Trends und News – OPTICA Köln 2002

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479 Anbieter aus 24 Ländern und rund 16.300 Fachbesucher aus 41 Ländern konnte die OPTICA Köln 2002 diesjährig verbuchen. 11% der Fachbesucher stammten aus dem Ausland. Wer die OPTICA aus dem Vorjahr kannte, fand gewohntes Ambiente vor. Wir haben uns wieder umgehört und versucht Trends und Eindrücke mit nach Hause zu nehmen. Die neue Leichtigkeit ist ein augenfälliges Merkmal der aktuellen Brillen-Kollektionen. Die weitere Gewichtsreduktion wird durch fast fadendünne Fassungen und Hightech-Gläser mit Mini-Gewicht ermöglicht. Farbe steht im Blickpunkt bis hin zur Mehrfarbigkeit vor allem bei innovativen Acetat-Modellen.
Ecken und Kanten darf die Brille haben, doch ist diese Formgebung nicht allein dominierend – immer gibt es auch den entgegengesetzten Trend, wie nostalgische fast kreisrunde Scheiben zeigen. Schließlich gehören die Zeiten von Modediktaten längst der Vergangenheit an. Kleinere Formen bilden immer noch den Mittelpunkt in vielen Kollektionen. Aber auch großzügig Bemessenes ist zu sehen, Modelle, wie sie einst Audrey Hepburn zu Gesicht standen. Verbesserte Funktion sichern neue Sonnen- und Sportbrillen.

Als bewusstes Schmuck-Accessoire können die neuen Fassungen die Brille zum Blickfang, sie aber ebenso fast unsichtbar machen – letzteres speziell in den stark favorisierten randlosen Versionen. Ganze drei Gramm kann ein Brillengestell wiegen. Als neues Material für superleichte Brillen fand Genium Beachtung, ein Metall mit höchster Oberflächendichte, das extrem filigran zu verarbeiten ist, dabei flexibel und so formstabil, dass ein "Memory-Effekt" eingebaut ist: Nach Verbiegen finden die Bügel in die Ausgangs-Position zurück. Neue Verbindungstechniken unterstreichen die Anmutung von Leichtigkeit – und sichern zudem schraubenfrei langlebigen Nutzen. Bei aller minimalistischen Reduzierung wirken Metallbrillen nicht puristisch: Dezentes, aber ausgefallenes Dekor bieten winzige Applikationen, teils asymmetrische Blenden oder sogar eine zierliche Umrandung, die aufgesetzt über der rahmenlosen Brille schwebt und ihr Konturen gibt.

Farbe ist die Stärke bei den neuen Acetat-Fassungen. Hier rückt fröhlich Kräftiges ins Blickfeld. Sandwich-Technik bewirkt Zwei- und Mehrfarbigkeit. Eine hellere Hintergrundtönung kann ein dunkles Modell lichter erscheinen lassen. Kombinationen von frischem Grün, Rot und Blau zu Havanna geben frechen Pfiff.

Gesehen wurden auch alternative Materialien – Hochkarätiges etwa. Goldbrillen, üppig dekoriert mit Perlen und Brillanten oder schmucklos in eleganter Linienführung glänzend finden ihre Klientel. China-Lack, von Hand in sieben Schichten aufgetragen, kann mit schimmerndem Melange-Effekt zu dem Edelmetall Farbakzente setzen. Horn bleibt beliebt bei Individualisten – entweder in ganz klassisch strengem oder avantgardistisch modernem, eventuell schrägem Design. Horn mit Huhn erwies sich als Attraktion: Asiatisches Büffelhorn hat ein Hersteller mit Leder von Hühnerfüßen verziert – von frei lebendem glücklichem Geflügel. Auch mit ausgesuchten Hölzern ist Exklusivität zu demonstrieren: Mahagoni, Palisander und Ebenholz im Vierkant-Schnitt geben markante Bügel. Aufsehen sichert die Glasketten-Brille Modemutigen. Anstelle von Bügeln hängt man eine funkelnde Strass-Kette über die Ohren. Eine ausreichend schwere Glaskugel am Ende soll als Gegengewicht auch bei gebeugtem Kopf die Gläser auf der Nase halten.

Kinderbrillen von kunterbunt bis cool. Farbigkeit ist bei Kinderbrillen kein neues Thema. Sie werden kunterbunt in robusten Qualitäten angeboten. Comic- und Fernsehfreunde steigern die Bindung an die Sehhilfe: Janosch- wie Tabaluga-Motive bleiben gefragt. Als wirksam erwies sich die Faszination des Films "Herr der Ringe" für eine Modellreihe mit Elben-Runen auf den Bügeln. Neu entdeckte Zielgruppe sind Teenager, die sich für Kinderbrillen zu erwachsen fühlen. Ein Hersteller hat nach Wünschen einer ausgewählten Gruppe eine spezielle Kollektion entwickelt.

Weiter verbesserte Funktionalität zeichnet die neuen Sportbrillen aus. Bügel etwa sind in Stufen verstellbar und können sich bei Stürzen komplett ablösen, was Verletzungsgefahren eindämmt. Wechselscheiben für jede Wetterlage bieten die Hersteller an – vom kontraststeigernden Orange bis zu Brauntönen in allen Helligkeitsstufen. Spezialgläser reagieren auf raschen Hell-Dunkel-Wechsel etwa bei Radtouren durch Wald und Wiese. Antifog-Beschichtung soll jedes Beschlagen von Gläsern verhindern. Nasenstege sind an breite oder schmale Nasenrücken anzupassen, dicht schließende Stirn-Abschlüsse lassen keine Schneeflocke eindringen – Ventilationssysteme stoppen dabei innen die Schweißbildung. Einsätze für Korrektionsgläser machen die Sportbrillen universell nutzbar.

Nach Maß gefertigt bieten Gleitsichtgläser optimalen Durchblick. Neben dem Brechungsindex werden individuelle Werte wie der Abstand von der Pupille und der Winkel vor dem Auge bei den Herstellern berücksichtigt. Für die neuen kleinen Scheiben werden Gleitsichtgläser mit minimierter Übergangszone von Fern- zu Nahsicht angeboten. Kunststoffgläser waren generell besonders gefragt. Starke Beachtung fanden verbesserte phototrope Gläser, die eine schnellere Tönung garantieren. In 30 Sekunden kann der Lichteinfall um 70 Prozent reduziert werden – bis hin zu Temperaturen um 35 Grad ist die Wirkung gesichert.

Einen farbigen Sommer versprechen die Gläser-Kollektionen für Sonnenbrillen. Von Verlaufsgläsern, uni oder zweifarbig etwa in Schwarz-Blau-Kombination versprechen sich die Anbieter hohe Akzeptanz. In Uni-Versionen bieten die Verlaufsgläser mit der dunkleren Zone im oberen, der helleren im unteren Bereich zusätzliche Funktion – bei speziellen Golfbrillen etwa, die mehr Lichtschutz bieten, wenn der Sportler gegen den Himmel dem Ball nachschaut und sich ebenso beim Blick nach unten hellsichtig auf den Abschlag vorbereiten kann. Auch Autofahrer dürften intensiveren Blendschutz gegen von oben einfallendes Licht schätzen. Für Autofahrer gibt es im Übrigen spezielle Gläser, die blaues Streulicht wegfiltern und damit für klare Sicht auch in diesigen Zeiten sorgen.

Für Augenglasbestimmung und Kontaktlinsenanpassung wurden neue preisgünstige und kleine Geräte vorgestellt. Vernetzung spart Arbeitszeit bei der Brillenglas-Fertigung. Ein neues Zentriergerät erspart umständliches Einlegen und Ausrichten von Gläsern. Die erfassten Daten können unmittelbar an die Schleifmaschine übertragen werden. Anklang fand ein Schleifgerät, das gleichzeitig Löcher für die zur Zeit beliebten Bohrbrillen bohrt – und zudem Schmuck-Fräsungen ins Glas bringen kann. Das Firmenlogo lässt sich damit im Glas platzieren oder ein ungewöhnlicher Rand gestalten.

LINDBERG setzt auf funktionelle, leichtgewichtige Fassungen. Sehr modegeprägte und ‚trendy‘ Fassungen stehen im Vordergrund. Farben gibt es für jeden Geschmack: alles von klassische, gedämpfte bis zu starke Farben wie pink, grün und rot. "LINDBERG wir im Jahr 2002 ihren Kunden ein tieferes Sortiment durch neuen Modellen zu eksistierenden Produktlinien anbieten und ein breiteres Sortiment durch Lancierung neuer Produktlinien", verspricht Chris Jensen. "Auch neue Display-Lösungen werden präsentiert – Wand und Fenster Displays, kleine Tischdisplays und Dekorationsmaterialien".

Entspannte Atmosphäre am Stand von Stratemeyer
Entspannte Atmosphäre am Stand von Stratemeyer

Auf dem Brillenglassektor gab es im Bereich der Gleitsichtgläser Neuheiten. So stellte die Firma STRATEMEYER aus Bochum ihre Produktfamilie „MV-Clou“ vor, ein Gleitsichtglas mit kurzer Progressionszone. Die Familie hat mit den Materialien Kunststoff 1.6 und Silikat 1,5 Zuwachs zu den schon bewährten Materialien CR39 und Transitions bekommen. MV-Clou ist durch die minimale Einschleifhöhe von 17 mm vor allem für kleine, flache, modische Fassungen interessant. Ein weiteres Novum präsentierte der Geschäftführer Thomas Fischer in entspannter Atmosphäre am Stratemeyer Stand, der ganz unter dem Thema Wellness stand, zusammen mit dem „Wellness-Drink MV-Aktiv“ – das Multifokal Aktiv. Dieses neue Gleitsichtglas ermöglicht unproblematisches, dynamisches Sehen mit stimmigen Übergängen vom Fernbereich in die Nahzone und in die Randbereiche – gemacht für aktive Menschen, die auch in Ihren Ruhephasen alles im Blick haben wollen. "Der gute Publikumszuspruch, die rege Nachfrage nach Produktinformationen und Fachbesucher die an hochwertigen Brillengläsern interessiert waren, machten die Optica 2002 zu einem vollen Erfolg für Stratemeyer Brillenglas", so Ulrike Barth von Stratemeyer.

Imago präsentiert einen Chartbreaker aus den USA: ogi
Imago präsentiert einen Chartbreaker aus den USA: ogi

IMAGO feiert auf der Optica die Premiere ihrer neuen extra small Teeny-Kollektion IMAGO-XS. "Teens zwischen 10 und 16 wollen keine Kinderbrillen mehr mit ‚lustigen‘ bunten Farben, Maikäferchen, Schwein- chen und Comicfiguren. Sie wollen die coolen Brillen, die sie im Film, Fernsehen und in Ihren Magazinen sehen", so Marco Finster von Imago. "Das Problem ist nur, daß diese ‚Erwachsenenbrillen‘ zu groß für ihre Köpfe sind." 20 Kids haben nun unter einer Vielzahl von Modellen ausgewählt und getestet. Übrig geblieben sind 9 freche Fassungen aus Metall und Acetat in jeweils 3 angesagten Farben und die in der Größe sorgfältig angepaßt wurden. Zudem präsentiert IMAGO erstmals die superelastische Randlos-Serie MEMORY-SPAX aus Memory-Plastic auf der OPTICA Köln. Das endlos biegbare Material ist superleicht, kehrt immer wieder in die Ausgangsform zurück und erlaubt endlose Variationen in puncto Augenform und Farbe. Memory ­spax wird momentan in 12 Formen und 10 Farben angeboten. Der Chartbreaker ogi aus USA ist in Europa noch ein Geheimtip ­ jung, klein, witzig, frech und "nice prize".

Bei Brendel findet man individuelle und ausgefallene
Kollektionen. "Design und Verarbeitung stehen in unseren Augen im Vordergrund. Unsere Verbraucher definieren sich und ihr Aussehen jeden Tag neu und selbst. Für alle diese Anlässe muss es auch die passende Brille sein. Der Endverbraucher entscheidet was er sein kann, sein will, sein möchte und wie der Partner ihn haben möchte", so Ann-Kristin Brendel
. Zum Thema Verkaufsphilosophie sieht Frau Brendel klare Trends: "Für den Augenoptiker ist es wichtig, wer der Mensch mit Brille sein will und wie er wirken will. Formen definieren sich immer noch über die Gesichtstypologie – ebenso die Passform. In Mode sind Interpretationen der 70er Jahre und 50er Jahre. Ich glaube, dass es grundsätzlich besser ist, dem Endverbraucher ‚Kollektionen‘ nahe zu bringen, in denen er sich wiederfinden kann. Dabei ist weniger eher mehr. Wenn der Anbietende etwas zu der Philosophie sagen kann, die hinter einer Kollektion steckt und Eigenschaften von Materialien vermitteln kann, ist sowohl eine Warenpräsentation leicht als auch der eigentliche Verkauf. Der Käufer möchte Lust beim Einkauf verspüren, verführt werden und sich gut beraten fühlen. Er ist es, der entscheidet bei wem und für was er sein Geld lässt. Dies setzt die volle Aufmerksamkeit des Verkäufers voraus und verlangt, sich zu widmen".

Nora Michelson: "Randlose Brillen für selbstbewußte Trägerinnen"
Nora Michelson: "Randlose Brillen für selbstbewußte Trägerinnen"

OWP setzt auf randlose Brillen für selbstbewußte Brillenträgerinnen. "Eine dezente Bohrbrille auf das Wesentliche reduziert, wirkt dieses Modell durch seine exclusive Form- und Farbgebung dennoch ausdrucksstark. Die harmonische Scheibenform fängt den Blick des Betrachters ein, ein besonders schöner Augen-Blick", so Nora Michelson von OWP. Für die Armaturen dieser Fassung wird extrem elastischer Edelstahl eingesetzt. "Die hochwertige Goldgalvanik wurden in Verbindung mit erlesener Farbgebung in den Trendfarben des Frühjahres 2002 gebracht", ist man sich bei OWP sicher.

Knut Leendertz: "Einfache Reinigung von Polycarbonat Gläsern"
Knut Leendertz: "Microversiegelung bei Brillenglaspflege"

Bei shoptic präsentiert Knut Leendertz einen neuen Reiniger für Polycarbonat Brillen- gläser. "Reinigung und Pflege von Brillengläsern aus Polycarbonat ist nicht einfach. ‚optisicht‘ ist ohne Alkohol, Lösungsmittel und Tenside. Die Oberfläche des Glases wird durch
die Emulsion mit einer ultradünnen Microversiegelung besonders gepflegt und geschmeidig gehalten. Das Glas wird durch schonende Substanzen nicht angegriffen, Neuverschmutzungen haften nicht so schnell am Glas", informiert Leendertz. Sehr gute Testergebnisse dokumentieren die Qualität. Auch für alle neuen Hightech-Beschichtungen. Die 25ml-, 50ml- und 75ml-Flaschen sind kostengünstig nachfüllbar und können individuell bedruckt werden. Außerdm präsentiert shoptic d
ie neuen Brillenetuis aus stabilem matt transparenten PP-Kunststoff mit gefrosteter Oberfläche. Sie wirken in ihrer Einfachheit sehr anspruchsvoll, eine Absage an die Durchschnittlichkeit. Sie werden in 3 Größen angeboten. Die Etuis sind als Mitgabe-Etuis gedacht, der Brillenträger wird sich zum Schutz seiner Brille zusätzlich noch ein robustes Etui kaufen.

Martin Himmelsbach: "Schädliche Situation beenden"
Martin Himmelsbach: "Schädliche Situation beenden"

IPRO veranstaltet im Zuge seiner Information ein Messe-Gewinnspiel. Der IPRO-Geschäftsführer Martin Himmelbach, findet zum Thema "2 deutsche Messen" deutliche Worte: "Gerade auch nach der OPTICA stelle ich mir vor, welche Größe, Attraktivität und auch Rentabilität eine gemeinsame Messe in Deutschland haben würde. Ich hoffe, dass dieser Gedanke auch denen kommt, die über Messen zu entscheiden haben. Und ich hoffe, dass deshalb alles getan wird, um die schädliche und teure Situation zu beenden. Und mit alles meine ich alles."