Neu im DOZ Verlag: Tests und Management – nicht nur in der Kinderoptometrie

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Kinderoptometrie

Die optometrische Versorgung von Kindern stellt besondere Anforderungen an den untersuchenden Optometristen oder Augenoptiker dar. Eine Neuerscheinung im DOZ Verlag mit dem Titel „Tests und Management – nicht nur in der Kinderoptometrie“ widmet sich diesem Thema umfassend auf 440 Seiten. Der Zusatz „nicht nur in der Kinderoptometrie“ wurden von den Autoren bewusst gewählt, da viele visuelle Probleme die sich bei Kindern einstellen, auch bei Erwachsenen auftreten können. 

Entwicklung der visuellen Wahrnehmung im Kindesalter

Einleitend unterstreichen die Autoren Stefan Lahme und Petra Selmeier anhand von Studien die Notwendigkeit früher optometrischer Untersuchungen, um visuelle Defizite im späteren Leben so weit wie möglich vermeiden zu können. Die Entwicklung der Augen in den ersten Lebensmonaten wird genau so gewissenhaft, wie die Epidemiologie von Fehlsichtigkeiten, Strabismen, Amblyopien, Heterophorien Akkommodationsproblemen oder anderen binokularen Problemen erklärt.

Refraktionsbestimmung bei Kindern

Systematisch geben die Autoren einen Überblick über mögliche und unbedingt immer durchzuführende Testmethoden bei Kindern. So benötigen unterschiedliche Alterskategorien differenzierte Testmethoden um Art und Größe einer Fehlsichtigkeit seriös zu erfassen. Im weiteren werden auch die Prüfmethoden des Binokularsehens und etwaiger Vergenz- oder Akkommodationsstörungen grundlegend erklärt. Zudem wird die Frage erörtert, ob geringe Hyperopien korrigiert werden sollten oder nicht.

Visuelle Ursachen bei Lese- und Rechtschreibproblemen

Ohne optimale visuelle Wahrnehmung, ist es für Kinder oft schwierig den Anforderungen in der Schule gerecht zu werden. Dass trotz normaler, monokularer Sehschärfe visuelle Probleme vorhanden sein können, ist in optometrischen Kreisen bekannt. So können Phorien oder eine zu starke oder zu schwache Konvergenz oder Akkommodation das Sehen spürbar beeinträchtigen. Die Autoren beschreiben in diesem Zusammenhang mögliche okuläre Faktoren einer Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) und gehen zudem auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein.

Tests zur Erfassung visueller Probleme bei Kindern

Zur Untersuchung des binokularen Sehens stehen viele erprobte Testmethoden zur Verfügung. Insbesondere aus dem angloamerikanischen Raum finden sich vielfältige Tests zur Messung von Vergenzen, der Akkommodation, dem AC/A und anderen binokularen Messungen, welche von den Autoren ausführlich und gut verständlich beschrieben werden.

Die Korrektion

Letztendlich stellt sich die Frage, wie man das jeweilige Kind am besten versorgt und somit hilft. So kann die Korrektion einer Hyperopie auch kontraproduktiv sein. Deshalb fordern die Autoren, bei Kindern niemals eine Hyperopiekorrektion ohne genauen Befund des binokularen Sehens, der Vergenz und der Akkommodation vorzunehmen. Im weiteren finden sich klar strukturiert Überlegungen und empfohlenen – bzw. nicht empfohlenen – Korrektionsmöglichkeiten bei Befunden wie Konvergenzinsuffizienz, Konvergenzexzess, Divergenzinsuffizienz, Divergenzexzess, Esophorie, Exophorie, Akkommodationsinsuffizienz, Akkommodationsexzess, u.s.w.  

Abschließend beschreiben die Autoren Hilfsmittel wie farbige Lesefolien und geben zudem einen ausführlichen Überblick über den aktuellen Stand der Myopieforschung. Komplettiert wird das Werk durch Beispiele von Informationsschriften zur Aufklärung betroffener Elternteile.

Fazit

Das vorliegende Werk ist für Optometristen und Augenoptiker interessant, welche sich dem Thema Kinderoptometrie nähern wollen sehr empfehlenswert. Für bereits erfahrene Kollegen findet sich wie immer trotzdem auch Neues und Kapitel zum Wiederauffrischen – zudem ist alleine die Herangehensweise in der Kommunikation zu den Eltern aus Sicht der Autoren einen genaueren Blick in das Buch wert.

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