Joachim Penn: Neuer GALIFA Gebietsleiter Österreich

0
5944 mal gelesen
Die Rose-K-Tour in Bern, Salzburg und Wien hat erfreulichen Anklang gefunden. Mit „im Gepäck“ hatte Dr. Paul Rose die neuste Contactlinse und viele praktische Tipps zur Versorgung von irregulären Hornhaut-Veränderungen. Wir danken allen Teilnehmern herzlich für Ihr Interesse. Und für Sie dabei, war auch unser neuer Gebietsleiter in Österreich: Joachim Penn, Augenoptikermeister und engagierter Contactlinsenanpasser.

Das heisst: Er spricht mit seinen Kunden auf Augenhöhe. Genau das will er sehr intensiv tun – mit den Ziel, dass Sie die Produkte und Dienstleistungen erhalten, die auf Sie zugeschnitten sind.

Kontakt zu Joachim Penn

Joachim Penn
Gebietsleiter Österreich
Telefon +43 676 92 31 336
E-mail: penn@galifa.ch

Rose K: Drei Contactlinsen-Geometrien für irreguläre Hornhaut-Formen

Contactlinsen-Anpassungen bei Keratokonus, nach Keratoplastik, pellucider marginaler Degeneration und anderen irregulären Hornhautformen galten lange Zeit als schwierig und zeitintensiv. Neue Contactlinsen-Geometrien aus der Rose-K-Familie erleichtern Ihnen die erfolgreiche Contactlinsen-Anpassung auch in bisher schwierigen Fällen:

  • Rose K2: Die aberrationskorrigierte Variante der Rose K bringt bei der Versorgung fortgeschrittener Keratokoni häufig einen spürbaren Visusanstieg.
  • Rose K2 IC: Reverse Rückflächen-Geometrie in vordefiniertem Design zur systematischen Anpassung bei Pellucid marginaler Degeneration (PMD), Keratoglobus.
  • Rose K2 IC nach Keratoplastik: Vordefinierte reverse Rückflächen-Geometrie mit grossem Durchmesser für effizientes Anpassen bei Keratoplastik.

1. Die Hornhaut-Topographie bestimmt den Linsentyp

1.1 Nippelförmiger Keratokonus

Nippelförmiger Keratokonus

  • Kleiner zentraler oder leicht parazentraler Keratokonus
  • Apex-Durchmesser meist < 3 mm
  • Beginnender Keratokonus

Empfohlener Linsentyp

  • Rose K
  • Rose K2

1.2 Ovaler Keratokonus

Ovaler Keratokonus

  • Meist nach unten dezentrierter (inferotemporal) Apex
  • Apex-Durchmesser 3.5 – 5.5 mm
  • Fortgeschrittener Keratokonus

Empfohlener Linsentyp

  • Rose K
  • Rose K2
  • Evtl. Rose K2 IC (sekundäre Indikation)

1.3 Keratoglobus

Keratoglobus

  • Meist nach unten dezentrierter Apex
  • Apex-Durchmesser > 5.5 mm
  • Apexareal bedeckt ca. 50% der Cornea-Fläche

Empfohlener Linsentyp

  • Rose K2 IC

1.4 Pelluzide Marginale Degeneration

Pelluzide Marginale Degeneration

  • Häufig Astigmatismus gegen die Regel
  • Typische Topographie: "kissing birds"
  • Meist in 90 oder 270° negative Exzentrizität

Empfohlener Linsentyp

  • Rose K2 IC

1.5 Keratoplastik

Keratoplastik

  • Sehr unterschiedliche Hornhaut-Geometrien
  • Transplantat flacher als Wirtshornhaut (nE<0)
  • Transplantat steiler als Wirtshornhaut (nE>0)
  • Wechselnde periphere Abflachungen in den einzelnen Quadranten
  • Oft mit Stufen im Narbenbereich
  • Zentraler und peripherer Astigmatismus sehr unterschiedlich in Höhe und Lage

Empfohlener Linsentyp

  • Rose K2 IC

1.6 Zustand nach Lasik (Myopie-Korrektur)

Zustand nach Lasik

  • Sehr flache zentrale Hornhaut-Radien, Versteilung zu Peripherie (nE<0)

Empfohlener Linsentyp

  • Rose K2 IC

Ein Video-Keratograph ist ein nützliches Hilfsmittel, um die Form der Cornea flächendeckend zu charakterisieren und den richtigen Contactlinsen-Typ aus der Rose-K-Familie zu wählen. Nippelförmige und ovale Keratokoni, bei denen der Apex-Durchmesser nicht grösser als ca. 5 mm ist, lassen sich meist mit einer Rose K/Rose K2 sehr gut versorgen.

Für Hornhaut-Geometrien mit einer grösseren Apex-Ausdehnung bzw. stark nach unten dezentriertem Apex ist eine grössere innenoptische Zone als bei der Rose K/Rose K2 erforderlich. Hier ist – aufgrund der grösseren innenoptischen Zone und der reversen Geometrie – mit einer Rose K2 IC eine grössere und sanftere Auflage in der Mittelperipherie zu realisieren. Der Visus mit der Rose K2 IC ist häufig besser als mit dezentrierten Optiken, da die Pupille nicht nur im Randbereich der Innenoptikzone liegt.

Hornhaut-Formen wie Keratogloben, Keratoplastiken und bei Zustand nach Lasik – als Korrektur einer Myopie – versteilen meist in der Hornhaut-Peripherie. Gerade in diesen Fällen ist die reverse Rückflächen-Geometrie der Rose K2 IC sehr gut anpassbar, da sie ein optimales Zentrierverhalten aufweist und eine gleichmässig Druckverteilung im Fluoreszeinbild zeigt.

2. Rose K – Rose K2: Was ist neu?

Die Vorder- und Rückflächengeometrie bei der Rose K2 wird so berechnet, dass die sphärische Aberration korrigiert wird. Die Vorteile bei der Verwendung der Rose K2 gegenüber der Rose K:

  • Visussteigerung besonders bei steileren Radien und höheren Linsenstärken (>10 dpt)
  • Besserer Tragekomfort durch schlankeres Linsendesign

Die Anpassung der Rose K2 kann weiter mithilfe der bekannten Rose-K-Messlinsen-Sätze vorgenommen werden, da Rose K und Rose K2 im Sitzverhalten identisch sind. Das Vorgehen bei der Anpassung sollte in Schritten wie bei der Rose K durchgeführt werden, wie es ausführlich im Galifa Newsletter vom Juli 2007 beschrieben ist:

1. Zentraler Sitz und Zonen mit starker Auflage
2. Peripherie
3. Gesamtdurchmesser
4. Zentrierung
5. Bewegung

3. Rose K2 IC: Irreguläre Cornea-Formen effizient versorgen

3.1 Rückflächen-Geometrie

Die Rose K2 IC besitzt eine asphärische Innenoptikzone, die deutlich grösser ist als bei der Rose K und Rose K2. Eine Hornhaut nach Keratoplastik oder Lasik (als Myopie-Korrektur) ist üblicherweise im Zentrum deutlich flacher als peripher. Bei der Anpassung einer asphärischen prolongen formstabilen Standardlinse auf einer Keratoplastik muss die Basiskkurve sehr steil gewählt werden, damit die Contactlinse in der Peripherie nicht absteht. Die Folge ist ein Fluoreszeinsee im Zentrum und mittelperipher eine starke Auflage im Narbenareal (Abb. 1).

Standard Linse
Abb. 1: zentrale Steilanpassung einer asphärischen
Standardlinse auf einer Hornhaut nach Keratoplastik.

Eine reverse Rückflächen-Geometrie zeigt im Anschluss an die zentrale Basiskurve eine steilere erste periphere Zone, anschliessend flacht die Peripherie wieder ab (Abb. 2). Durch die steilere periphere Zone kann die Rose K2 IC im Zentrum flacher angepasst und eine harte Auflage im Narbenareal vermieden werden. Die gleichmässigere Druckverteilung sorgt für gute Bewegung der Contactlinse und einen besseren Tränenaustausch.

Post Graft Linse
Abb. 2: Die reverse Rückflächen-Geometrie der
Rose K2 IC verbessert die Druckverteilung.

Bei einer PMD zeigt die Hornhaut ca. 1 – 2 mm oberhalb des unteren Limbus eine Verdünnung im Bereich 4 – 8 Uhr. Darüber liegt häufig ein sehr flaches Hornhaut-Areal mit hohem inversen Astigmatismus. Im Verdünnungsbereich versteilt die Hornhaut meist sehr stark (Abb. 3). Eine rotationssymmetrische Rose K2 IC kann bei PMD gut verwendet werden, wenn der superiore Meridian nicht zu stark abflacht.

Pelluzide Marginale Degeneration
Abb. 3: Cornea bei PMD.

Die Peripherie der Rose K2 IC kann über den Abflachungsfaktor F angepasst werden. Anders als bei der Rose K und Rose K2 gibt es hier nur fünf Werte (Abb. 4). Die Standardabflachung ist 0. Damit sollte bei einer Anpassung im Regelfall auch immer begonnen werden.

Abfachungsfaktoren
Abb. 4: Abflachungsfaktoren bei der Rose K2 IC.

3.2 Anpass-Sätze und Lieferbereich

Wie bei der Rose K gibt es auch für die Anpassung der Rose K2 IC für irreguläre Corneae verschiedene Anpass-Sätze:

Anpass-Sätze Rose K2 IC

  • Anzahl 18 Contactlinsen
  • r0 6.0 – 7.0 mm in 0.2-mm-Abstufung
  • r0 7.0 – 8.4 mm in 0.1-mm-Abstufung
  • Ø 11.2 mm, 10.4 mm
  • Abflachung 0; +1; -1;
  • Material: BoES

Hornhaut-Topographien dienen dazu, den richtigen Contactlinsen-Typ auszuwählen und die Geometrie der ersten Messlinse besser abzuschätzen. Gerade bei irregulären Hornhaut-Geometrien sind Messlinsen für die effiziente Anpassung unverzichtbar. Nur so ist eine Beurteilung des Contactlinsen-Sitzes in den Arealen der Hornhaut möglich, die ein Topograph nicht mehr erfassen kann.

Die meisten Topographen erfassen ein Hornhaut-Areal von maximal 8 mm. Die benötigten Contactlinsen-Durchmesser liegen bei der Rose K2 IC zwischen 9.4 und 12 mm. Zudem ist eine Messung in der Hornhaut-Peripherie aufgrund von Abschattungszonen und Unregelmassigkeiten der Hornhaut-Oberfläche häufig nicht möglich.

Lieferbereich Rose K2 IC

  • r0 5.70 bis 9.30 mm in 0.05-mm-Abstufung
  • Ø 9.4 mm bis 12 mm in 0.01-mm-Abstufung
  • F 0; –2; –1: +1; +2
  • Material alle; Empfehlung Boston XO

3.3 Vorgehen bei der Anpassung

Die Auswahl der ersten Messlinse erfolgt abhängig von der Indikation:

Indikation

Pellucid marginale Degeneration
Keratoglobus

Keratoplastik
Empfehlung für die erste Messlinse
  • 11.2 mm
  • Abflachung 0
  • r0 0.3 mm flacher als der steilste Hornhaut-Meridian
  • Ø 10.4 mm
  • Abflachung 0
  • r0 0.3 mm steiler als der Hornhautradien-Mittelwert

Die weiteren Schritte bei der Anpassung entsprechen dem Vorgehen wie bei der Rose K und Rose K2.

1. Beurteilung der Basiskurve

Anpassung
Abb. 5: Leicht steile, aber akzeptable Anpassung
einer Rose K2 IC im Zentrum.

Für die Auswahl der richtigen Basiskurve ist es wichtig, die Contactlinsen im zentrierten Sitz zu beurteilen. Die Basiskurve ist dann richtig gewählt, wenn im Zentrum eine möglichst gleichmässige Auflage erreicht ist. Die Peripherie wird zu diesem Zeitpunkt völlig ausser Acht zu lassen.

2. Die Anpassung der Peripherie erfolgt über den Abflachungsfaktor

Anpassung
Abb. 6: Ideale Anpassung einer Rose K2 IC im
Zentrum, aber enge Peripherie mit Abflachung 0.

Anpassung
Abb. 7: Durch Abflachungsfaktor +1 ideale
Anpassung peripher bei gleicher Linsengeometrie
wie in Abb. 6.

Haben Sie die Contactlinse mit der richtigen Basiskurve gewählt, dann bestimmen Sie den Abflachungsfaktor für die Anpassung in der Peripherie. Idealerweise zeigt das Fluoreszeinbild bei idealem Sitz im horizontalen Meridian einen Fluoreszeinring von 0.6 bis 0.8 mm Breite.

3. Der richtige Contactlinsen-Durchmesser

Anpassung
Abb. 8: Idealer Linsen-Durchmesser einer Rose K 2 IC.

Der Linsendurchmesser sollte ca. 0.5 bis 0.7 mm kleiner als der Hornhaut-Durchmesser sein. Der kleinste Durchmesser, bei dem einen optimale Zentrierung und ein guter Tragekomfort erreicht wird, ist optimal.

4. Zentrierung

Die Rose K2 IC wird sich immer über den steilsten Punkt der Cornea zentrieren. Zur Verbesserung des Zentrierverhaltens können folgende Massnahmen getroffen werden:

  • Basiskurve versteilen
  • Durchmesser vergrössern
  • Anpassung des Abflachungsfaktors
  • Umstieg auf Huckepack

5. Bewegung

Als letzter Punkt wird die Bewegung der Contactlinse beurteilt. Ein gutes Bewegungsverhalten der Linse ist entscheidend für einen guten Tragekomfort, einen guten Tränenaustausch und damit eine gute Sauerstoffversorgung der Cornea. Festsitzende Contactlinsen dürfen auf keinen Fall akzeptiert werden.

Bei zu grosser Beweglichkeit der Rose K IC empfehlen wir Ihnen

  • den Durchmesser zu vergrössern
  • die Basiskurve steiler zu wählen
  • den Abflachungsfaktor steiler zu wählen

Gegenläufige Massnahmen erhöhen die Bewegung der Contactlinse.

4. Fazit

Mit Rose K, Rose K2 und Rose K2 IC werden bisher schwierige Anpassungen deutlich einfacher. Weitere Optionen wie VPT zur Visusverbesserung bei Restastigmatismus und ACT zur Optimierung der Anpassung im inferioren Quadranten stehen ebenfalls zur Verfügung.

Galifa
Galifa
Die Schweizer Präzisions-Contactlinsen.

Galifa Contactlinsen GmbH
Gewerbestrasse 3
6973 Höchst

Telefon 05522 35 34 8
Fax (gratis) 0810 20 55 01

Internet: www.galifa.ch
Email: info@galifa.ch