dies aus Sparmaßnahmen gestrichen wurde, kam es zur Kompensation mit billig gefertigte Fernostfassungen, da ja die breite Masse die Low-Cost beziehungsweise No-Cost Brille gewohnt war. Zugleich hat die Gesundheitsreform aber auch neue Chancen für Designerbrillen gebracht“, berichtete uns Peter Booth.

Lars Toftdahl
Lars Toftdahl: „Klicksystem mit 28 verschiedenen Bügeln“

Das neue Korrektionsbrillen-Modell Gail Spence wurde von prodesign denmark auf der Silmo präsentiert. Verkaufsleiter Lars Toftdahl erklärte uns das Prinzip der neuen Fassung: „Das Modell Gail Spence ist in 6 verschiedenen Fronten erhältlich und kann mit einem simplen Klicksystem mit 28 verschiedenen Bügeln kombiniert werden. Dabei kann man nicht nur die Farbe sondern den ganzen Stil der Brille verändern. Das Mittelteil ist aus Titan gefertigt. Die Bügel bestehen aus Expositharz und sind zum Teil einfärbig oder mit einem Muster versehen. Einige der Bügel weisen auch Applikationen beziehungsweise dreidimensionale Strukturen auf.“

Andreas Pirkheim, Wolfgang Scheucher
Andreas Pirkheim, Wolfgang Scheucher: „Panto is back!“

Weihnachtlich ganz in Rot mit weißem Schnee (also patriotisch Rot-Weiß-Rot) behauptete sich das Team von Titanic Optik auf der Pariser Messe. In der Halle gingen Titanic Weihnachtsmänner umher um die Besucher auf den Stand der Grazer aufmerksam zu machen. Da kam es schon manchmal zu einer Verwirrung, wenn die Messebesucher ihre Kinder mitgenommen hatten. Als Vorzeigekollektion diente in Paris der neue Titanic Label Andy Wolf. Die Kollektion besticht durch ein Revival der Pantoform. Titanic Chef und Neo-Panto-Fan Andreas Pirkheim erklärte uns die Philosophie der neuen Pantokollektion: „Edles Pantodesign sorgte bereits in den Vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts für Furore. Panto is back! Die neue Retrokollektion von Andy Wolf wird von uns erstmalig hier auf der Silmo 2006 vorgestellt. Die neue Designerkollektion fällt durch ein überdurchschnittlich hochwertiges Finish bei Details auf. So umfassen die Kombi-Brillen zum Beispiel einen aufwendig gestalteten ziseliertem Steg. Metallbrillen werden mit Acetat Außen- oder Innenringen versehen. Die Scharniere im Bügelbereich sind sogar im Ziernieten-Design.“ Die neuen Pantofassungen von Andy Wolf erinnerten uns tatsächlich an das Flair der 80er Jahre. Mit dem Design ist es den Grazern gelungen das Retrofeeling fashionable in das Jahr 2006 zu transportieren.

Klaus Lorenz, Michael Baehr
Klaus Lorenz und Michael Baehr: „Antonio Banderas ist neues Police Testimonial“

Beim italienische Brillenhersteller De Rigo berichtete uns Vertriebsleiter Klaus Lorenz vom neuen Police Model. „Nach Bruce Willis, David Beckham und George Clooney konnten wir für die kommenden zweieinhalb Jahre Antonio Banderas als Testimonial gewinnen“, freute sich Lorenz. Die aktuelle Police Kollektion erschien uns sportlich mit einem Schwerpunkt im Wrap-Around-Sektor. „Bei unserem Modelabel Escada wird ein jüngeres Image mit den kommenden Kollektionen Einzug halten. Escada konnte Valentino Chefdesigner Damiano Biella als Kreativdirektor verpflichten“, berichtete Lorenz. Die aktuelle Kollektion ist sowohl bei den Sonnenbrillen als auch bei den Korrektionsbrillen von großen Scheibenformen geprägt.

Manfred Gründler
Manfred Gründler, mit Silmo d’Or: „Folientechnik bei optischer Verglasung“

Eine extrem reichhaltige Auswahl an Sportbrillen fanden wir beim französischen Sportbrillenhersteller Demetz. Manfred Gründler, Geschäftsführer für Deutschland und Österreich, zeigte uns das beeindruckend große Programm. So ist mit dem System ROS eine Verglasung über die gesamte Sportbrillenscheibe möglich. Dies funktioniert mit einem Einsatz, der den temporalen Bereich leicht nach vorne bringt. So kommt man trotz Wrap-Around-Effekt mit Gläsern der Basiskurve 6 durch. Bei den Skibrillen wird zur optischen Verglasung ein Innenclip mit Halterungsfüßchen eingesetzt, der leicht an das System einer Intraokularlinse erinnert. Neu bei Demetz ist die Technik mit einer Folie, in welche die Korrektionsgläser eingearbeitet werden. Die Folie hat exakt die Innenform der Skimaske und wird dann mit den eingearbeiteten Gläsern einfach innen eingelegt. Es war kaum zu glauben, aber die Folie behielt bei unserem Test am Stand von Demetz auch bei starken Erschütterungen ihren Platz und verrutschte nicht. Diese Folientechnik wird auch bei Taucherbrillen und für Wassersportschutzmasken (z.B. Kite-Surfen) angewendet. Die Tauchmasken können übrigens sogar mit bifokalen Gläsern ausgestattet werden. Dies ist insofern sinnvoll, da beim Blick auf die Instrumente einem die Presbyopie einen Strich durch die Rechnung machen kann. „Vor allem die mit der Folie optisch verglasbaren Schutzmasken für Wassersportarten wie Kitesurfen, Surfen, Wasserski und Segeln erfreuen sich großer Beliebtheit“, betonte Gründler.

Jürgen Jusko
Jürgen Jusko: „Verglasung mit Nylornut“

Alpina war unter anderem mit Optik-Geschäftsführer Jürgen Jusko auf der Silmo vertreten. Beim Blick durch das aktuelle Sportbrillenprogramm fiel uns vor allem die Produktreihe PSO Swing auf. Die optisch verglasbare Sportbrille ist nicht mit einem Innenclip konzipiert. Die Gläser werden direkt mit einer Nylornut in die beiden Ausnehmungen der über die ganze Frontfläche gehenden Transparentscheibe eingesetzt. Dadurch wird der Innenclip-Look vermieden. Über diese Transparentscheibe kann die Träger ganz leicht mittels zweier Druckknöpfe je nach Situation verschieden getönte Scheiben aufsetzen. „Zur Unterstützung der auf Sportoptik spezialisierten Augenoptiker stellen wir als Verkaufsunterstützung eine Broschüre mit den wichtigsten Argumentationen zur Verfügung. Neben allgemeinen Informationen zum Thema Sport und Augen sind in der Broschüre auch die Vorteile der einzelnen Produktdetails argumentativ aufgearbeitet worden. Neben der optimalen Produktberatung ist auch ein Hinweis auf die korrekte Pflege der Sportbrillen durch den Optiker extrem wichtig“, plädierte Jusko.

Ingo Kirchler
Ingo Kirchler: „Britische Fashion ist mit Burberry stark im Kommen “

Auf großer Fläche stellte Luxottica auf der diesjährigen Silmo aus. Mit einem Bereich von sieben zusammenhängenden Messeständen wurden die einzelnen Labels sehr übersichtlich präsentiert. Neu bei Luxottica ist unter anderem der Label Burberry. Die Kollektion ist von der Burberry Icons-Kollektion inspiriert, die aus Anlass des 150. Geburtstags von Burberry entworfen wurde. An den Modellen finden sich Elemente wie der D-Ring, das Karomuster und das Equestrian Knight Device. Österreich-Vertriebsleiter Ingo Kirchler berichtete uns auf der Messe über die Details des britischen Labels. „Die Burberry Brillenmodelle werden vom 34jährigen Burberry-Chefdesigner Christopher Bailey zusammen mit den Designern von Luxottica entworfen. Die Kollektion wird vor allem im Herrenbereich stark positioniert werden. Das britische Traditionshaus, das heuer das 150. Jahr seines Bestehens feiert, eröffnete vor kurzem am Wiener Kohlmarkt einen Burberry-Store und wird stark in Modezeitungen gelauncht werden. Dieser Label ist in Österreich ganz stark im Kommen“, so Ingo Kirchler.

Coco Hermsen
Coco Hermsen: „Kooperation mit Superfine“

Auf einer grünen Wiese innerhalb der Messehalle empfang uns Coco Hermsen von ic! berlin. Die Berliner Blechbrillenhersteller hatten mit Rasenmatten eine Campingsituation nachgebaut. „Dieses Jahr haben wir für den Messestand das Thema Sommerfrische gewählt“, begründete Coco Hermsen. Für 2007 ging der Berliner Hersteller eine Kooperation mit Superfine ein. „Markantes Designelement der beiden englischen Mode-Designerinnen Lucy Pinter and Flora Evans sind Nähte. Diese Nähte werden bei unseren Sonnenbrillen im Logo, den Bügeln und den Etuis umgesetzt“, erklärte Hermsen. Bei der ic! Berlin Superfine Kollektion handelt es sich um eine reine Sonnenbrillenkollektion. Die Scheiben sind groß, pilotenförmig und dem Retrostyle angelehnt. Alle Modelle kommen ohne Schrauben aus. Milk, Crystal und Horn sind unübersehbar Trendfarben der aktuellen ic! berlin Kollektion

Allison
Allision mit der Riesen-Sitzmontage

Während der ganzen Dauer der Messe war der Stand oder viel besser die megagroße, rote Sitzmöglichkeit von Allison unübersehbar. Die Montage mit den Riesenbrillen wurde von den Messebesuchern zum Verweilen, Ausruhen und für Gespräche genutzt. Wir nahmen mit Chiara Vassallo am Riesensofa Platz und ließen uns über neue Entwicklungen bei Allison berichten. So ist zum Beispiel der Label Iceberg bei Allison neu vertreten. Die Sonnenbrillen von Iceberg sind gemäß dem allgemeinen Trend groß geschnitten. Modell Naomi Campbell ist aktuelles Testimonial und präsentiert Iceberg mit einer Shield-Sonnenbrille in Pilotenform. Maskenbrillen in den Farben Schwarz, Gold, Grün oder Shiny Pink dominieren die italienische Iceberg Kollektion. Eine alte Idee neu aufgegriffen wurde mit der Kollektion Change Try. „Die randlose Brille kann durch seinen Träger in verschiedene Farben verwandelt werden. Ermöglicht wird dies durch ein sehr einfach zu handhabendes Klick-System. Dabei werden die Bügel einfach an die Backenteile angesteckt. Die transparente Brücke kann ebenfalls durch einen Aufsatz farblich verändert werden“, schilderte Vassallo.

Antje Brekenkamp
Antje Brekenkamp: „Nodoka Brillen erzählen Geschichte“

Antje Brekenkamp von Charmant präsentierte uns auf der Silmo den offiziellen Start des Labels Puma im Brillenbereich. Die neue Puma Sonnenbrillen Kollektion wurde erstmals dem Fachpublikum vorgestellt. Die Sonnenbrillen sind passend zum Image von Puma sportlich und funktional gestaltet. Ein Teil der PUMA Korrektionsfassungen wurden ebenfalls schon präsentiert. „Der offizielle Start der Korrektionsfassungen wird im Jänner erfolgen“, so Brekenkamp. Aufgefallen ist uns die anspruchsvoll gestaltete Kollektion Nodoka, welche mit japanischen Stilelementen ausgestattet ist. So wurden japanische Motive wie Wellenmuster, Bambusgewächse, Schreintore, Essstäbchen und Kasane Falttechniken beim Design der Brillenfassungen integriert. Die Designelemente kommen besonders hübsch bei den Bügelverzierungen zur Geltung. „Jeder Nodoka Brille ist aufgrund der japanischen Symbolik einzigartig. Es gibt zu jedem Modell eine Geschichte zu erzählen“, erklärte Brekenkamp.

Dominique Mier-Garrigou
Dominique Mier-Garrigou: „Sechs neue Modelle der gleichnamigen Kollektion im Mozart-Jahr “

Die Kollektion Mozart fanden wir bei Neostyle. Zum Mozartjahr hatte man sechs neue Modelle geschaffen. Die Bügel sind mit dreidimensionalen Strukturen gestaltet. Besonders beim randlosen Modell 1525 ist der breite Bügel aus Nylon mit auffälligen Ornamenten ausgestattet. Als weitere Kollektionen zeigte man Dynasty mit Lackdekor Verzierungen nebst Spangenbügeln und die experimentale Kollektion EOS. Bei letzterer wagte man die Mittelteile halb aus Acetat und halb aus Metall zu fertigen. Das Adjektiv extravagant darf man bei diesen Fassungen ruhig verwenden. „Auf der Silmo 2006 präsentieren wir erstmals unseren neuen Label Zodiac, welche ab dem Jänner auch in Österreich verfügbar sein wird“, erklärte uns die charmante, deutsch sprechende französische Verkaufsleiterin Dominique Mier-Garrigou. Die Kollektion hat ein extrem futuristisches Design und wird vor allem ein extrovertiertes Publikum ansprechen.

Horst Müller
Horst Müller: „Neue Romantik in der Brillenmode“

Bei Cazal sprachen wir mit Geschäftsführer Horst Müller über die neuen Trends in der aktuellen Kollektion. „Derzeit ist die neue Romantik ganz stark im kommen. Ein Blick auf die aktuelle Kleidermode zeigt feminine Details wie Rüschchen oder andere romantische Einflüsse. Cazal greift diesen Trend auf und zeigt in der aktuellen Kollektion Modelle welche im Detail verspielt und extravagant in der Form sind. Dazu haben wir auch unsere Sujets mädchenhaft in einen goldenen Bilderrahmen gesetzt“, so Müller. Zu diesem Trend passend ist uns das Sonnenbrillen-Modell 969 aufgefallen. Die großscheibige Damen-Sonnenbrille verfügt über aufwändig gestaltete Bügeln in einem Materialmix aus Metall und Acetat. Für zusätzlichen Romantik-Touch sorgen effektvoll eingesetzte Strasssteinchen.

Karine Rameau
Karine Rameau: „Neue Serengeti Modelle im Lederlook“

Am Stand von Bushnell sahen wir uns die neuesten Serengeti Sonnenbrillen an. Die Modelle Salto und Lamone fielen uns besonders wegen ihrem noblen Lederlook auf. Erst beim zweiten Hinblicken merkt man, dass die Brillen nicht mit echtem Leder verkleidet sind. Der Effekt entsteht durch eine Mischung aus Epoxidharz und Acryl. Dadurch sind die Modelle trotz Lederlook pflegeleicht und werden beim Schwitzen nicht schäbig. „Alle Serengeti Sonnenbrillen sind phototrop. Einige sind zusätzlich auch polarisierend. Das Spectral Control Filter System filtert neben dem kompletten UV-Anteil auch sanft Blauanteile aus dem Spektrum. Das wirkt wie ein Feintuning für das Sehen, da sich blaue Lichtstrahlen im Gegensatz zu den anderen Farbanteilen des Lichts bereits vor der Netzhaut schneiden und Unschärfen beim Sehen verursachen“, erklärte Pressesprecherin Karine Rameau. „Für die aktuelle Promotion von Serengeti konnten wir Formel 1 Fahrer Alain Prost gewinnen“, ergänzte Rameau.

Ralf Kmoch
Ralf Kmoch: „Differenzierung zwischen Dienstleistung und Produkt ist wichtig“

Drei Kernthemen standen auf der Silmo bei Visibilia im Vordergrund. Geschäftsführer Ralf Kmoch: „Bei Mandarina Duck sind mutige Farbenspiele und Materialkombinationen das Thema.“ Uns ist vor allem eine Mandarina Duck Herrensonnenbrille mit tief angesetzten Bügeln (Modell 45111) und eine schwarze Damenbrille (Modell 45171) mit breiten Bügeln und darauf integrierten Ring- und Sternmustern positiv aufgefallen. „Als zweites Thema ist uns Tom Tailor wichtig. Mit diesem Label kann der Optiker das junge Publikum mit einem modernen Preisgefüge ansprechen. Das dritte Kernthema ist für uns die gleitsichtfähige Titanbrille für die Generation 40 plus. Die Fassungen unterstützen den Optiker bei der Positionierung im Dienstleistungsbereich. Die Differenzierung zwischen Dienstleistung und Produkt wird in der augenoptischen Branche immer wichtiger werden. Visibilia sieht den Fachoptiker und nicht die Großfilialisten als Partner und beliefert in Österreich nur die Fachoptiker“, erklärte Kmoch.

Lindberg
Marianne Lomholdt: „Alle Modelle auch in Gold oder Weißgold“

Beim Randlosspezialisten Lindberg zeigte uns Marianne Lomholdt die neuen Spirit Modelle. Wie von Lindberg gewohnt, wird die Montage der Fassungsteile durch eine Kombination aus Stecken und Kleben im Glas durchgeführt. Das Leichtgewicht ist mit eleganten Titaniumbügeln in satinierten und glänzenden Farben lieferbar. Sehr schön gefiel uns die Variante mit den breiteren Bügeln, welche sich vom Mittelteil hin zum Ohr verjüngen. Eine weitere Innovation stellte die Kombination der Randlosbrille mit zweifärbigen Acetatbügeln oder Büffelhorn dar. „Alle unsere randlosen Modelle sind als besonders edles Stück auch in Gold oder Weißgold lieferbar“, erklärte Lomholdt.

Erwin Heinz mit dem präzisen Koordinaten-Bohrwerk
Andrea Saia und Dr. Siegfried Kerschenbauer: „Abgabe von Kontaktlinsen nur nach einer Spezifizierung durch einen Kontaktlinsenspezialisten“

Bei CIBA Vision stellte uns Europachefin Andrea Saia die neuesten Produktentwicklungen vor. Zunächst feierte man auf der Silmo den 10. Geburtstag der Focus Dailies mit einer Lieferbereichs-Erweiterung. Die Focus Dailies toric wird ab der Silmo auch in einem Zylinderwert von 1,50 Dioptrien verfügbar sein. Zukünftig will man bei CIBA Vision den Bereich der Silikonhydrogele weiter verstärkt ausbauen. So wird es demnächst auch eine torische Variante der Air Optix geben. Besonders interessant erscheint eine für 2007 geplante, individuell angefertigte Silikonhydrogel-Kontaktlinse für eine Tragedauer von drei Monaten. Diese neue Silikonhydrogel-Kontaktlinse wird nicht im Molding-Verfahren hergestellt und kann dadurch wie eine weiche Jahreslinse maßgefertigt werden. Betreffend des europäischen Marktes sieht Saia noch große Zukunftschancen in Österreich. Laut einer von CIBA Vision erstellten Umfrage sind Kontaktlinsen-Konsumenten wesentlich geringer preisorientiert als vielfach angenommen. „Ein von uns durchgeführter Preis-Sensitivitätstest hatte unter anderem zum Ergebnis, dass dem Konsumenten primär die Qualität und der damit verbundene Tragekomfort einer Kontaktlinse am wichtigsten ist“, führte Saia aus. Auch sprach sich die Präsidentin für eine Abgabe von Kontaktlinsen nur nach einer Spezifizierung durch einen Kontaktlinsenspezialisten aus. Regelmäßige Verträglichkeitschecks sollten mit den Folge-Abgaben verknüpft sein. „Eine Recherche in 55 Staaten ergab, dass in nahezu 50 Prozent der Länder Kontaktlinsen ohne Spezifikationen durch einen Kontaktlinsenspezialisten abgegeben werden. Dies ist für den Konsumenten und das Produkt Kontaktlinsen nicht optimal. In Europa sollten einheitliche Richtlinien gelten und die Anpassung von Kontaktlinsen durch einen Kontaktlinsenspezialisten garantieren. CIBA Vision wird sich dafür künftig einsetzen“, versprach Andrea Saia, welche nicht nur für Europa sondern auch für den mittleren Osten und Afrika verantwortlich ist.

ESA Jahrestreffen

Im Rahmen der Silmo fand auch das Jahrestreffen der European Sunglass Association (ESA) statt. Im Zuge einer Präsentation erfuhren die Teilnehmer, dass die internationale Sonnenbrillen-Industrie sich mittlerweile zu einem großen Teil an der europäischen Norm EN1836 orientiert. Einig war man sich darüber, dass die Anforderungen an den UV-Schutz in den kommenden Jahren noch weiter steigen wird. Um die Konsumenten betreffend der Notwendigkeit eines ausreichenden Sonnenschutzes zu sensibilisieren, wurde ein Lehrfilm gedreht welchen Interessenten als DVD – auch in deutscher Sprache – bestellen können.