opti München 2010 – Messebericht – Teil 2

0
14801 mal gelesen

Die Münchner opti ist und bleibt die wichtigste Messe im deutschsprachigen Raum. So viel steht fest. Mit 20.700 Fachbesuchern konnte die GHM sich sogar in wirtschaftlich turbulenteren Zeiten über eine Steigerung von 1.000 Fachbesuchern freuen. Die Zahl der Aussteller ist mit 434 nahezu gleich geblieben. Das optikum hat auch zugelegt und berichtet für seine Leser über 53 Interviews die einen Einblick in die Trends für die kommende Zeit geben. Unser Fachmagazin hat damit um 15 Prozent mehr Interviews im Vergleich zur opti 2009 realisiert.

Wie in den Vorjahren fand die Messe in vier Messehallen statt. In der YES!-Halle C4 und dem Walk of Frame in Halle C1 wurden Strömungen des innovativen und originellen, Fassungsdesigns gezeigt. In den Hallen C2 und C3 wurden Brillengläser, Kontaktlinsen, Fassungen und optische Instrumente sowie Ladenbau präsentiert, während die Halle C1 ganz alleine den Fassungen gewidmet war.

Auf der Messe war wieder eine leicht verbesserte Zuversicht im Vergleich zu 2009 bemerkbar. Eine Umfrage des neutralen Meinungsforschungsinstituts Gelszus bestätigte dies auch in Zahlen. Gefragt nach der Bewertung der wirtschaftlichen Situation, schätzten 48,2 Prozent (Vergleich 2009: 42,6 Prozent) der Befragten die Lage mit „gut bis sehr gut“ ein. Von einigen Ausstellern hörten wir bereits am Samstag Abend, dass sie die Gesamtorder-Umsätze der opti 2009 erreicht hätten. Anders im Bereich der Instrumenten- und Werkstatt-Optik. Hier waren die Stimmen etwas verhaltener.

TRENDS 2010

Mit ROLF, GLORYFY, SEEOO und ANDY WOLF waren gleich vier superinnovative Fassungshersteller aus Österreich auf der diesjährigen opti vertreten. Das freut. Brillen aus Holz, unzerstörbare Brillen, Nasenzwicker und konsequenter Retro sind gute Nischenbereiche für trendige Optiker. Doch was ist Mainstream? Irgendwie setzen sich großteils die Trends von 2009 nahtlos im Jahr 2010 fort. So hat der Retrotrend nun fast in allen Kollektionen – seien sie noch so klein oder mit noch so großen Brands versehen – Einzug gehalten. Wann hört dieser Trend auf oder kommen 2011 dann die Brillen der 20er und 30er Jahre? Oder gar die kleine ovale Schubertbrille mit Doppelsteg? Zumindest eines ist klar: XXL-Shades a la Hornissenbrille sind passe. Auch die Schirmbrille hat großteils ausgedient. Es wird alles eher wieder ein ganz klein wenig kleiner. Der Anteil an Acetatbrillen ist weiter am wachsen. Das gefällt.

2010 tragen Damen vermehrt die Pilotenform. Überhaupt ist ein Gutteil der Damenbrillen ganz schön maskulin ausgefallen. Es lebe die Gleichberechtigung. Neben Rot, Blau, Petrolblau und einem satten Türkis ist auch das Violett in der weiblichen Farbpalette vertreten. Bei den Herren ist man mit klassischen Zigarrendeckblattfarben, also Braun und Schwarz bereits im Modezenit. Gun und dezente Farbapplikationen sind auch noch im Herrenrennen. Mit der Retrowelle schwappt dann noch Schildpatt ins Farbgetümmel.
Einige Hersteller bieten Brillen mit Wechselgestellen an. Frei nach dem Motto: Heute gestalte ich mir meine Brille selber. Das könnte beim Konsumenten ein Suchtverhalten und eine Sammelleidenschaft auslösen. Wir hoffen es zumindest.

Im Produktsegment der Brillengläser ist das diesjährige Zauberwort „Freiform-Technologie“. Bei standardisierten Gleitsichtgläsern befand sich die progressive Wirkung auf der Glasvorderseite. Die dem Auge zugekehrte Seite wurde für die Korrektur der Fehlsichtigkeit verwendet. Nahezu alle Glashersteller haben auf der diesjährigen opti eine 100%tige Umstellung all ihrer Gleitsichtgläser zum Freiformdesign propagiert. Und dann ist da noch das atLast! Bifokalglas mit mehreren Nahzonen aufgefallen.

Im Bereich der Kontaktlinsen feiern Silikonhydrogele immer größere Erfolge. Auch im Tageslinsenbereich finden sich bereits mehrere Hersteller. Das große Thema am Kontaktlinsenmarkt 2010 heißt jedoch Multifokal. Die presbyope Bevölkerung ist die neue Zielgruppe im Kampf um Marktanteile. Apropos Marktanteile. Die Kontaktlinsenindustrie dürfte erkannt haben, dass ein Kampf um Marktanteile nur mehr mit einem Riesenaufwand zu führen ist. Viel effizienter ist es den Anteil der Kontaktlinsenträger zu erhöhen. In Österreich sind es mittlerweile über 8 Prozent der Fehlsichtigen. In anderen vergleichbaren Märkten sind es jedoch stark zweistellige Prozentzahlen. So war ein Trend auf der opti vermehrt Schulungen der Augenoptiker zum Thema Kontaktlinsen und sehr innovative Marketingpakete zum Endverbraucher hin anzubieten. Zudem sucht neuerdings der Kontaktlinsenversand kooperierende Augenoptiker um die Zahl der Kontaktlinsenträger zu erhöhen. Ein sehr interessanter Trend! Wir sehen einen Energieschub im Segment der Kontaktlinsen.

Zur besseren Übersicht bringen wir wie im letzten Jahr unsere Interviewpartner im optikum Messebericht in alphabetischer Reihenfolge. Mit den nachfolgenden Pull-Down-Menüs können Sie ganz flott zum gewünschten Interview springen. Viel Spaß!

Ihre Coolhunter und optikum Redakteure Günther Derx und Harald Belyus.

Brillen
Gläser
Kontaktlinsen
Sonstige
Alle

EBM

Geschäftsführer Günther Wied
Geschäftsführer Günther Wied

Switch it! ist das seit 2006 entwickelte, allererste und mächtigste Wechselsystem der Branche, berichtet Günther Wied, Geschäftsführer der EBM. Über 400 Varianten ergeben immer wieder ein neues Aussehen, ohne die hochwertigen Gläser tauschen zu müssen. Materialien wie Sterling Silber, Swarovski Steine, Carbon und alle erdenklichen Farben und Formen locken den Brillenträger immer wieder zu seinem süchtig machenden Händler. Unterstützt von starkem Webmarketing kann man kein Ende dieses Erfolges absehen. Entsprechend locker und voller Freude erzählt er auch von seinem gelebten Europa bei der Standortwahl der Firma: Passau – Prag – Domažlice. Übernommen hat der gelernte Werkzeugmacher 2003 von seinem Vater, der die Firma 1982 mit einer Partnerin als Einzelfirma gegründet hat. Er beschäftigt jetzt 70 Mitarbeiter in Passau und 55 in Tschechien, Auslandskunden hat er in 20 Ländern.

ESCHENBACH

Christian Weiss:
Christian Weiss: „Verkauf über Emotionen ist
wichtiger als über den Preis“

Bei ESCHENBACH positioniert man unter anderem die Vorteile der TITANflex Kollektion mit Hilfe von Unterstützung bei Mailings durch den Augenoptiker. So wird hervorgestrichen, dass Fassungen aus TITANflex bis zu 35 Prozent leichter als Brillen aus Standardmaterialien und 10mal flexibler als Brillen aus gängigen Metallen sind. Mit Jürgen Prochnow hat man ein recht markantes Testimonial für die Herrenbrillen – oder viel besser – Männerbrillen-Kollektion gewonnen.

Christian Weiss sieht einen wesentlichen Trend in der gesteigerten Suche nach Sicherheit. „Einerseits ist der Verkauf über Emotionen wesentlich wichtiger als das Anbieten über den Preis geworden. Andrerseits suchen Konsumenten verstärkt Sicherheit und kaufen bei vertrauenswürdigen Quellen. Tradition und Verbindlichkeit gewinnt somit wieder einen höheren Stellenwert. Somit ist das Zufriedenstellen der Endverbraucher das Thema Nummer Eins. Aber auch die Augenoptiker suchen sich ihre Partner in der Industrie vermehrt nach diesen Gesichtspunkten aus und ESCHENBACH steht genau zu diesen Werten. So liefern wir zum Beispiel frei Haus und bieten drei Jahre Garantie auf TITANflex Fassungen. Das innovative TITANflex Material wird übrigens in vielen extrem hochwertigen Bauteilen in anderen Bereichen wie Implantaten, Satelliten und Flugzeugen verwendet“, erklärt Weiss.

Desweiteren hat ESCHENBACH bei den opto-elektronischen Hilfsmitteln das transportable Vergrößerungsgerät Quicklook mit neuen Eigenschaften ausgestattet. So bietet der neue Quicklook seitlich eine zusätzliche, ausschwenkbare Kamera. Dadurch erhält man die Möglichkeit unter dem Gerät kontrolliert zu schreiben. Die andere, zentral unter dem Display angeordnete Kamera vergrößert nicht nur die unterliegenden Texte, sondern kann auch zum Vergrößern in der Ferne verwendet werden. Nettes Feature: Ähnlich wie man es von Handykameras kennt, kann man durch ein Antippen des Touchscreens den Fokus auf einen gewünschten Bereich im Ausschnitt setzen. Mit bis zu 24facher Vergrößerung und etwa 5 Stunden Akkulaufzeit ist das Gerät massentauglich geworden.

ESSILOR

Peter Pavischitz und Christian Kirchmayer:  hohe Reaktionsgeschwindigkeit bei  Brillengläsern in erweiterten Fertigungsbereichen
Peter Pavischitz und Christian Kirchmayer:
hohe Reaktionsgeschwindigkeit bei
Brillengläsern in erweiterten Fertigungsbereichen

100 Jahre nachdem Gullstrand sein Augenmodell entworfen hat und 50 Jahre nach der Erfindung des Gleitsichtglases setzt ESSILOR mit eyecode neue Maßstäbe. Mit Visioffice, dem integrierten Anpass- und Beratungssystem von ESSILOR und mit der Option eyecode ermittelt man erstmals die reelle dreidimensionale Lage des Augendrehpunkts. Peter Pavischitz erklärt die Idee hinter eyecode: „Die Lage des optischen Augendrehpunkts wird 13,5mm mittig hinter dem Hornhautscheitel angenommen und kann in der Realität allerdings in allen drei Dimensionen 2,5 mm vom angenommenen Augendrehpunkt abweichen. In der bisherigen Praxis ging man bei der Glaszentrierung von Standardwerten basierend auf dem Gullstrandauge aus. Dies ließ jedoch ein großes Verbesserungspotential offen. Kennt man nämlich die genaue Lage des Augendrehpunkts, so können alle Blenden des Systems Brillenglas-Auge perfekt aufeinander abgestimmt werden. Und je exakter das Glas an das individuelle Auge angepasst ist, umso brillanter und müheloser wird das Sehen.“

Die Messung des Augendrehpunktabstandes verdrängt also vielleicht sehr bald die Messung des Pupillenabstandes. „100 Jahre Pupillendistanz sind genug“, so das Credo von Peter Pavischitz.

Zudem will man bei ESSILOR den Fokus noch viel mehr als bisher auf die Fertigungsstätte in Wiener Neudorf legen. „Wir sind stolz als einziges optisches Brillenglasunternehmen mit Fertigung in Österreich weiter in den Standort zu investieren und somit mittel- und langfristig Arbeitsplätze zu sichern und einen hohen Teil der Wertschöpfung in Österreich zu halten. Es wird auch weiterhin in Wiener Neudorf produziert und bringt dadurch auch den österreichischen Augenoptikern Vorteile wie eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit und Flexibilität bei Sonderwünschen und beim Bedarf von Brillengläsern in erweiterten Fertigungsbereichen“, verspricht Österreich Vertriebsleiter Christian Kirchmayer.

ETHNIA BARCELONA

Vertriebsleiterin Jördis Muschter:
Vertriebsleiterin Jördis Muschter:
„Jedes Modell in 9 exklusiven Plattenmaterialien“

Der Stand von ETHNIA BARCELONA ist sehr beeindruckend gestaltet. Der ganze Messestand wird von aufgestapelten Büchersäulen getragen. Manche davon stehen schwindelerregend schräg, tragen aber die Decke der Konstruktion. Uns wird versichert, dass keine Einsturzgefahr droht. In den Büchern wären Eisenstangen versteckt. Na, wird schon stimmen, denn der Stand war auch noch am letzten Messetag unversehrt. Jördis Muschter erklärt uns das Konzept von ETHNIA BARCELONA: „Unsere Stärke ist das Verhältnis von Preis und Qualität. So bieten wir zum Beispiel Brillenfassungen mit exklusiv für uns produzierten Plattenmaterialien der italienischen Acetatmanufaktur Mazzucchelli. Das dabei verwendete Federscharnier wurde wiederum vom Brillenkomponenten-Spezialisten Comotec eigens für uns konzipiert.“

Der 31jährige Firmenchef David Pellicer blickt auf eine lange augenoptische Tradition zurück. Bereits sein Großvater war Augenoptiker in Barcelona. Pellicer designt – so hört man – die Acetatplatten zum Großteil selbst. Und das Konzept von ETHNIA BARCELONA ist jedes Modell in exakt neun Farben zu produzieren. „Das ermöglicht den Augenoptiker unsere Kollektion in sehr flashigen Farben oder in zurückhaltenden Tönen einzukaufen. Die Kollektion schaut beim betreffenden Augenoptiker je nach Farbwahl dann recht unterschiedlich aus“, so Muschter.

Diesjährig neu sind Kinderbrillen im konsequenten Retrodesign, aber in absolut schrillen Farben. Augenoptiker werden 2010 zu einem Kreativwettbewerb mit der Thematik „Spanisches Schaufenster“ aufgerufen. Den Gewinner lockt ein Wochenende in Barcelona. Olé España!

EXCLUSIV BRILLEN AGENTUR EMMERICH

General Manager Holger Emmerich
General Manager Holger Emmerich

Seine Prognosen vom letzten Jahr hat er erheblich überschritten, die EXCLUSIV BRILLEN AGENTUR EMMERICH ist sehr gut unterwegs. Die auf der letzten opti noch separat gezeigte Origami Kollektion von Joschi Jazawa, eines 1937 in Odawara geborenen Designers, ist jetzt Teil des Ganzen und zeigt spürbar die ganze Energie des als Einsiedler auf einer Insel lebenden Denkers. Inspiriert von der Form der Hülle der Ebi (Shrimps) entwirft er die aus Edelstahl gestanzten Brillenelemente mit Origamitechnik. Die neue Serie Ebi ist in 3 Ausführungen, Vollrand, Nylor und Randlos erhältlich. Die Farben der Fischwelt finden sich in den Lackierungen der edlen Modelle wieder. Details wie die Bügelenden und die Nasenstützen hat der Designer scheinbar ebenfalls dem Meer entnommen.

FLAIR

FLAIR Marketingleiterin Letta Siebert (rechts im Bild)  mit Astrid Schönfelder beim Anfertigen einer FLAIR Bohrbrille
FLAIR Marketingleiterin Letta Siebert (rechts im Bild)
mit Astrid Schönfelder beim Anfertigen einer FLAIR Bohrbrille

Nun gut, über randlose Brillen kann man so oder so denken. Und in nahezu jeder Kollektion finden sich auch randlose Modelle. Bei FLAIR hat man die randlose Brille aber in den Designolymp gehoben. Neben frischen Farben und einmaligen Materialkombinationen ist es gelungen, das Yin & Yang Sortiment von FLAIR mit Fassungen, deren Fräsungen völlig neu sind, zu erweitern. Das Brillenglas wird dabei temporal mit einer kniffligen trapezförmigen oder runden Ausfräsung versehen. In diese Ausfräsung klappt dann der Bügel ein. Einfach eine hinreißend schöne und sehr wertige Lösung.

Das Anfertigen einer FLAIR Brille ist mit Sicherheit nicht die Sache eines jeden Optikers. Aber hier trennt sich halt die Spreu vom Weizen und schließlich darf man sich sicher sein, dass man sich mit solchen Randlosfassungen echt von der Masse abheben kann. Und für jene unter uns, die nicht so gerne mit einem Koordinatenbohrwerk arbeiten wollen bietet FLAIR auch einen Verglasungsdienst an. Marketingleiterin Letta Siebert führt uns zur sehr routinierten Astrid Schönfelder, die uns flugs zeigt wie eine FLAIR entsteht. Schon beeindruckend!

Neu bei der Fink Unternehmensgruppe ist die jugendliche, farbenfrohe bx. Kollektion. „Die Modelle der bx. Kollektion sind sehr nah an der aktuellen Mode orientiert. Im Gegensatz zur klassischen FLAIR erscheinen die Modelle optisch nicht ganz so leicht und dezent“, erklärt Siebert.

FOSSIL

Österreich Verkäufer Wolfgang Hinterhölzl  und Salesmanagerin Susanna Ostler
Österreich Verkäufer Wolfgang Hinterhölzl
und Salesmanagerin Susanna Ostler

Cross Promotion ist die Marketingstärke von FOSSIL. Der Optiker bekommt mit seiner Bestellung auf Wunsch ein Werbepaket mit Produkten aus den Bereichen Uhren, Schmuck, Leder und Brille zur Dekoration im Verkaufsbereich, eine ähnliche Dekoration findet sich dann auch bei den genannten Branchen im Laden oder Schaufenster. Der Kunde wird, animiert durch die passenden Accessoires, auf die Kombinierbarkeit aufmerksam gemacht. Ein Suchfenster auf der Fossil Webseite hilft bei der Suche nach Bezugsquellen in der Nähe. Neu auf dieser Messe: die Korrektionsfassungen der Linie Dial your Style, ein ungewöhnlich gut durchdachtes Bügel-Wechselsystem, bei dem, simpel und leicht, nur die Oberfläche des Bügels getauscht wird, um ein neues Aussehen zu erlangen. 25 Varianten auf einer Wähltafel laden zum Tausch ein.

FRISCHKORN & MITTELMAN

Anja Wagner, Marian Mittelman und Nina Witt
Anja Wagner, Marian Mittelman und Nina Witt

Bei FRISCHKORN & MITTELMAN zeigt man uns die Neuheiten der edlen KIO YAMATO Kollektion. Das japanische Wort KIO bedeutet „auf das Wesentliche konzentriert“. So gesehen kann ein bisschen KIO niemals schaden, oder? Hergestellt werden die Brillen wie vermutet in Japan. Das dazugehörige Design kommt allerdings von einem Designerteam aus New York.

Marian Mittelman erklärt uns auch die technischen Alleinstellungsmerkmale der KIO YAMATO Brillen. „Statt den üblichen 50 Tonnen wird der ultrahochkomprimierte Titan bei der KIO YAMATO Kollektion mit 2.000 Tonnen Druck bearbeitet und geformt. Selbst der spezielle Federmechanismus wurde aus ultrakomprimierten Betatitan gefertigt. Das Design basiert auf der japanischen Naturdarstellung, der Tuschemalerei Sumi-e. Bei KIO YAMATO wird auf ein Branding nach außen total verzichtet. Die Kollektion ist ausschließlich über die Designlösung zu erkennen“, führt Mittelman zur Philosophie der Kollektion aus.

GALIFA

CEO Christian Krüsi
CEO
Christian Krüsi

Bei GALIFA setzt Geschäftsführer Christian Krüsi neben Personalisierung und Individualität auf das Seminarangebot. Ein besonders hochwertiger monatlicher Kundenbrief lässt mit der Vorstellung der GALIFA Mitarbeiter in ganzseitigen Bildern und sehr genauer Jobbeschreibung die unsichtbaren telefonischen Kontakte genauso Gestalt annehmen wie die geistige Projektion einer Beratungssituation im Laden des Anpassers. Diese Briefe unterstützen in Fortsetzungen die Vorgehensweise bei der Versorgung und sind Anleitungen zur richtigen Wahl im Beratungsfall. Hier findet man auch immer wieder den Überblick über das aktuelle Seminarangebot. Das System Galifa Care, bei dem nur die Seriennummer der Linse zur Nachbestellung nötig ist, bietet dem Träger innerhalb von 7 Monaten nach dem Kauf einen Austausch zum halben Preis. My Extreme personalisiert die Verpackung der Monatslinse nach Wunsch auch im speziellen Design des Anpassers mit dem Namen des Trägers. Damit unterstützt GALIFA sowohl Compliance als auch den Kontakt zum Anpasser optimal.

GERMAN OPTICS

Geschäftsführer Alexander Duyverman
Geschäftsführer Alexander Duyverman

Alexander Duyverman zeigt dem interessierten Publikum seine Produkte zur Messung und Videoberatung – Opticam, das Smart Centering, Smart Kiosk, Smart Mirror, den Electronic Y-Stick und den Smart Printer: „Immer mehr Optiker forderten von GERMAN OPTICS eine optimale Lösung zum Messen der Nah-PD“. Bei dieser opti zeigt mir Andreas Crusius stolz die Lösung. Mit einer 2ten Aufnahme, dem Zentrieraufsatz und einer Messtafel, misst er präzise den Leseabstand, die Pupillendistanz und den Nahmittelabstand nach dem Headmover und Eyemoverprinzip.

GLORYFY

Geschäftsführer Mag. Christoph Egger
Geschäftsführer Mag.
Christoph Egger

G12 ist das Maximum, das ein Red Bull Air Race Pilot beim Looping fliegen kann und darf, erzählt Mag. Egger, der Tiroler Entwickler der unzerbrechlichen Brille. G12 heißt das mit dem österreichischen Champion Hannes Arch entwickelte neue Modell mit einer neuartigen Halbverspiegelung, die nicht nur einem Air Racer dient. Die Unzerbrechlichkeit zeigt er am Stand spektakulär mit einer Industriepresse, seine Fassungen stehen hier immer wieder vom vollkommen flach gedrückten Zustand unbeschädigt auf. Eine klare Aussage, eine Freude zuzusehen, nicht nur für die männliche Jugend, die sich hier gar nicht satt sehen kann. Die Kooperation mit dem Optiker intensiviert GLORYFY durch das Angebot der optischen Verglasung. Die mit 5-Achs CNC erzeugten und in die U-Nut eingepassten Gläser können in allen Werten von -3 bis +3 dpt in Kurve 8-9 bestellt werden. Bei den Modellen mit der Kurve 6 kann sogar bis 4 dpt gefertigt werden. Auch Gleitsichtlösungen sind machbar.

HECHT

Mario Rehnert mit Sandra Kössler setzen  auf individualisierte Kontaktlinsen
Mario Rehnert mit Sandra Kössler setzen
auf individualisierte Kontaktlinsen

Mario Rehnert von HECHT hat die Hoffnung, dass die individualisierten Kontaktlinsen wieder in den Vordergrund rücken. „Wir setzen auf unsere Fähigkeit jede Kontaktlinse so individuell wie möglich zu fertigen. Besonderer Augenmerk wird zunehmend die Versorgung mit Kontaktlinsen presbyoper Endverbraucher sein“, begründet Rehnert die Strategie von HECHT.

Die BICON ist eine Zweistärkenlinse nach dem alternierenden Prinzip. Diese kann mit fast allen Rückflächen gefertigt werden. Die Vorderfläche ist in zwei deutlich abgegrenzte Zonen für Ferne und Nähe aufgeteilt. Die optischen Mittelpunkte von Fern- und Nahteil liegen auf der Trennlinie. Durch dieses monozentrische Design wird ein bildsprungfreies Sehen erreicht. Die Addition ist in jeder erforderlichen Höhe herstellbar. Die BICON stabilisiert durch einen Prismenballast. Die Stutzkante bewirkt ein Aufliegen auf dem Unterlid und trägt damit zur relativen Verschiebung beim Blick in die Nähe bei. „Selbstverständlich ist diese Stutzkante in ihrer Größe variabel. So kann zum Beispiel bei einem Sitz unter der Lidkante die Stutzkante prominenter gewählt werden. Die Trennline zwischen Fern- und Nahteil ist nicht nur bildsprungfrei, sondern auch so verblendet, dass keine Kante sichtbar ist“, ergänzt Rehnert. Auch die Fertigung als torische Linse (VPT, RT, BT) ist möglich.

HETYCH

Die Hetych Company: Herbert Hetych,  Leopold Wunsch, Carola Cepf,  Elisabeth Hetych und Gerhard Hetych
Die Hetych Company: Herbert Hetych,
Leopold Wunsch, Carola Cepf,
Elisabeth Hetych und Gerhard Hetych

Nach den Neuheiten befragt bekommt man von den HETYCH’s ein bescheidenes „Naja, wir fertigen halt formstabile Kontaktlinsen“ zu hören. Der Familienbetrieb ist über die Grenzen Österreichs allerdings wohl bekannt. Offensichtlich geht es auch ohne Positionierung in Hochglanzprospekten. Bei Betrachtung der letzten Jahre ist die Expansion der Vösendorfer allerdings nicht zu übersehen. Seit Mai 2009 komplettiert mit der Kontaktlinsenoptikerin Carola Cepf auch eine Anpassberaterin die HETYCH Company. Das hat man nicht an die große Glocke gehängt. Sie war halt plötzlich da. Erst bei genaueren Befragen bekommt man zu hören wo der Trend in der RGP Kontaktlinsenschmiede hingeht. Mit einer Kombination der bewährten Rückflächengeometrien Comfort und Top und einer bifokalen Vorderfläche haben die Vösendorfer im Jahr 2009 gut zugelegt. Der entscheidende Vorteil der Bifo Aktiv PR ist die effiziente Ausnutzung der Oberfläche einer Kontaktlinse mit zwei optischen Zonen. Anders als bei simultanen Bifokal-Kontaktlinsen kann man bei dieser Linse die Optikzonen größer und vielseitiger gestalten. Der Winkel des Lesesegments, die Höhe und die Additionswirkung sind frei gestaltbar. Aber Individualität ist man bei den HETYCH’s ja ohnehin gewohnt….

Weiter zum 3. Teil der opti 2010 Messeberichterstattung =>