Optik Austria – Messebericht aus Wels

Letztes Wochenende wurde nach vielen Jahren wieder eine Optikermesse auf österreichischem Boden ausgerichtet. Die Messe Wels strebte mit dem Konzept Augenoptiker und Hörakustiker, mit einem Mix an klassischer Messe, Kongress und Podiumsdiskussionen ein neues, eigenständiges Konzept an. Es waren dieses mal ganz sicher noch nicht alle Lieferanten vertreten. Ungeachtet dessen war die Stimmung gut und es wurde geordert. Gerade deshalb ist die Erstauflage der österreichischen Messe eine genaue Betrachtung wert.

Gleich vorweg – wäre der Sonntag von den Besucherzahlen ganz so ausgefallen wie der Samstag, so wäre die Messe ein uneingeschränkter Erfolg gewesen. Betrachtet man die Messe als Gesamtes, so muss neben den Besucherzahlen am Samstag, der nette Ausklang mit einem wirklich tollen (und kostenlosen!) Catering am Samstag Abend hervorgehoben werden. Auch die für jedermann frei nutzbaren Erfrischungsinseln mit Getränken und Obst zwischen den Ausstellern sind bei den Besuchern gut angekommen. 

Podiumsdiskussion

Gut besucht war die abendliche Podiumsdiskussion, bei denen Bundesinnungsmeister KommRat Anton Koller, MSc, der erfolgreich expandierende Augenoptiker Fritz Wutscher, DOZ Chefredakteurin Judith Kern, Firstoptiker Geschäftsführer Wolfgang Czejka, Opticon Geschäftsführer Dipl. BW Ewald Hofbauer, MBA und OÖGKK Ressortdirektor Mag. Franz Kiesl über ihre Perspektive hinsichtlich der Zukunft in der Augenoptik diskutierten.

Aussteller Interviews

Das optikum hat vor Ort Interviews mit über 20 Industriepartnern geführt. Mit dem nachfolgenden Pulldown gelangen Sie direkt zum gewünschten Interview. Unsere Interviewpartner sind in alphabetischer Reihenfolge dargestellt.

Allison spa

Allison - Simone Himmelfreundpointner

„Alle sechs Kollektionen der im italienischen Padua gefertigten Brillen bieten dem Optiker Modelle, die einmal etwas anders sind, eine neue Nische in seinem Sortiment besetzen.“, fasst Simone Himmelfreundpointner den Anspruch dieser Eyecatcher zusammen. Da gibt es Swarovski-Steiner auf der Damenkollektion Mila ZB, Hally & Son Retrobrillen mit Büffelhorn oder auch die rh+ Radsportbrillen, die nicht nur extrem leicht und widerstandsfähig sind, sondern sich bei Sonnenlicht automatisch verdunkeln.

Appenzeller Kontaktlinsen AG

Appenzeller Kontaktlinsen AG

„Wir konzentrieren uns derzeit auf unserer Internationalisierung neben unseren Kernländern Österreich, Deutschland und Schweiz“, eröffnet Appenzeller CEO M’hamed Bouhlal. „Ab 1. Oktober haben wir einen dritten Anpassberater für Appenzeller verpflichtet. Des Weiteren haben wir eine Internet Bestelloberfläche für Kontaktlinsenanpasser seit zwei Monaten freigeschalten.“

Bader & Kuperman

Bader & Kuperman GbR 

Mit der Kollektion JUST wird eine Wechselbügelbrille angeboten, die nicht nur durch ein extrem geringes Gewicht positiv auffällt. Auch die Flexibilität des farbenfrohen Leichtgewichts ist beachtlich. Geschäftsführer David Kuperman demonstriert dies und betont, dass man mit exzessiver Dienstleistung die Augenoptikerpartner verwöhne. „Bei der Brille kannst Du das Rad nicht neu erfinden. Der für uns wesentliche Aspekt ist der partnerschaftliche Umgang und der Support der Augenoptiker. Wir haben vor drei Jahren quasi bei null angefangen. Und wir freuen uns sehr, dass wir mittlelerweile von den Augenoptikern wahrgenommen werden“, freut sich Kuperman.

Bilosa

Bilosa

Einen positiven Trend sieht man bei Bilosa unter anderem in der Verbreitung der Orthokeratologie Anpassungen. „Der Vorteil liegt auf der Hand. Die Nutzer der Ortho-K Kontaktlinsen profitieren von einem befreiten Sehen untertags. Die Anpassungen von Ortho-K Kontaktlinsen erfordern eine besondere Vorgangsweise. Dazu bieten wir individuelle Schulungen der Kontaktlinsenanpasser in deren Räumlichkeiten vor Ort an“, erklärt Geschäftsführerin Andrea Paulweber. Passend dazu – das Beratungs-Helpdesk wurde erweitert und hilft bei Fragen zu Anpassungen.

Brille & Glas Austria

Brille & Glas Austria

Der bekannte Label crocs hat nicht nur bunte Schuhe. Der für die Jibbitz-Löcher Brand bietet neuerdings auch farbenfrohe Brillen an. Elfi Saria präsentiert auf der Welser Messe die Neuheiten. „Besonders die Kinderfassungen kommen bei den Konsumenten sehr gut an, da sie eben nicht zu kindlich sind. Während die Mittelteile schwarz oder grau gehalten sind, bestechen die Bügel in den bekannt knalligen Farben der Schuhe“, freut sich Saria.

BWR Optikgeräte

BWR

Die Vorteile von Visionix VX120 liegen auf der Hand. Christoph Lausecker erklärt, dass hier sieben Funktionen in einem Gerät vereint sind, für die man sonst vier Geräte brauchen würde. In 75 Sekunden ist eine vollautomatische Augendiagnose erstellt. Ebenso beeindruckt das VX40. Ein Gerät, das die vollflächige Vermessung auf eine Hundertstel Dioptrie schafft und den Verlauf einer Gleitsichtbrille grafisch darstellt. „Das ist perfekt bei Neukunden. Man kann sich sofort ein Bild von unbekannten Brillen machen“, erklärt Rainer Augsten.

Edelweyes

Robert Schnötzinger und Team EDELWEYES

Robert Schnötzinger rückt zwei neue Modelle des im steirischen Hartberg produzierenden Unternehmens Edelweyes in den Mittelpunkt. Wie bei allen Modellen tragen auch diese beiden Neuheiten Namen mit regionalem Bezug, diesmal zu steirischen Hügeln. Der Schlüsselsteg des Modells Heukuppe unterstreicht den Retrolook des Holzbügelgestelles. Bei Hochlantsch unterstreichen gedeckte Farben die zarte Optik, ein Design das so gut wie jedem Menschen gut steht.

Emmerich Exclusivbrillen

Emmerich Exclusivbrillen

O’Neill Sonnenbrillen sind echte Lifestyle-Modelle, die für ein junges, sportliches Zielpublikum konzipiert sind. „Deshalb stehen bei uns auch Kitesurfer und Beachvolleyballer als Testimonials unter Vertrag“, berichten Michael Kofler und Fehrudin Zulic.

FirstOptiker Fachoptiker

Firstoptiker

„Mitglieder bei First Optiker können auf zweifache Weise profitieren“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Czejka. Einerseits können Optiker maßgeschneiderte Marketingangebote in Anspruch nehmen und sich damit voll auf ihre Kernkompetenz, dem Brillengeschäft widmen. Andererseits werden bundesweite Maßnahmen für den Lokalmarkt adaptiert und der Optiker wird automatisch mit eingebunden.

Galifa Contactlinsen

Galifa

„In Zeiten von Smartphones und Tablets gewinnt nahes Sehen an Bedeutung. Unsere Linsen bieten digitalen Sehkomfort durch akkumulationsunterstützende Wirkung.“ So erklärt Verkaufsleiter Joachim Penn wie Scalia Design, das es sowohl für weiche als auch formstabile Linsen gibt, Entspannung für Augen erreicht.

Hetych Kontaktlinsen

Hetych Kontaktlinsen

Bei Hetych Kontaktlinsen konzentriert man sich auf die Anfertigung formstabiler Maßkontaktlinsen. „Der Markt für formstabile Kontaktlinsen wächst zwar nicht, aber er weist seit Jahren einen stabilen Anteil auf. Innerhalb des Segments der formstabilen Kontaktlinsen wachsen vor allem die Anteile an torischen, multigressiven und Myopie kontrollierenden Linsendesigns“, betont Gerhard Hetych. Um das Voranschreiten der Myopie gezielt zu stoppen, gilt es beim Prozess der Emmetropisierung anzusetzen. Genau hier greift die KSI Linse regulierend in die weitere Entwicklung der Hornhaut des betroffenen Jugendlichen ein, bremst eine weitere Myopisierung nachhaltig ab. „Für eine perfekte Umsetzung dieses Zieles sind eine exakte Refraktion und Keratographendaten erforderlich. Die Berechnung der Kontaktlinse übernehmen dann wir. Die Lieferzeit dauert bei dieser Kontaktlinse mit vier Tagen etwas länger“, erklärt Hetych.

HOYA Lens Österreich

HOYA

Der Brillenglaskonzern HOYA reüssiert auf der Welser Messe mit der Hoya Leo Hillinger Kampagne. „Der bekannte Weinhauer aus Jois wurde als starker Partner gewonnen und verkörpert in idealer Weise die Hochwertigkeit unserer Brillengläser“, bringt es Niederlassungsleiter Martin Decker auf den Punkt. Am Messestand wird erstmals die umfassende Marketingaktivität vorgestellt. Österreichs Optikerbetriebe haben die Möglichkeit, sich für drei unterschiedliche Werbekampagnen anzumelden. Neben dem Thema Gleitsichtglas und Sonnenschutz, präsentiert Leo Hillinger in den Kampagnen den Augenschutz mit BlueControl Brillengläsern. 

IOM

IOM

In Wels präsentiert IOM die neue Software Faveo. Der Nachfolger der bekannten IOM Software kann mittels App über IOS und Android Kundendaten von der Unternehmenssoftware abrufen. Dadurch kann der Augenoptiker und Hörgeräteakustiker auch mit mobilen Geräten auf seine Kundendaten zugreifen. Faveo hat zudem auch eine Schnittstelle zu NOAH 4. „Faveo und Office Plus sind bereits für die Registrierkassenpflicht fit. Zudem ist auch der vom Staat geforderte Manipulationsschutz, welcher ab 2017 schlagend wird vorbereitet“, betont Geschäftsführer Axel van Holten.

Marion Ramm GmbH

Marion Ramm

Black Forest nennt sich die neue Kollektion aus dem Land der Bollenhüte. „Sind die Bommeln dieser Damenhüte rot, ist die Dame noch zu haben, sind sie schwarz, dann ist sie bereits vergeben.“, erklärt Deputy Managing Director Andreas ter Woort den Brauch, der aus dem Schwarzwald stammt. Und der Schwarzwald ist auch Namensgeber für die Black Forest Kollektion, die sich durch rustikale und farbenfrohe Brillengestelle auszeichnet.

OHI – Optometrie & Hörakustik Initiative

OHI

Um den Anforderungen in punkto Weiterqualifizierung von neuen Mitarbeitern gerecht zu werden, bietet die OHI Optometrie- und Hörgeräteinitiative sowohl für Optiker, Genossenschaften als auch Filialisten die perfekte Antwort. Walter Gutstein, PhD erläutert: „Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können so gut ausgebildet werden und bestehendes Personal in OHI-Updates und Workshops für die Herausforderungen des Marktes geschult und fit gemacht werden.“

opto data Abrechnung GmbH

opto data

Optadata bietet flächendeckend für den österreichischen Markt die Abrechnung mit allen gesetzlichen Sozialversicherungsträgern. „In den vergangenen Jahren konnten wir genug Know-how und Erfahrungen sammeln, so dass sich der Augenoptiker und Hörgeräteakustiker auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann“, so Österreich Vertriebsleiterin Mag. Sylvia Brandstätter. Mit dem Vorfinanzierungsaspekt kann optadata dem Augenoptiker und Hörgeräteakustiker planbare Zahlungseingänge zusichern und die Liquidität ermöglichen.

Opticon Handels GmbH

OPTION Augen auf

„Die österreichischen Optiker brauchen neben mehr Individualität im Marketing vor allem auch Unterstützung im kaufmännischen und im Rechtsbereich“, konstatiert Ewald Hofbauer. Opticon bietet dementsprechende Dienstleistungspakete an, aus dem sich jeder Optiker ein passendes aussuchen kann.

Radlinger

Radlinger

Markus Radlinger und Daniel Gsöttbauer haben viele interessante Produktlinien. Nur um ein paar zu nennen: Babybrillen, die extrem robust, anatomisch flexibel und anpassbar sind und zusätzlich mit einem Sonnenclip punkten. Auf die Damenwelt wartet es eine sehr feminine französische Linie namens Karaman und für junge Fashionista’s ist mit Jacadi eine interessante Kollektion am Start. Mit der Wechselbügel Kollektion eye:max<> können Augenoptiker das modisch interessierte Klientel bedienen, während mit KOBERG dezente Eleganz garantiert ist. Ein weiteres Highlight ist eine runde Goldbrille. Die Walzdoubletechnik macht das Modell für eine breitere Kundenschicht erschwinglich. Und last but noch least ist die John Lennon-Brille da. Sie ist nach dem Original von Yoko Ono selbst designed.

Technik Sehen – Thomas Scheibl

Technik Sehen Thomas Scheibl

„Wir wollen mit unseren innovativen Produkten die Arbeit des Optikers erleichtern und unterstützen“, erklärt Thomas Scheibl das Unternehmensziel. Mit den mobilen Screeninggeräten kann ein Optiker beispielsweise direkt in Schulen oder große Unternehmen gehen, vor Ort einen Checkpoint fürs Auge anbieten und damit direkter und schneller an den Kunden herankommen.

Techno-Lens Deutschland

Technolens

Das Portfolio des Laussanner Unternehmens  wird von Individuallinsen dominiert. Geschäftsführer Wolfgang Laubenbacher erklärt, dass ein Produkt natürlich gut sein muss. Doch viel wichtiger ist der Umgang damit. Deshalb werden Schulungen für die Orthokeratologie von Techno-Lens forciert. So können Kontaktlinsenanpasser ein Alternativprodukt für Kunden, die darüber nachdenken ihre Augen lasern zu lassen, anbieten und beste Beratung dafür bieten.

Topcon Deutschland Medical GmbH

Topcon

Gebietsleiter Sebastian Weber bringt die Vorteile des Multifunktionsgerät TRK2P auf den Punkt: „Durch den schwenkbaren Bildschirm ist es möglich mit dem Kunden sozusagen barrierefrei zu interagieren.“ Da man nicht mehr frontal ohne Blickkontakt arbeiten muss, auch neben dem Kunden stehen kann ergibt sich automatisch eine persönlichere und auch für den Kunden angenehmere Beratung.

WKO – Fachgruppe Gesundheitsberufe

Erwin Stella

Zur Frequenzstärkung der Optiker geht die im Frühjahr 2015 erfolgreich gestartete Augenoptikerkampagne im Oktober weiter. Mit TV- und Hörfunk-Spots wird die Kernzielgruppe Frauen über 40, als Hauptentscheider bei Ausgaben im Haushalt angesprochen. Die Zielgruppe wurde in der ersten Runde zu 70 Prozent erreicht. Fachgruppen-Projektmanager, Erwin Stella, MBA kündigt deshalb an, dass aufgrund des großen Erfolgs die Gemeinschaftswerbung fortgesetzt wird. 2015 steht Gesundheit am Arbeitsplatz am Plan.

Fazit

Für den ersten Durchgang hat die Optik Austria in Wels so ziemlich alles getan, was man tun kann um eine Messe erfolgreich zu machen. Eine Wiederholung im kommenden Jahr wäre für die Branche sicherlich ein Gewinn. Vielleicht kann noch der eine oder andere Partner der Industrie gewonnen und damit noch ein paar weitere Besuchermagneten an Bord geholt werden. Weitere Infos zur Messe finden sich auf der Internetseite www.optik-austria.at des Messebetreibers.

Fotos: Mag. Bernhard Steiner (Ordinationstechnik & optikum) & Harald Belyus, MSc (optikum)

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