Studie zu Refraktionsänderungen in unterschiedlichen Lebensaltern

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Refraektionsänderungen nach Lebensalter

In einer Schweizer Studie wurden die Änderungen der Dioptrienwerte in unterschiedlichen Lebensaltern erforscht. Die Menge der beobachteten Fehlsichtigen betrug imposanterweise 15.799 Personen. Die Veränderungen der Brillenwerte wurden zudem über mindestens fünf Jahre beobachtet.

Die Studie ist insofern interessant, da sie in unserem westlichen Nachbarland – der Schweiz – am Universitätsspital Basel durchgeführt wurde. Wiewohl daraus nicht unmittelbar der wissenschaftliche Schluss gezogen werden kann, dass sich solche refraktiven Änderungen in der „durchschnittlichen österreichischen Bevölkerung“ zwingend gleich verhalten muss, liegt die Vermutung nahe, dass die Ergebnisse bei einer Messung in Österreich ähnlich wären.

Unterschiedliche Änderungen der Brillenwerte für 20-24, 25-39 und 40-69jährige Personen

Die in Basel vermessenen Studienteilnehmer/innen hatten waren noch nie einer Augenoperation unterzogen worden. Das Alter des Personenkreises erstreckte sich von 3 bis 79 Jahren. Im Mittel betrug das Alter 37,8 Jahre. Folgemessungen wurden nach mindestens fünf Jahren (im Mittel 8,8 Jahre) durchgeführt.

Im Bereich der 20-24jährigen veränderten sich die Dioptrienwerte bei 61% der Personen. In 49% aller gemessenen Personen im Alter zwischen 20 und 24 Jahren wurde eine Myopisierung festgestellt.

Im Altersbereich der 25-39jährigen hatte immerhin die Hälfte der Studienteilnehmer/innen eine Veränderung der Fehlsichtigkeit.

In der Gruppe der 40-69jährigen blieben die Werte allerdings bei weniger als der Hälfte über die Jahre hindurch stabil. So zeigte sich bei bis zu 60% der Betroffenen eine relevante Änderung der Brillenwerte. Die meisten Personen der 40-69jährigen neigten zu einer Hyperopisierung beziehungsweise zu Verringerung ihrer Myopie.

Meist symmetrische Veränderungen

Interessant ist zudem, dass bei den Messungen festgestellt wurde, das in 85% der Fälle die Veränderungen an beiden Augen in etwa symmetrisch einhergehen. In 39% der Fälle trat eine Veränderung des Astigmatismus auf.

Die Studienersteller kamen unter anderem zum Schluss, dass klinisch relevante Änderungen der des sphärischen Äquivalents in allen Altersgruppen über die Jahre stattfinden können und Personen, die sich über eine refraktive Chirurgie informieren deshalb darüber besonders aufgeklärt werden sollten.

Quelle: Goldblum, D., Brugger, A., Haselhoff, A. and Schmickler, S. (2012). Longitudinal change of refraction over at least 5 years in 15,000 patients. Graefe’s Archive for Clinical and Experimental Ophthalmology, 251(5), pp.1431-1436.