Hoya, EyeGenius, neue Wege der Refraktion

Letzte Woche stellte HOYA Gebietsleiter Ing. Christian Zsidek am Campus 21 in Brunn am Gebirge das neue Refraktionsgerät EyeGenius vor. Zusammengefasst ist es ein subjektives Verfahren zur Ermittlung der Refraktion für Ferne, Nähe und dem binokulares Sehen. Das System besteht aus einem „Hauptgerät“, einem 24″ Bildschirmcomputer, einem Nahprüfgerät, einem 3D Tablet mit Halterung und einem iPad welches als Steuerungsinstrument, Kontrolle und Fernbedienung fungiert.



Im EyeGenius sind über die bekannten Optotypen hinaus noch mehrere Astigmatismen-Tests, Ishihara-Farbsehtafeln, Kinderoptotypen, ein Dämmerungsehtest, Kontrastempfindlichkeitstests, ETDRS-Buchstabentafeln und einiges mehr vorzufinden. Ebenso sind Tests für binokulares Sehen wie die gesamte MKH-Methode, der Worth-Test, der Osterberg-Test, der Random-Dot-Test und viele andere Testanordnungen auf den System integriert. Es ist also möglich mit EyeGenius ohne große Umstellung seine bisherigen Refraktionsgewohnheiten fortzuführen.

Der Schwerpunkt an der EyeGenius Methode ist das Messen und Korrigieren der Fixationsdisparation. Dazu wird zuerst eine Anamnese sowie eine Fern- und Nahrefraktion durchgeführt, also bislang nichts Neues. Der Kunde beantwortet am Nahprüfgerät einige Fragen, welche den Vortest darstellen. Die EyeGenius Methode startet in der Ferne mit linear polarisierten Vorhaltern, über die bereits gemessene monokulare Stärke.

Neue Methode zur Ermittlung der binokularen Vollkorrektur

Der sensorische Anteil der Fixationsdisparation wird mit einer neuen Testfigur, welche eine Mischung des Mallet-Tests und des Kreuztests beinhaltet, festgestellt. Diese wird für die Fernmessung auf dem linear polarisierten 24″ LCD Monitor abgebildet. Mit den Nahprüfgerät kann der Proband seine prismatische Korrektion interaktiv einstellen, indem er die Testzeichen am Monitor mit dem Nahprüfgerät als Fernbedienung in Nullstellung bringt.

Bei der Messung der Nahphorie wird das 3D Nahprüfgerät ohne Polarisatonsvorhalter verwendet. Korrektionsprismen werden nicht bei der Messung vorgesetzt. Das Gerät errechnet sich aus der Verschiebung der Testzeichen und der Entfernung zum Probanden die prismatische Wirkung. Nach einem ausgekügelten Algorithmus werden die Prismen aus der Fern- und Nahmessung berechnet. Bei zu hohen Prismen werden weitere Tests mit anderen Meßmethoden empfohlen.

Der FD-Test wurde an der Universität Olten (Schweiz) entwickelt und getestet

Der Vorteil dieses Refraktionssystems liegt in der Möglichkeit alles wie bisher gewohnt bei einer Refraktion durchzuführen und dabei mit einer neuen Methode seine Professionalität zu unterstreichen. „Dadurch, dass der Proband fast spielerisch die FD-Teste selbst einstellt, erhält man verträgliche Prismen und die Geschwindigkeit der FD-Messung mit circa 10 Minuten ist außerordentlich schnell“, so Zsidek. „Hoya bietet dazu eine Reihe von Brillengläsern an, welche bei der Korrektur von Fixationsdisparationen hohe Verträglichkeit bieten“, ergänzte Zsidek.

Susanne Nemetz, MScDie Autorin dieses Artikels, Susanne Nemetz, MSc
Augenoptikerin & Master of Science (Klinsche Optometrie/Clinical Optometry)

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