Spielen Kontaktlinsenablagerungen im Zeitalter der Tauschlinsen-Systeme noch eine Rolle?

Die Leistungsfähigkeit und Verträglichkeit von modernen Kontaktlinsen ist heute im Allgemeinen sehr gut. Sie bieten uns eine gute Sehschärfe, z.B. auch bei Vorliegen einer Ametropie. Auch können die meisten Fehlsichtigkeiten heute mit Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Die Anzahl der Kontaktlinsenträger ist zwar in jedem Land Europas unterschiedlich, die Anforderungen an Kontaktlinsen und Pflegesysteme wachsen allerdings ständig und überall.

Trotz relativ hohem Interesse bleibt die Gesamtzahl der Träger seit vielen Jahren konstant. Hierbei lässt sich auch ein Zusammenhang mit der Ausstiegsrate („Drop-Out“-Rate), die zwischen 26% bis hin zu 67% variiert, feststellen. Die unterschiedlichen Prozentzahlen resultieren aus den Drop-Out-Raten der verschiedenen Länder. Verlust des Tragekomforts ist der Hauptgrund, warum Kontaktlinsenträger aufhören ihre Kontaktlinsen zu tragen. Dies ist häufig bedingt durch Trockenheitssymptome, die dann durch eine erhöhte Neigung zu Kontaktlinsenablagerungen, wie z.B. Lipiden und Proteinen, noch verstärkt werden können. Sogar sehr treue Kontaktlinsenträger geben an, dass der Tragekomfort verbessert werden könnte. Ein verbesserter Komfort in Zusammenhang mit der Reduktion der Trockenheitssymptome wird Kontaktlinsenaussteigern ermöglichen, zufrieden ihre Kontaktlinsen zu tragen und ebenfalls dem Kontaktlinsenmarkt helfen sich positiv zu entwickeln.

Kontaktlinsen Tragekomfort
Quelle: Pritchard N., Fonn D., et. al., Discontinuation of contact Lens wear, ICLC, Vol 26, 1999

Um den Tragekomfort zu verbessern ist es notwendig, die Kontaktlinsen keinesfalls als isoliertes System zu betrachten. Denn komplexe interaktive Mechanismen werden hier wirksam zwischen

  • der Umgebung des Auges: Kornea, Konjunktiva, Tränenfilm
  • den Kontaktlinsen: wobei sowohl das Wasserbindungsvermögen und die Sauerstofftransmissibilität eine wichtige Rolle für den Tragekomfort spielen, welche wiederum durch Ablagerungen negativ beeinflusst werden können
  • der Kontaktlinsenhygiene, die dazu beitragen soll, die physikalischen Kontaktlinseneigenschaften und die Sauberkeit zu bewahren und das Gewebe des Auges zu schützen. Darüber hinaus sollte die Hygiene zweckmäßig und einfach sein.

Was kann ein Kontaktlinsen-Material leisten?

COMPLETE Aquavision™ ist aus einem mittel-wasserhaltigem/nicht-ionischen Kontaktlinsenmaterial, das zum einen seinen Wassergehalt den ganzen Tag lang halten kann und zum anderen weniger zu Protein- und Lipidablagerungen neigt. Diese Kontaktlinsen werden aus GMAqua™, einem Co-polymer bestehend aus HEMA (2-Hydroxyethylmethacrylat) und GMA (Glycerylmethacrylat) hergestellt. Durch die Anwesenheit von GMA im Kontaktlinsenpolymer ist die Wasserbindungskapazität gegenüber herkömmlichem HEMA Material stark erhöht.
Vergleichende Studien haben ergeben, dass COMPLETE Aquavision (GMAqua™) hervorragend in der Lage ist, Feuchtigkeit auch über eine Tragedauer von 12 Stunden in der Kontalktlinsen-Matrix zu binden. Ebenfalls zeigten klinische Studien einen exzellenten Tragekomfort, der in Zusammenhang mit der lang anhaltenden Hydratation der Kontaktlinsen steht.

Wasser Rückhaltevermögen
Quelle: AMO Data on file

Proteinablagerungen
Proteinablagerungen bei weichen Kontaktlinsen sind ein für Anpasser und Träger bekanntes Problem. Sie können zu Irritationen und vermindertem Tragekomfort führen.
Proteinablagerungen beeinflussen zusätzlich die physiologischen Eigenschaften der Hornhaut, indem sie eine geringere Sauerstoffversorgung und allergische Reaktionen (z.B. GPC) verursachen können.

Proteinablagerungen

GPC – Proteinablagerung auf Kontaktlinse

Da der Tränenfilm eine Vielzahl gelöster Proteine enthält, haben diese während des Linsentragens intensiven Kontakt mit der Oberfläche der Kontaktlinse und können sich hier ablagern.

Lysozym, ein Protein mit für das Auge protektiver Wirkung, besitzt eine elektrisch positive Ladung. Es ist in großer Menge im präcornealen Tränenfilm enthalten.
Durch die elektrostatischen Bindungskräfte der Proteine (besonders die des positiv geladenen Lysozyms) an eine Kontaktlinsenoberfläche mit negativer Ladung, bilden sich vermehrt Proteinablagerungen auf dieser Kontaktlinsenoberfläche.
Eine negativ geladene Weichlinse adsorbiert das Lysozym umso mehr, je mehr Methacrylsäure (MAS) im Polymer enthalten ist.
Durch die nicht-ionische Oberfläche des GMA/HEMA Materials (GMAqua™), ist die Ablagerungsneigung gegenüber Proteinen, wie Lysozym, reduziert.
Die COMPLETE Aquavision Linse zeigt eine hohe Resistenz gegenüber Proteinablagerungen und schützt somit vor Irritationen, die auf Proteinablagerungen zurückzuführen sind.

Neigung zu Proteinablagerungen – ionische und nicht-ionischen Materialien im Vergleich

Ablagerungsneigung
Quelle: Technical Manual, Benz Research & Development

Aufgrund der Zugehörigkeit zur FDA Gruppe 2 (nicht-ionische Materialien) schafft die COMPLETE Aquavision™ hier Abhilfe.

Die COMPLETE Aquavision™ Kontaktlinse

  • Material GMA-pHEMA Copolymer
    (GMAqua TM ), blaue Handhabungstönung
  • FDA Klassifikation Gruppe 2 (nicht-ionisch, hoch-wasserhaltig)
  • Wassergehalt 60%
  • Linsendesign drei-kurvige Vorderfläche, sphärische Rückfläche
  • Dk/t- Wert 26 x 10 E-9 (35°C)
  • Mittendicke 0.08 (-3.00 dpt.)
  • Herstellung Erweitertes Cast Moulding
  • Basiskurve 8.7 mm
  • Durchmesser 14.2 mm
  • Stärken -0.25 bis -8.0 in 0.25 dpt. Schritten
    +0.25 bis +6.00 in 0.25 dpt. Schritten
  • Verpackungseinheit 6 Kontaktlinsen / Box
  • Tragemodalität täglich im Monatstauschsystem

Wichtig für den Tragekomfort einer Kontaktlinse ist nicht nur die Kontaktlinse mit ihren Materialeigenschaften, sondern auch eine moderne Hygiene, die sicher, einfach und verträglich ist.

Was kann eine All-in-One-Lösung erreichen?

COMPLETE MoisturePlus™ ist eine All-in-One-Lösung, die eine hohe Effektivität, Schutz und Komfort aufgrund folgender Inhaltsstoffe bietet:

  • HydroxyPropylMethylCellulose (HPMC) mit großmolekularer Struktur, die eine hydrierende Schicht zwischen Kontaktlinse und Auge aufbaut.
  • PropylenGlycol (PG), ein kleines Molekül, welches in die Linsenmatrix während der Aufbewahrungszeit wandert. PG unterstützt das Wasserrückhaltevermögen der Kontaktlinse von innen heraus.
  • Taurin, eine natürlich im Körper vorkommende Aminosäure, wirkt zusätzlich stabilisierend auf das Tränenfilmprotein Lysozym. Die Denaturierung (das „Gerinnen”) von Lysozym auf der Kontaktlinsenoberfläche verursacht eine irreversible Bindung des Lysozyms an die Linsenoberfläche bis in die Linsenmatrix hinein. Die Verhinderung des Denaturierungsprozesses reduziert die Ablagerung von irreversibel gebunden Proteinen.

Was bewirkt das Kontaktlinsen-Reinigungsgerät?

Das Kontaktlinsen-Reingungsgerät COMPLETE RapidCare™ ist zusammen mit COMPLETE MoisturePlus™ äußerst effektiv bei der Reduktion aller krankheitserregenden Keime, die auf der Kontaktlinsenoberfläche haften, wie: Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus, Candida albicans, Fusarium solani, sowie Acanthamoeba- Trophozoiten und Zysten.
Eine unabhängige Studie von Kilvington [1] zeigt die extrem hohe Effektivität dieses Reinigungssystems. Die Reduktion von 5 log-Einheiten (das entspricht 99,999%) der Mikroorganismen wurde bereits nach einem Reinigungszyklus von 30 oder 60 Sekunden erreicht. Abgelöste Keime im Behälter werden dann durch wegschütten und den Tausch der COMPLETE MoisturePlus™ Lösung entfernt. Ein weiterer 60 Sekunden-Reinigungszyklus mit dem Reinigungsgerät garantiert eine komplette Entfernung aller restlichen Organismen auf der Kontaktlinse und im Behälter.

Kontaktlinsenoberfläche
Kontaktlinsenoberfläche vor und nach der Reinigung mit COMPLETE Rapid Care™
nachdem Sie eingangs mit Acanthamoeben (Einzellern) besiedelt wurde

Kontaktlinsenträger achten bei ihren Kontaktlinsen nicht nur auf eine optimale Sehschärfe. Die Erhaltung der Augengesundheit und des optimalen Tragekomforts in jeder Situation sind ein Teil ihrer grundlegenden Bedürfnisse. Kontaktlinsen und Pflegesysteme, die ein höchstes Niveau an Komfort versprechen, sind somit wichtig für die Vermeidung von Kontaktlinsen-Aussteigern. Aus diesen Gründen bietet AMO® ein System aus Kontaktlinsenpflege und Kontaktlinse an, um die Erwartungen nach optimalem Komfort und Schutz der Augen zu erfüllen.

Literatur:

  • [1] Effektivität eines neuen Kontaktlinsenreinigungsgerätes gegen Acanthamoeba, Bakterien und Pilze, Simon Kilvington und James Lonnen, Department of Infection, Immunity & Inflammation, University of Leicester
  • Dr. Florence Malet – Centre Hospitalier universitaire die Bordeaux, Frankreich

 

Autor und Kontaktadresse:

AMO
AMO Germany GmbH
Eye Care

Alexandra Spiegler

Rudolf-Plank-Straße 31
D- 76275 Ettlingen

Tel.: +49 7243 – 729-0
Fax: +49 7243 – 729-315
www.amo-inc.de

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